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Boldyn Networks: Deutsche Bahn lässt ferngelenkten Zug testen

Mit Kameras und niedriger Latenz im 5G -Campusnetz wird ferngesteuertes Rangieren möglich. Getestet wird in der Erzgebirgsbahn, wie man Züge sicher und effizient aus der Ferne steuert.
/ Achim Sawall
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Teststrecke der Erzgebirgsbahn zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg (Bild: Vodafone Deutschland)
Teststrecke der Erzgebirgsbahn zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg Bild: Vodafone Deutschland

Auf dem Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) und der 25 Kilometer langen Teststrecke der Erzgebirgsbahn zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg ist 5G-Videoübertragung an Zügen erfolgreich getestet worden. Das gab eines der beteiligten Unternehmen, die britische Boldyn Networks, am 9. März 2026 bekannt. An den Zügen angebrachte Kameras übertragen Bilder mit einer Latenz von 0,2 Sekunden, um Anwendungen wie ferngesteuertes Rangieren zu unterstützen.

Zudem ist die Liveüberwachung von Gefahrenbereichen und sensiblen Streckenabschnitten möglich, an Tunneln, Brücken oder Bahnübergängen. Jede der an den Zügen angebrachten 5G-Kameras verfügt über eine eigene Funkverbindung.

Campus-5G Netz wurde von Vodafone errichtet

Boldyn konnte auf dieser Strecke seine Edge-Video-Orchestrator-Anwendung (EVO) testen. Die Teststrecke verfügt über ein 5G-Campus-Netz. Den Zuschlag für den Bau und Betrieb des Netzes sicherte sich Vodafone. Hier sollen Technologien entwickelt und getestet werden, um Züge sicher und effizient aus der Ferne zu steuern. "Um Züge aus der Ferne zu steuern, braucht es neben hohen Bandbreiten vor allem den Datenaustausch in Echtzeit. Mit 5G-Standalone bringen wir das modernste Netz zu den modernsten Zügen. Mobilfunk reagiert dann so schnell wie das menschliche Nervensystem. Mit unserem Echtzeit-Netz kann die Eisenbahn aus der Ferne gesteuert werden" , sagte(öffnet im neuen Fenster) Vodafone Deutschland CEO Hannes Ametsreiter im November 2021.

Udo Wehner, Geschäftsführer des Bereiches SRCC an der TU Chemnitz sagte: Boldyn habe mit den Tests seiner "Videoübertragungslösung gezeigt, dass Anforderungen vergleichbar zur Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung erfüllbar werden" .

Boldyn Networks bietet Konnektivität auch für Verkehrssysteme von London Underground oder New York Subway, den Flughafen Helsinki, den Hafen Kokkola und den OPCSA-Hafen in Finnland, für BASF oder das Universitätsklinikum in Oulu, Finnland.


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