Börsengang: Cerebras-Aktie startet deutlich über Ausgabepreis
Der KI-Chipentwickler Cerebras Systems ist mit einem starken Kursplus an der US-Börse Nasdaq gestartet. Die Aktie wurde beim Börsengang zu 185 US-Dollar ausgegeben, der erste Handelskurs lag bei 350 US-Dollar.
Damit lag das Papier zum Handelsauftakt rund 89 Prozent über dem Ausgabepreis. Später gab die Aktie einen Teil der Gewinne wieder ab. Mit gut 311 US-Dollar liegt der Kurs aber weiterhin mehr als 68 Prozent über dem Ausgabepreis.
Der Kurssprung macht den Börsengang auch finanziell zu einem der auffälligsten Tech-Debüts der vergangenen Jahre. Cerebras nahm mit der Platzierung von 30 Millionen Aktien rund 5,55 Milliarden US-Dollar ein.
Das Unternehmen wird an der Nasdaq unter dem Kürzel CBRS gehandelt. Der hohe Einstiegskurs trieb die Bewertung zwischenzeitlich über die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) ist es der bisher größte Börsengang des Jahres.
Hinter der hohen Bewertung steht ein Unternehmen, das auf spezielle KI-Prozessoren für besonders große Modelle setzt. Cerebras entwickelt Chips auf Basis eines ganzen Wafers und bietet sie zusammen mit Rechensystemen und Clouddiensten an.
Anders als Unternehmen wie Nvidia, die mehrere Chips zu Clustern verbinden, bündelt Cerebras Hunderttausende Rechenkerne auf einem einzigen Prozessor. Damit positioniert sich das Unternehmen als Alternative zu Nvidias GPU-Clustern. Die Technik soll vor allem dort helfen, wo Speicherbandbreite und die Verbindung vieler Recheneinheiten entscheidend sind.
Prominente Kundschaft
Das starke Debüt fällt in eine Phase, in der Anleger wieder verstärkt auf Anbieter von KI-Infrastruktur setzen. Der Ausbau großer KI-Dienste hängt nicht nur an einzelnen Modellen, sondern auch an Rechenzentren, Beschleunigern und der dazugehörigen Stromversorgung. Cerebras will sich in diesem Umfeld als Anbieter positionieren, der besonders große KI-Modelle schneller und effizienter bedienen kann.
Dafür muss das Unternehmen allerdings zeigen, dass sich seine Technik auch breit vermarkten lässt. Nvidia dominiert den Markt nicht allein wegen seiner Chips, sondern auch wegen seines Software-Ökosystems und der engen Einbindung in bestehende Rechenzentren. Für Cerebras dürfte deshalb entscheidend sein, ob Kunden die Systeme nicht nur testen, sondern dauerhaft in größerem Umfang einsetzen.
Diesen Schritt hat Cerebras zumindest teilweise bereits geschafft: In den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen zum Börsengang(öffnet im neuen Fenster) weist das Unternehmen für 2025 einen Umsatz von 510 Millionen US-Dollar aus, 76 Prozent mehr als im Vorjahr.
Zugleich stand zuletzt ein Nettogewinn von 237,8 Millionen US-Dollar in den Büchern, nachdem Cerebras 2024 noch einen hohen Verlust ausgewiesen hatte. Zu den Kunden und Partnern des Unternehmens gehören unter anderem OpenAI, Amazon Web Services und die Mayo Clinic.
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