Börsengang: Telefónica will O2 Deutschland verkaufen
Telefónica bereitet die Ausgründung und den Börsengang von O2 Deutschland und einigen Landesgesellschaften in Lateinamerika vor. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Beschlüsse des Aufsichtsrats des spanischen Telekommunikationskonzerns unter der Überschrift "Telefónica will O2 Deutschland verkaufen".
Analysten bewerten Telefónicas deutsche Landestochter mit 7 bis 9 Milliarden Euro. Die Telefónica machte noch keine Angaben zur Bewertung, zur Zeitplanung des Börsengangs und dazu, wie viele Anteile an die Börse gebracht werden sollen. In Lateinamerika besitzt der Konzern Netzbetreiber im Wert von 40 Milliarden Euro. Welche Landesgesellschaften dort zum Verkauf stehen sollen, ist nicht bekannt.
Die Telefónica steht wegen ihres hohen Schuldenstands von 57,1 Milliarden Euro und der Wirtschafts- und Verschuldungskrise in Spanien unter Druck. Der Wert des Konzerns lag am 30. Mai 2012 nur bei 40,7 Milliarden Euro, im Jahr 2007 war die Telefónica noch 110 Milliarden Euro wert. Im November 2011 musste ein Quartalsverlust bekanntgegeben werden. 20 Prozent der Belegschaft des früheren Staatsmonopolisten wurden in Spanien abgebaut.
Unternehmenswert 40,7 Milliarden Euro – Schulden 57,1 Milliarden Euro
Konzernchef Cesar Alierta hatte in den vergangenen zehn Jahren in Lateinamerika, Europa und China für 85 Milliarden Euro zugekauft. Den britischen Mobilfunkbetreiber O2 mit Netzen in Großbritannien, Irland und Deutschland übernahm er 2006 für 31,5 Milliarden US-Dollar. Deutschland ist gemessen an der Kundenzahl von 25 Millionen nach Spanien mit 44,3 Millionen der wichtigste Landesmarkt für die Telefónica in Europa. In Großbritannien hat der Betreiber 23,3 Millionen Kunden.
America Movil, der Konzern des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim, will seinen Anteil an der niederländischen KPN um 2,6 Milliarden Euro erhöhen. Die deutsche E-Plus gehört zu KPN.
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