Börsenprospekt: Porsche hat Ausstiegsklausel mit Cariad vereinbart

Der Sportwagenhersteller Porsche will sich nicht allein auf die Software von Cariad verlassen. Bei Problemen ist noch ein Ausstieg möglich.

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Porsche will in Kürze an die Börse gehen.
Porsche will in Kürze an die Börse gehen. (Bild: Jakub Porzycki/Reuters)

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche hat sich bei der Entwicklung der künftigen Fahrzeugsoftware eine Ausstiegsklausel zugesichert. Porsche sei gemäß einer Zusatzvereinbarung mit der VW-Softwarefirma Cariad berechtigt, aus der gemeinsamen Rahmenvereinbarung und der Lizenz- und Servicevereinbarung für die Entwicklung der Softwarearchitektur E3 2.0 auszusteigen, heißt es im Börsenprospekt des Unternehmens. Die Ausstiegsmöglichkeit sei zeitlich befristet und eine entsprechende Entscheidung im Laufe des kommenden Jahres zu erwarten.

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Porsche will zusammen mit Audi und Cariad die Software für die kommenden Fahrzeugmodelle selbst entwickeln. So soll der geplante vollelektrische Macan die Version E3 1.2 erhalten. E3 steht dabei für "end-to-end electronic architecture". Da deren Entwicklung sich stark verzögert hat, soll der Macan erst 2024 auf den Markt kommen.

Die Version E3 1.2 solle dabei als Basis für die nächste Plattformgeneration E3 1.2 Evo dienen. Letztere ermögliche fortgeschrittene Funktionen wie autonomes Fahren oder Online-Updates (OTA). Die Version E3 2.0 soll 2026 erstmals beim VW-Prestigeprojekt Trinity zum Einsatz kommen.

Produktionsstarts könnten sich weiter verzögern

Doch Porsche will weitere Probleme nicht ausschließen: "Verzögerungen oder Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Plattform E3 1.2 könnten auch durch die Tatsache verschärft werden, dass Cariad derzeit parallel eine separate Version seiner Plattform E3 2.0 entwickelt, da Cariad möglicherweise größere Entwicklungskapazitäten und -ressourcen für seine Version E3 2.0 zum Nachteil der Weiterentwicklung der Plattform E3 1.2 bereitstellen könnte." Das könnte die Porsche-Gruppe dazu zwingen, "sich stärker auf ihre eigenen Anstrengungen und ihre Expertise zu verlassen oder Unterstützung von anderen Drittentwicklern zu suchen".

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Porsche schließt daher nicht aus, dass sich der Produktionsstart des Macan weiter verzögert. Das beträfe dann auch die geplanten vollelektrischen Versionen des 718 sowie des Cayenne und hätte Auswirkungen auf die Modelle, die auf der Evo-Plattform basieren. Porsche will ebenfalls ein vollelektrisches Luxus-SUV auf den Markt bringen.

Ein Ausstieg bei der Entwicklung von E3 2.0 könnte für Porsche aber teuer werden. So heißt es: "Für den Fall, dass ein solches Opt-out negative finanzielle Auswirkungen auf die Volkswagen AG und/oder Audi hat, ist das Unternehmen verpflichtet, die Kosten zu tragen, die sich aus der Ausübung dieser Rechte ergeben." Das solle bereits verhandelt werden, bevor Porsche von der Ausstiegsklausel Gebrauch macht.

Der Vereinbarung zufolge darf Porsche selbst die Version E3 1.2 weiterentwickeln. Das betreffe aber keinen komplett neuen Softwarestack. Cariad muss Porsche demnach "in dieser Hinsicht durch eine modulare Entwicklung von Cariad-Diensten/Produkten (oder Modulen oder Teilen davon) unterstützen und befähigen".

Elektrifizierung im Mittelpunkt

Dem Börsenprospekt zufolge steht die Elektrifizierung im Mittelpunkt der Konzernstrategie. So seien fast 25 Prozent der im Jahr 2021 verkauften Autos entweder Plug-in-Hybride oder vollelektrische Autos gewesen. Dabei habe der Taycan alleine 14 Prozent der Auslieferungen ausgemacht. Im Jahr 2025 soll mehr als jeder zweite verkaufte Porsche elektrifiziert sein, im Jahr 2030 sogar 80 Prozent der verkauften Fahrzeuge vollelektrisch.

Die Elektrifizierungsstrategie sei dabei mit gewissen Risiken verbunden. So verlasse sich der Konzern bei fast allen Teilen und Komponenten auf einen bestimmten Lieferanten. Dies gelte auch für die Batteriezellen der elektrifizierten Modelle. Bislang kaufe Porsche die Zellen überwiegend von einem Lieferanten für jede Modellreihe ein, wobei geplant sei, die Beschaffung für zukünftige Modelle auszuweiten.

Skeptisch bei E-Fuels

Mit Blick auf das geplante Verbrennerverbot in der EU zeigt sich Porsche skeptisch, was die Neuzulassung von Fahrzeugen auf Basis synthetischer Kraftstoffe betrifft. "Es ist derzeit völlig unklar, ob die Einführung der so genannten E-Fuels den weiteren Verkauf von neuen Pkw mit Verbrennungsmotoren nach 2035 erlaubt. Sollte dies nicht der Fall sein, müssten alle neuen Personenkraftwagen, auch die des Konzerns, die in der EU vermarktet werden sollen, bis spätestens 2035 frei von abgasbedingten CO2-Emissionen sein", heißt es in dem Prospekt. Porsche beteiligt sich an einem Forschungsprojekt in Chile, das von Mitte des Jahrzehnts an bereits große Mengen an synthetischem Treibstoff herstellen soll.

Der Aufsichtsrat der Konzernmutter VW hatte Anfang September 2022 dem geplanten Börsengang zugestimmt. Für den Börsengang sei das Grundkapital von Porsche in 50 Prozent Vorzugsaktien und 50 Prozent Stammaktien unterteilt worden. Bis zu ein Viertel der Stammaktien, also bis zu einem Achtel der Gesamtanteile, sollen in Streubesitz gebracht werden.

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