Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Bombardier Global 8000: Ein Businessjet gegen jede Logik

Mit viel Reichweite, einer Geschwindigkeit nahe der Schallmauer und viel Luxus zeigt der Jet von Bombardier , warum Verbote sinnvoll sein können.
/ Mario Petzold
114 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Schick sehen die Werbefotos zum Bombardier Global 8000 aus. (Bild: Bombardier)
Schick sehen die Werbefotos zum Bombardier Global 8000 aus. Bild: Bombardier

Für geschätzte 80 Millionen Euro, je nach Ausstattung sicherlich auch mehr, lässt sich bei Bombardier der Global 8000 bestellen. Noch steht die endgültige Zulassung des Flugzeugs zwar aus, aber das sollte nur eine Frage der Zeit sein.

Anschließend könnte man damit 8.000 nautische Meilen oder 15.000 km am Stück zurücklegen. Die Flugzeit beträgt dann 15 Stunden, die sich in einer Kabine für maximal 19 Passagiere oder wahlweise mit Doppelbett, Badezimmer und Konferenzraum gut aushalten lassen dürften.

Etwa 18 Tonnen Kerosin hat man dann ebenfalls verbraucht, mehr als ein voll besetztes Passagierflugzeug(öffnet im neuen Fenster) bei einem Atlantikflug, der zugegebenermaßen auch kürzer ist.

Geschwindigkeit nur ein Marketinggag

Die Höchstgeschwindigkeit, die Bombardier mit Mach 0,95 und somit knapp 1.100 km/h angibt, darf man für die ganz großen Distanzen und den damit einhergehenden Verbrauch an Kerosin jedoch nicht erwarten. Reichweite und Verbrauch beziehen sich auf Mach 0,85. Das sind 950 km/h, kaum mehr als bei einem normalen Verkehrsflugzeug.

Mach 0,95 auf dem Papier schafft aber kein anderer Businessjet, was den Global 8000 zum schnellsten Passagierflugzeug seit der Concorde macht. Das klingt gut, hat aber keinen echten Mehrwert.

Auf einem Testflug mit dem Schwestermodell Global 7500 wurde mit Mach 1,015(öffnet im neuen Fenster) sogar die Schallmauer durchbrochen. Das geschah während eines Sinkflugs und wäre im normalen Flugbetrieb zumindest über Land fast überall verboten.

Umweltbilanz desaströs

Insgesamt stehen die kleinen Jets ungeachtet des genauen Modells den großen Verkehrsflugzeugen in fast nichts nach. Der Verbrauch pro Stunde ist trotz der geringeren Größe kaum niedriger. Die Lärmentwicklung bei Start und Landung liegt ebenfalls auf ähnlichem Niveau.

Pro Kopf sieht es natürlich ganz anders aus. Wenn statt 150 nur 5 Menschen fliegen, fällt die CO 2 -Bilanz ganz schnell verheerend aus. Und während gerade hart darum gerungen wird, auch nach 2035 noch Neuwagen mit Verbrennungsmotor verkaufen zu dürfen, gibt es bei Flugbenzin weder Energiesteuer noch CO 2 -Bepreisung.

Beides würde die Nutzung der fliegenden Statussymbole sicherlich kaum beschränken, vielleicht aber die Kosten etwas gerechter verteilen, zugunsten derer, der eher selten Privatflugzeuge chartern. Oder, wie es nicht wenige Umweltorganisationen(öffnet im neuen Fenster) fordern, man verbietet die Nutzung der privaten Jets komplett.

So einen drastischen Schritt würden 99,7 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nicht einmal bemerken. Mit den gesparten Abgasen könnten dann aber immerhin 1 Million Hybridfahrzeuge kompensiert werden, die auch nach 2035 vermutlich weiterhin verkauft werden dürfen.

IMHO ist der Kommentar von Golem. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


Relevante Themen