Abo
  • IT-Karriere:

Bombardier Primove: Braunschweig bekommt lange Induktionsbusse

Das eigentlich für Straßenbahnen entwickelte Primove-System zum induktiven Laden von Fahrzeugen kommt in eine neue Phase. In Braunschweig sind Gelenkbusse mit Bombardiers Akkus geplant. In Mannheim laufen Tests mit LKW und bald auch kleinen Transportern und PKW.

Artikel veröffentlicht am ,
Braunschweigs Emil genannter Bus in der Ausführung mit Gelenk
Braunschweigs Emil genannter Bus in der Ausführung mit Gelenk (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Als eine von zwei Städten mit Bombardiers Primove-System wird Braunschweig demnächst mit neuen Bussen versorgt. Im Unterschied zu bisherigen Induktionsbussen, über die Golem.de im Mai berichtete, soll dieses Mal die 18-Meter-Klasse mit Batterien ausgestattet werden, wie der kanadische Hersteller auf der Innotrans 2014 in Berlin bekannt gab. Es seien die ersten Busse mit erhöhter Kapazität, die Primove-Batterien bekämen. Noch vor Jahresende sollen sie zum Einsatz kommen.

  • Braunschweig bekommt bald neue Induktionsbusse. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der lange Emil hat ein Gelenk hinter der zweiten Achse, kann deutlich mehr Passagiere befördern und ist damit eine Premiere für das Primove-System. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Braunschweig bekommt bald neue Induktionsbusse. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Mentis International Human Resources GmbH, Großraum Nürnberg
  2. ITEOS, Karlsruhe

Die Solaris-Busse sind typische Gelenkbusse, die auch als Schlenkis bezeichnet werden. Hinter der zweiten Achse befindet sich ein Gelenk mitsamt Faltenbalg, das den zweiten Wagenteil und meist den Motor beherbergt. Die Busse sind eine Alternative zu den meist teuren, bei Fahrgästen aber beliebten Doppeldeckern. Mit den neuen Bussen wird Braunschweig mehr von den bereits installierten Induktionsladestationen haben, denn bisher fährt dort nur ein einziger mit Primove ausgestatteter Bus im Plandienst.

Mit den Gelenkbussen wird Primove beweisen müssen, dass das System auch auf nachfragestarken Strecken funktioniert. Die schweren Fahrzeuge müssen in nur wenigen Minuten geladen werden. Sie sind sehr leise und durch den Elektroantrieb sollten sie auch sprintstark sein, wie das schon bei Oberleitungsbussen der Fall ist. Eine wilde Fahrweise unterdrücken viele Verkehrsbetriebe der Sicherheit wegen jedoch auf technischer Ebene. Bombardier stellte die Fahrzeuge auf der Innotrans jedoch nur aus und führte keine Demonstration durch. Neben dem Bus für Braunschweig war auch ein Mannheimer Bus zu sehen.

Mannheim wird zum Testgelände für andere Fahrzeugkategorien

Wie Bombardier angab, wird in Mannheim nicht nur der Busbetrieb getestet. Mit Scania wurden bereits Tests mit LKW durchgeführt. Allerdings sind es nur Experimente. Ob diese zur Serienreife geführt werden, ist unklar. In Mannheim werden auch kleine Vito-Transporter und PKW im nächsten Jahr mit Primove-Batterien getestet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Im Unterschied zu Ladestationen können die Induktionsflächen gut versteckt werden. Städteplanerisch hat dies den Vorteil, dass aufwendige Genehmigungen entfallen könnten. Allerdings muss ein Teil der Straße für den Einbau aufgerissen werden. Für den späteren Betrieb eignen sich Bushaltestellen zum Aufladen nicht. Bei längeren Ampelphasen könnte eine Induktionsstation aber auch vor Ampelanlagen ausreichen.

Zum Straßenbahnsystem machte Bombardier hingegen keine Ankündigungen - obwohl die Innotrans hauptsächlich eine Schienenverkehrsmesse ist. So standen Bombardiers Primove-Busse inmitten von Straßenbahnen, einer Münchner C2-U-Bahn, Güterloks und Hochgeschwindigkeitszügen. Auch wurde nicht die Gelegenheit genutzt, das kommende Berliner Primove-System vorzustellen.

Nach Informationen der Berliner Zeitung wird in Berlin die durch die westliche Innenstadt fahrende Buslinie 204 mit Induktionsbussen und zwei Ladestationen versorgt. Im Unterschied zu Mannheim stehen diese nur an den Endstellen. Eine Endstelle liegt direkt an der TU Berlin, die sich an dem Forschungsvorhaben beteiligt. Start ist im Sommer 2015. Häufig fahren die Busse jedoch nicht. Die Linie 204 bedient zwar die Stationen Zoologischer Garten und Südkreuz, fährt wochentags jedoch nur im 20-Minuten-Takt bis in den frühen Abend hinein. Am Samstag wird der Betrieb bereits vor den Ladenschlusszeiten eingestellt, sonntags fährt die Linie gar nicht.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-68%) 15,99€
  2. 12,99€
  3. 4,99€
  4. 33,95€

plutoniumsulfat 26. Sep 2014

Gibt halt immer Leute, die auf bestimmte Dinge empfindlicher reagieren

motzerator 26. Sep 2014

Das gilt allgemein für zu viele und zu intensive Sinnesein- drücke, der Vertibulär...

codefox 25. Sep 2014

.. haben wir doch auch schon in Braunschweig. Mit dem selben System wird "emilia" bereits...

plutoniumsulfat 25. Sep 2014

Na die Argumente natürlich^^

Spaghetticode 25. Sep 2014

Hierbei dachte man zuerst daran, die Straßenbahnstrecke durch die Flutrinne zu bauen, um...


Folgen Sie uns
       


Harry Potter Wizards Unite angespielt

Harry Potter Go? Zum Glück hat der neue AR-Titel auch ein paar eigene Ideen zu bieten.

Harry Potter Wizards Unite angespielt Video aufrufen
Raumfahrt: Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen
Raumfahrt
Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen

Seit Donnerstag senden die Satelliten des Galileo-Systems keine Daten mehr an die Navigationssysteme. SAR-Notfallbenachrichtigungen sollen aber noch funktionieren. Offenbar ist ein Systemfehler in einer Bodenstation die Ursache. Nach fünf Tagen wurde die Störung behoben.

  1. Satellitennavigation Galileo ist wieder online

In eigener Sache: Zeig's uns!
In eigener Sache
Zeig's uns!

Golem kommt zu dir: Golem.de möchte noch mehr darüber wissen, was IT-Profis in ihrem Berufsalltag umtreibt. Dafür begleitet jeder unserer Redakteure eine Woche lang ein IT-Team eines Unternehmens. Welches? Dafür bitten wir um Vorschläge.

  1. In eigener Sache Golem.de bietet Seminar zu TLS an
  2. In eigener Sache ITler und Board kommen zusammen
  3. In eigener Sache Herbsttermin für den Kubernetes-Workshop steht

Mobilfunktarife fürs IoT: Die Dinge ins Internet bringen
Mobilfunktarife fürs IoT
Die Dinge ins Internet bringen

Kabellos per Mobilfunk bringt man smarte Geräte am leichtesten ins Internet der Dinge. Dafür haben deutsche Netzanbieter Angebote für Unternehmen wie auch für Privatkunden.
Von Jan Raehm

  1. Smart Lock Forscher hacken Türschlösser mit einfachen Mitteln
  2. Brickerbot 2.0 Neue Schadsoftware möchte IoT-Geräte zerstören
  3. Abus-Alarmanlage RFID-Schlüssel lassen sich klonen

    •  /