Börse: Amazon erwartet nachlassenden Online-Shopping-Boom

Der Onlinehändler und Cloud-Anbieter Amazon kann zwar Umsatz und Gewinn weiter massiv steigern. Die Prognose sieht aber nicht mehr so gut aus.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Amazon erwartet einen Rückgang beim Onlineshopping.
Amazon erwartet einen Rückgang beim Onlineshopping. (Bild: Lucas Jackson/File Photo/Reuters)

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon rechnet nach Rekorderlösen in der Coronakrise mit einem Abflauen des Shoppingbooms im Internet. Der Konzern überraschte Anleger am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit einer verhaltenen Prognose für das laufende Vierteljahr. Die Aktie geriet nachbörslich zeitweise mit mehr als sieben Prozent ins Minus. Kein optimaler Einstand für den neuen Vorstandschef Andy Jassy, der das Spitzenamt Anfang des Monats von Konzerngründer Jeff Bezos übernahm.

Im abgelaufenen zweiten Quartal (PDF) profitierte Amazon zwar weiter vom Trend zum Einkauf im Internet und von florierenden Cloud-Diensten, verfehlte die hohen Markterwartungen aber dennoch.

In den drei Monaten bis Ende Juni steigerte der Konzern den Nettogewinn im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro). Die Erlöse wuchsen um 27 Prozent auf 113,1 Milliarden Dollar und knackten im dritten Quartal in Folge die 100-Milliarden-Marke. Im Heimatmarkt Nordamerika lag das Wachstum aber nur bei 22 Prozent.

Weniger Onlineshopping erwartet

Angesichts der ohnehin schon hohen US-Verbraucherausgaben und des diesmal ins zweite Quartal vorgezogenen Prime Day hatten Analysten mit besseren Geschäften gerechnet. Zu Enttäuschung führte aber besonders die Prognose für das laufende Vierteljahr. Der Konzern stellte Erlöse von bis zu 112 Milliarden Dollar in Aussicht, was einer deutlichen Abschwächung des Wachstums auf maximal 16 Prozent entspricht - für Amazons Verhältnisse bescheiden. Finanzchef Brian Olsavsky betonte in einer Konferenzschalte, dass die Messlatte durch die starken Ergebnisse im Vorjahr besonders hoch liege.

Angesichts zunehmender Corona-Impfungen dürften die Kunden laut Olsavsky wieder stärker im klassischen Einzelhandel einkaufen gehen - wenngleich die Delta-Variante des Virus wieder neue Ungewissheit verursache. Amazons Investoren müssen sich jedenfalls auf Abstriche einstellen. Allerdings wies die Bilanz auch einige große Stärken auf. So erhöhte Amazons - wegen ihrer hohen Gewinnspannen lukrative - Cloud-Plattform AWS die Erlöse um 37 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar.

Zudem entwickelt sich das Geschäft mit Onlinewerbung zu einer immer wichtigeren Ertragsstütze. Die Sparte, in der diese Einnahmen ausgewiesen werden, steigerte den Umsatz im jüngsten Quartal um 87 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar. Es war das letzte volle Vierteljahr, in dem Gründer Bezos als Vorstandschef die Geschäfte führte. Am 5. Juli übergab der Topmanager an Jassy, der zuvor für die Cloud-Dienste verantwortlich war. Als Vorsitzender des Verwaltungsrats dürfte der Einfluss von Bezos im Konzern allerdings auch in Zukunft groß bleiben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ungewöhnlicher Kundenservice
Wie ich meine neuen Kopfhörer mit dem Hammer zerschlug

Normalerweise muss man sich in einem Garantiefall nicht dabei filmen, wie man das defekte Produkt zerstört. Ich schon - nur so bekam ich einen Ersatz für meinen Kopfhörer.
Ein Erfahrungsbericht von Tobias Költzsch

Ungewöhnlicher Kundenservice: Wie ich meine neuen Kopfhörer mit dem Hammer zerschlug
Artikel
  1. Deutschland auf Platz 3: Millionen von SSH-Servern anfällig für Terrapin-Angriff
    Deutschland auf Platz 3
    Millionen von SSH-Servern anfällig für Terrapin-Angriff

    Allein in Deutschland gibt es mehr als eine Million über das Internet erreichbare SSH-Server, die nicht gegen Terrapin gepatcht sind.

  2. Festnetz- und Mobilfunk: Telefónica beginnt Massenentlassungen in Spanien
    Festnetz- und Mobilfunk
    Telefónica beginnt Massenentlassungen in Spanien

    Von 16.500 Arbeitsplätzen beim Telefónica-Mutterkonzern soll rund ein Fünftel verschwinden. Der Stellenabbau betrifft vor allem Ältere.

  3. Streamer: Twitch verbietet vorgetäuschte Nacktheit
    Streamer
    Twitch verbietet vorgetäuschte Nacktheit

    Schwarze Balken über der scheinbar nackten Brust? Nicht erlaubt! Selbst wenn Unterwäsche hervorblitzt, verbietet Twitch solche Darstellungen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P3 Plus 4 TB + Acronis 194,83€ • MediaMarkt & Saturn: Gutscheinheft mit Rabattaktionen und 3 Games für 49€ • Alternate: Thermaltake-Produkte im Angebot • HP Victus 15.6" 144Hz (i5-13420H, 16 GB, RTX 3050) 777€ • MindStar: Corsair Vengeance RGB 64 GB DDR5-6000 199€ [Werbung]
    •  /