Börse: China setzt auf Datenschutz bei Firmen im Ausland

Die Börsengänge chinesischer Unternehmen im Ausland missfallen der chinesischen Führung. Die setzt nun auf strikten Datenschutz.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Börsengänge chinesischer Unternehmen in den USA, wie von Didi, machen der chinesischen Führung offenbar Sorge.
Börsengänge chinesischer Unternehmen in den USA, wie von Didi, machen der chinesischen Führung offenbar Sorge. (Bild: Brendan McDermid/Reuters)

Chinas Regierung hat eine deutlich schärfere Kontrolle von im Ausland an der Börse gehandelten chinesischen Unternehmen angekündigt. Die neuen Vorschriften haben weitgehende Auswirkungen auf die Kapitalbeschaffung aufstrebender Firmen aus China an ausländischen Aktienmärkten wie in New York oder Hongkong. Die neuen Regeln zielen besonders auf "Datensicherheit, grenzüberschreitenden Datenfluss und die Verwaltung vertraulicher Informationen", wie am Mittwoch aus einem Dokument des Staatsrates in Peking hervorging.

Stellenmarkt
  1. SAP HCM / SuccessFactors Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg
  2. Junior Content Operator (m/w/d)
    HV Fernsehbetriebs GmbH, Landshut
Detailsuche

Hintergrund ist unter anderem die Sorge der Regierung, dass im Ausland gehandelte chinesische Unternehmen von den dortigen Behörden gezwungen werden könnten, ihre wachsenden Datenmengen zur Verfügung zu stellen. Die neuen Vorschriften sollen die Vertraulichkeit und die Verantwortung für die Sicherheit von Informationen für im Ausland gehandelte Unternehmen regeln, heißt es in der Ankündigung.

Die Aufsicht über solche Aktienunternehmen werde verschärft, "um mit Risiken und Notfällen umzugehen". Auch müsse das System, wie chinesische Kapitalmarktgesetze im Ausland angewendet und verfolgt werden, verbessert werden. Ferner sollen die Vorschriften für die Zulassung von Börsengängen chinesischer Firmen im Ausland überarbeitet werden, so das umfängliche Dokument der Regierung.

Vorgehen folgt auf Didi-Auslistung

Die Ankündigung folgt auf das überraschende Vorgehen der Behörden gegen den führenden chinesischen Fahrdienstvermittler Didi Chuxing. Der Uber-Rivale war vergangene Woche in New York an die Börse gegangen, obwohl ihm die Cyber-Aufsicht nach Presseberichten eine Verschiebung nahegelegt hatte. Kurz nach dem erfolgreichen Börsengang starteten die chinesischen Behörden Ermittlungen wegen Verstößen beim Umgang mit gesammelten Daten, woraufhin der Aktienkurs massiv einbrach.

Hacking & Security: Das umfassende Handbuch. 2. aktualisierte Auflage des IT-Standardwerks (Deutsch) Gebundene Ausgabe
Golem Akademie
  1. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
  2. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
Weitere IT-Trainings

Die Sorge, was mit den wachsenden Datenmengen chinesischer Technologie-Unternehmen im Ausland passiert, äußerte auch der Sprecher des Pekinger Außenministeriums, Wang Wenbin, der die USA als "größte Gefahr für die globale Cybersicherheit" anprangerte. Er kritisierte die Überwachung der USA "daheim und im Ausland" und warf ihnen Datendiebstahl und Verletzung der Privatsphäre vor. "Es sind die USA, die Unternehmen gezwungen haben, Hintertüren zu installieren, und sich Nutzerdaten beschafft haben."

Die Zahl der in den USA gelisteten Unternehmen ist - ungeachtet der politischen Spannungen zwischen Washington und Peking - in den vergangenen sieben Monaten um 14 Prozent gestiegen, berichtete die Hongkonger Zeitung South China Morning Post. China habe in der ersten Jahreshälfte einen Anteil von einem Drittel aller Erlöse von Börsengängen weltweit - mehr als jedes andere Land. Rund 250 Unternehmen sind in den USA gelistet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
CDU-Sicherheitslücke
Juristische Drohungen schaden der IT-Sicherheit

Dass eine Person, die verantwortungsvoll eine Sicherheitslücke gemeldet hat, dafür juristischen Ärger bekommt, ist fatal und schadet der IT-Sicherheit.
Ein IMHO von Hanno Böck

CDU-Sicherheitslücke: Juristische Drohungen schaden der IT-Sicherheit
Artikel
  1. Kritik der Community: Microsoft schaltet Kommentare unter Windows-11-Video ab
    Kritik der Community
    Microsoft schaltet Kommentare unter Windows-11-Video ab

    In einem Youtube-Video verteidigt Microsoft die Bedingungen von Windows 11. Die Community ist außer sich, Kommentare werden geblockt.

  2. Connect-App: CDU zeigt offenbar Hackerin nach Melden von Lücken an
    Connect-App  
    CDU zeigt offenbar Hackerin nach Melden von Lücken an

    Nach dem Auffinden einer Lücke in einer CDU-App zeigt die Partei nun die Finderin an. Der CCC will deshalb keine Lücken mehr an die CDU melden.

  3. Datenübertragung: Flüssigkernfaser könnte Glasfaser ersetzen
    Datenübertragung
    Flüssigkernfaser könnte Glasfaser ersetzen

    Schweizer Forscher haben eine Faser entwickelt, die Daten genauso gut überträgt wie eine Glasfaser, aber dieser gegenüber Vorteile hat.

Weitsicht0711 08. Jul 2021 / Themenstart

Um unsere kosten zu senken und kurzfristige Rendite zu erhalten, haben wir doch gerne...

mars96 07. Jul 2021 / Themenstart

Es ist schon lächerlich das ausgerechnet China jetzt die Datenschutzflagge hoch hält. Im...

fanreisender 07. Jul 2021 / Themenstart

Das Ganze war eine Einbahnstraße, solange chinesische Firmen weit zurück lagen. In dem...

Kommentieren



  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Speicherwoche bei Saturn Samsung • Robas Lund DX Racer Gaming-Stuhl 153,11€ • HyperX Cloud II Gaming-Headset 59€ • Bosch Professional Werkzeuge und Messtechnik • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • 60 Jahre Saturn-Aktion [Werbung]
    •  /