Börsengang (IPO): ARM sieht Chinageschäft und RISC-V als Risiken

ARM soll an die US-Börse Nasdaq. Im Vorfeld listet der CPU-Entwickler mögliche Risiken für sein Geschäft auf. Viele haben mit China zu tun.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Aktien von ARM werden künftig an der US-Börse Nasdaq gehandelt.
Aktien von ARM werden künftig an der US-Börse Nasdaq gehandelt. (Bild: Collision Conf, Flickr/CC-BY 2.0)

Eigner Softbank will den britischen CPU-Entwickler ARM bereits seit längerem an die Börse bringen. Jetzt sind die Pläne konkret: ARM teilte mit, bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) die Dokumente für den Börsengang eingereicht zu haben. Gehandelt werden sollen die Aktien an der Börse Nasdaq – unter dem leicht zu merkenden Kürzel ARM.

Ein Blick in die eingereichten Dokumente, insbesondere das F1-Filing, ist durchaus interessant: Ein eigenes Kapitel listet Risikofaktoren für den künftigen Erfolg des Unternehmens auf. Nach einigen Allgemeinplätzen, etwa den zyklischen Nachfrageschwankungen in der Halbleiterindustrie, wird es interessant: Zunächst geht ARM auf den "intensiven Wettbewerb" ein. Als Risiko sieht man, dass "viele unserer Kunden auch führende Unterstützer von RISC-V sind".

Auch die ungeliebten Architekturlizenzen und die Abhängigkeit von Chipentwicklern beim Verkauf der eigenen Komponenten tauchen hier auf. Neue Konkurrenz, insbesondere aus China, die eigene Prozessorkerne entwickelt, ist ebenfalls aufgeführt. Allgemein scheint die Volksrepublik ARM größere Kopfschmerzen zu bereiten.

57 Prozent des Umsatzes mit nur fünf Kunden

Sie steht im Zentrum eines, vor allem mit Blick auf die politischen Spannungen zwischen den USA und China, besonders besorgniserregenden Punkts, der sich weiter hinten findet: ARM macht den Großteil seines Umsatzes mit nur wenigen Kunden. Allein 24 Prozent des Umsatzes machte im vergangenen Fiskaljahr das Chinageschäft aus.

Sollten die USA oder Großbritannien strengere Handelsbeschränkungen gegen die Volksrepublik beschließen, könnte dies ARMs Umsatz dort empfindlich treffen. Hier kann das Unternehmen zudem nicht direkt verkaufen, die Geschäfte laufen über ARM China, an dem die britische Limited nur einen Anteil hält. Mit der Tochter gab es bereits in der Vergangenheit Probleme, jetzt hält ARM noch einmal fest, weder man selbst noch Eigner Softbank kontrolliere ARM China. Man müsse sich auf die vorgelegten Zahlen verlassen, im schlimmsten Fall könnten die Geschäftsbeziehungen gar abbrechen – und ARM damit seine kompletten chinesischen Kunden verlieren.

Aber selbst die anderen Großkunden, etwa Apple, Qualcomm und Mediatek, lindern die möglichen Auswirkungen geopolitischer Spannungen nicht: Wie das Nachrichtenportal Bloomberg aufführt, machen sie große Teile ihres Umsatzes in China. Nun bleibt abzuwarten, wie Anleger die Risiken bewerten – und ob Softbank, wie angestrebt, bis zu 10 Milliarden US-Dollar einnehmen kann.

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