Primove-Induktionsladestationen an jeder Endstelle

Aufgeladen werden soll der Bus an beiden Endstellen wie auch im Betriebshof per Induktion (Nachtrag vom 6. Juli 2015, 12:38 Uhr:200 kW, mindestens 90 Prozent Effizienz, 400 Volt Wechselstrom, geplante Ladezeit im Regelbetrieb: 4 bis 7 Minuten). Dabei soll im Idealfall der Bus immer vollgeladen werden. Ladestationen an regulären Bushaltestellen, wie es sie für die Mannheimer Induktionsbusse gibt, existieren in Berlin nicht. Die Mannheimer fahren allerdings auch nur mit 60-KWh-Akkus durch die Stadt.

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Zudem muss die Ladestation auf dem Betriebshof erst noch gebaut werden. Derweil werden die Busse ganz altertümlich mit einem Stecker aufgeladen. Es reicht auch nicht die Stromkapazität, die von der Ladestation am Südkreuz am Abend mitgebracht wird. Normalerweise hält der Bus dort beim Aussetzen noch eine Weile und während der Fahrer Papierkram erledigt, könnte der Bus sich noch einmal vollladen. Im Winter müssen die Busse beispielsweise schon vor dem Einsatz geheizt werden, damit die ersten Fahrgäste nicht frieren und das braucht Energie, die dann der Betriebshof bereitstellen muss. Im Sommer muss die Temperatur abgesenkt werden.

  • Vier neue Busse hat die BVG am 1. Juli 2015 auf ihrem Betriebshof in der Indira-Gandhi-Straße vorgestellt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Den Bussen 1685 bis 1688 fehlt noch die Zulassung. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Busse verwenden die neue Komplettlackierung in Verkehrsgelb. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Urbino 12 Electric reicht nicht. Die Busse werden in die neue Image-Kampagne einbezogen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Anzeigedisplay flimmert sichtbar. Bei kurzen Verschlusszeiten ist es schwer erkennbar. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Oben in weiß zu sehen ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... ist der technische Aufbau. Primove-Technik und die Einheiten von Vossloh stecken überwiegend auf dem Dach der Busse. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die BVG-Chefin Sigrid Nikutta (Links) stellt zusammen mit den Staatssekretären Christian Gaebler (Mitte) und Rainer Bomba (Rechts) die neuen Busse vor.  (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Kleine, wenn auch kurze, Rundfahrten gab es für die Presse auch. Auf dem Betriebshof wurde der Bus jedoch nicht an seine Leistungsgrenze gebracht. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Für diesen Betriebshof soll später auch eine dritte Induktionsladestation gebaut werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Derweil müssen die Busse im Hof per Stecker aufgeladen werden, was jedoch nicht demonstriert wurde. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • "Hab' den Wagen voll geladen" - zur BVG-Kampagne gehören flotte Sprüche ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und zwar auf beiden Seiten des Fahrzeugs. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Noch dieses Jahr sollen die Busse auf der Linie 204 zum Einsatz kommen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
... ist der technische Aufbau. Primove-Technik und die Einheiten von Vossloh stecken überwiegend auf dem Dach der Busse. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Gerade an den Endstellen entfällt dank der direkten Stromversorgung auch eine Nachtankfahrt während des Betriebs, wie sie bei Dieselbussen bei sehr langen Einsätzen mitunter notwendig ist. Zwar könnte man auch jede Endhaltestelle mit einer Tankstelle versorgen, doch der logistische Aufwand für die Bevorratung mit Diesel spricht dagegen. Eine Induktionsladestation wird hingegen nur ans Stromnetz angeschlossen. In Berlin-Südkreuz, wo die Deutsche Bahn eine Smart-Grid-Anlage betreibt, kann der Bus sogar per Solarenergie und Energie aus Windkraftanlagen aufgeladen werden.

Ein Teil des Stroms wird lokal produziert

Wie uns die Deutsche Bahn schon früher sagte, soll zumindest ein Teilbedarf der Ladestation mit lokal erzeugtem Strom gedeckt werden. Wie umweltfreundlich die Technik insgesamt ist, hängt von der Energieeinspeisung ab. Die BVG hat nach eigenen Angaben auf Grünstrom umgestellt. Damit wäre der Bus potenziell sehr umweltfreundlich.

