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Börsengang: Musks Medienambitionen werden größer

SpaceX geht an die Börse und enthüllt dabei, wie groß Elon Musks Pläne für X, Starlink und den Werbe- und Mobilfunkmarkt wirklich sind.
/ Michael Linden
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Rechenzentrum Colossus Ii in Memphis, Tennessee (Bild: SpaceX)
Rechenzentrum Colossus Ii in Memphis, Tennessee Bild: SpaceX

Mit dem geplanten Börsengang von SpaceX werden die medialen Ambitionen von Elon Musk greifbarer als je zuvor. Aus den Ipo-Unterlagen(öffnet im neuen Fenster) geht hervor, dass SpaceX den "größten adressierbaren Gesamtmarkt der Menschheitsgeschichte" identifiziert haben will. Der Konzern hat also nicht nur Raketen im Blick, sondern auch den 600 Milliarden Dollar schweren Werbemarkt.

X erholt sich nach dem Werbe-Einbruch

Die Plattform X hat turbulente Jahre hinter sich. Nach Musks berühmtem "Go fuck yourself" gegenüber Werbetreibenden auf der Dealbook-Konferenz Ende 2023 brachen die Werbeeinnahmen von über 4 Milliarden Dollar im Jahr 2021 auf 1,73 Milliarden Dollar 2024 ein. Doch 2025 stiegen die Einnahmen erstmals wieder, auf 1,84 Milliarden Dollar. X setzt verstärkt auf Video-Inhalte und KI-gestützte Werbeformate, die sich wie organischer Content anfühlen sollen.

Mitchell Smith, der globale Leiter für Content-Partnerschaften bei X, sprach von einer neuen Creator-Ära. Dem Hollywood Reporter(öffnet im neuen Fenster) sagte er, die Plattform wolle ein gesundes Creator-Ökosystem aufbauen. Tatsächlich scheint sich das Blatt zu wenden: Laut Analyst Brian Wieser meiden Werbetreibende Plattformen mit potenziell problematischen Inhalten nicht mehr so konsequent wie früher.

Grok und die Risiken generativer KI

X und Grok zählen inzwischen 6,3 Millionen zahlende Abonnenten. Groks Bildgenerierungssystem Imagine produzierte im ersten Quartal 2026 rund 10 Milliarden Bilder und über 2 Milliarden Videos pro Monat.

Starlink als Bedrohung für Telekom-Konzerne

Die vielleicht direkteste Bedrohung für die Geschäftsmodelle anderer Unternehmen geht von Starlink aus. Mit 10,3 Millionen Internet-Abonnenten Ende März 2026 und einem Jahresumsatz von 11 Milliarden Dollar ist die Sparte der profitabelste Teil von SpaceX. Die Aktien von Comcast, Charter und T-Mobile fielen im Jahresvergleich deutlich. Starlink investiert aggressiv in Werbung, verdoppelte seine Ausgaben 2025 dafür auf 69 Millionen Dollar und war beim Super Bowl und March Madness präsent.

Airlines wie United setzen bereits auf Starlink für Highspeed-Internet an Bord. "Wenn man Sitzrücken-Entertainment mit Starlink-Technologie kombiniert, eröffnet das völlig neue Möglichkeiten", sagte Uniteds Chief Commercial Officer Andrew Nocella. Einige Analysten halten die Sorgen der Telekommunikationsbranche allerdings für übertrieben und sehen Starlink eher als Ergänzung denn als direkten Konkurrenten für Mobilfunkanbieter.

American Airlines rüstet 500 Flugzeuge mit Starlink aus

Dass American Airlines nun ebenfalls auf Starlink setzt(öffnet im neuen Fenster), fügt sich nahtlos in dieses Bild. Mehr als 500 Flugzeuge sollen ab Anfang 2027 mit dem SpaceX-System ausgestattet werden. Delta geht dagegen einen anderen Weg und entschied sich für Amazons Konkurrenzprodukt Kuiper. Der Wettbewerb um Bordkonnektivität spiegelt damit den Marktwettstreit wider, der auf dem Boden längst in vollem Gange ist: SpaceX gegen Amazon, Starlink gegen alle.


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