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Börsengang: Palantir macht noch enorme Verluste

Das Geschäft mit der Datenanalyse scheint sich für Palantir noch nicht richtig zu lohnen. Das geht aus dem Börsenprospekt hervor.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Palantir will an die Börse gehen.
Palantir will an die Börse gehen. (Bild: Arnd Wiegmann/Reuters)

Die US-amerikanische Datenanalysefirma Palantir arbeitet noch mit hohen Verlusten. Der am Dienstag veröffentlichte, mehrere 100 Seiten lange Börsenprospekt enthüllt, dass Palantir das Jahr 2019 mit einem Minus von rund 590 Millionen US-Dollar abgeschlossen hat. Im Jahr 2018 betrugen die Verluste fast 600 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg 2019 um ein Viertel auf knapp 743 Millionen Dollar.

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Im ersten Halbjahr dieses Jahres hatte Palantir demnach 125 Kunden, "darunter einige der größten und bedeutendsten Institutionen der Welt". Palantir ist spezialisiert auf Datenanalyse und arbeitet viel mit Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten zusammen, vor allem in den USA. Auch deshalb hielt sich das Unternehmen stets sehr bedeckt, was sein Geschäft und seine Kunden angeht. Mit dem Gang an die Börse werden nun zumindest die Geschäftszahlen offengelegt.

Kooperation mit Airbus

Das Unternehmen wurde 2003 gegründet - und die erste Software-Plattform mit dem Namen Gotham wurde speziell für Analysten beim Militär und in Geheimdiensten entwickelt, um große Datenmengen auszuwerten. "Sie suchten nach Nadeln nicht in einem, sondern in Tausenden Heuhaufen", beschreibt es Palantir in dem Börsenprospekt.

Die zweite Software, Foundry, dient auch zur Datenanalyse in Unternehmen. Airbus nutze sie als seine "Kern-Datenplattform". Aus der Partnerschaft mit dem Flugzeugbauer habe sich eine Plattform für die gesamte Branche entwickelt, die Daten von mehr als 100 Airlines und 9.000 Flugzeugen zusammenführe. Zu den weiteren Unternehmenskunden gehören der Darmstädter Merck-Konzern, der Autobauer Fiat Chrysler, der Ölkonzern BP und die Bank Credit Suisse. Im vergangenen Jahr kamen noch 47 Prozent der Erlöse von Regierungskunden.

Kritik am Silicon Valley

Im ersten Halbjahr 2020 stieg der Palantir-Umsatz im Jahresvergleich um 49 Prozent auf rund 481 Millionen Dollar. Dabei brachten die drei größten Kunden 29 Prozent der gesamten Erlöse ein. Unterm Strich ergab sich ein Verlust von knapp 165 Millionen Dollar. Rechne man den Effekt der Mitarbeiter-Vergütung mit Aktien heraus, wären laut Palantir schwarze Zahlen von gut 17 Millionen Dollar übriggeblieben.

Die Firma hatte jüngst ihr Hauptquartier aus Palo Alto südlich von San Francisco nach Denver im Bundesstaat Colorado verlegt. Palantir-Chef Alex Karp ging in dem Börsenprospekt hart ins Gericht mit dem Silicon Valley. Von Beginn an habe Palantir Gelegenheiten abgelehnt, Daten zu verkaufen oder zu sammeln. "Andere Technologieunternehmen, darunter einige der größten in der Welt, haben ihr gesamtes Geschäft darauf aufgebaut." Die Software von Palantir werde dagegen eingesetzt, um gegen Terroristen vorzugehen und für die Sicherheit von Soldaten zu sorgen.

Zugleich beklagte Karp: "Software-Projekte mit Militär und Geheimdiensten in unserem Land, deren Aufgabe es ist, für unsere Sicherheit zu sorgen, sind kontrovers geworden." Unter den Gründern von Palantir ist der Milliardär Peter Thiel, einer der wenigen Unterstützer von US-Präsident Donald Trump in der Technologie-Branche. Thiel hält dem Börsenprospekt zufolge 29,8 Prozent an Palantir - zudem liegen 12,7 Prozent bei seinem Start-up-Finanzierer Founders Fund. Karp kontrolliert 9,3 Prozent.

Deutsche Behörden nutzen Palantir

In Deutschland gibt es bereits einige Behörden, die Palantir-Software nutzen. Nach Hessen hat auch Nordrhein-Westfalen in diesem Frühjahr beschlossen, Ermittler mit digitalen Hilfsmitteln von Palantir auszustatten. Die Software soll verschiedene Datenbanken der Polizei verknüpfen, gleichzeitig aber auch Onlinenetzwerke wie Facebook durchleuchten, um Verdächtigen nachzuspüren und Täterprofile zu erstellen.

Ebenfalls war zeitweise im Gespräch, die Foundry-Software bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie einzusetzen. Anfang April 2020 war bekanntgeworden, dass Palantir mit Behörden in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz verhandelt. Das Bundesgesundheitsministerium hatte Anfang April 2020 mitgeteilt, "aktuell" keine Software von Palantir zu nutzen. Die hessische Landesregierung entschied sich Ende April gegen den Einsatz der Palantir-Software.

Enge Verbindung mit Axel-Springer-Verlag

Palantir-Chef Karp saß zwischenzeitlich auch im Aufsichtsrat des Axel-Springer-Verlags, gehört seit Anfang dieses Jahres aber nur noch dem neu geschaffenen Aktionärsausschuss an. Die Palantir-Managerin und frühere SPÖ-Politikerin Laura Rudas gehört seit Sommer 2020 dem Verwaltungsrat des Schweizer Ringier-Verlags an. Ringier ist ein Kooperationspartner des Axel-Springer-Verlags.

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FreiGeistler 27. Aug 2020 / Themenstart

Mag daran liegen, dass sie neben Ausnahmen vom Rechtswesen, mit ihrem...

hackfin 26. Aug 2020 / Themenstart

..dieser privatisierten Variante des Ministry of Information Retrieval, deren gesamte...

lemmingo123 26. Aug 2020 / Themenstart

Stimmt. Also alle Software-Lizenzen und sonstige Intellectual Property von einer Limited...

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