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Die Induktionsladestation soll auch sicher sein. Das Induktionsfeld ist nur aktiv, wenn ein Bus über der Ladestation ist, die in den Beton des Fahrwegs eingegossen wird. Zudem ist das Ladefeld auf den Bereich unter den Bus beschränkt. Vom TÜV Süd hat sich das Bombardier absegnen lassen. Herzschrittmacher oder Mobiltelefone werden von Primove nicht gestört.

Alternativen zur Induktion

Natürlich gibt es auch alternative Techniken, die wie Induktionsbusse leise, ruckfrei und potenziell umweltfreundlich durch Verzicht auf fossile Brennstoffe fahren können. E-Busse sind an sich nichts Neues, in unmittelbarer Nähe von Berlin fahren die Verkehrsbetriebe in Eberswalde beispielsweise noch mit Oberleitungsbussen - eine Sehenswürdigkeit für Verkehrsfans. Die gab es auch einmal in Berlin. Auch in Berlin fuhr einmal ein Oberleitungsbus: Auf der Linie 194. Deswegen wurde auch vorübergehend erwogen, den neuen Induktionsbus dort fahren zu lassen, sozusagen aus Traditionsgründen.

Doch der Aufbau eines neuen Oberleitungsbusnetzes in Berlin ist derzeit wohl unrealistisch, auch wenn sich sicher Synergien zum Straßenbahnbetrieb finden ließen. Serienfahrzeuge zu bekommen, ist nicht so einfach. Darunter leiden auch die verbliebenen drei Obus-Betriebe in Deutschland. Zudem müsste die Infrastruktur großflächig aufgebaut werden. Momentan konzentriert sich die Stadt zumindest darauf, die Straßenbahn tiefer in den Westen der Stadt zu bringen, wenn auch sehr langsam.

Eine weitere Alternative ist ein Oberleitungsbus mit Akkupuffer. In Wien fahren beispielsweise Busse mit einem Dachstromabnehmer (Pantograph) und laden sich so an Endstellen, wo es eine Oberleitung gibt, wieder auf. Die Technik hat allerdings einen Nachteil im Individualverkehr: Kaum ein Autofahrer würde sich für sein E-Auto einen Dachstromabnehmer auf sein Fahrzeug setzen lassen und ihn an einer roten Ampel ausfahren. Genauso wenig lässt sich mal eben ein Ladekabel an einer roten Ampel anstecken. Mit der Induktion könnten solche Standzeiten hingegen auch im motorisierten Individualverkehr genutzt werden. Auch das ist Teil des Forschungsprojekts und langfristiges Ziel vom Bombardiers Primove-System. In Mannheim ist das Laden unterwegs bereits Realität.

Hier ist vor allem die Stadt Mannheim, in der die Induktionsbusse schon fahren, Forschungsgebiet und Bombardiers Kompetenzzentrum. Die Berliner Busse wurden dort zuerst getestet. Zudem wird die Technik auch in Braunschweig erprobt. Dort sogar mit 18 Meter langen Induktionsschlenkis, also Gelenkbussen mit Faltenbalg.

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 Klimaanlage als KlimakillerForschung heißt Erfolg und Scheitern bei der Suche nach Alternativen 
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RvdtG 14. Jul 2015

Ich würde mit knapp unter 10 cm Bauhöhe rechnen. Entfall der Klimaanlage, dazu vorne und...

gollumm 13. Jul 2015

Dank Internet ist das echt nicht schwer... http://www.bz-berlin.de/berlin/senat-bvg...

kaito90 13. Jul 2015

und bei Stromausfall? Oberleitungsstörung? Wie kommt man da von A nach B. Einen reinen...

WhyLee 13. Jul 2015

das ist der Gund warum ich immer versuche sie zu dezimieren, indem ich viel davon esse.

EQuatschBob 10. Jul 2015

Ich bin jederzeit bereit ein bisschen mehr zu zahlen, wenn es dafür keine Klimaanlage gibt.



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