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Boeing und SpaceX: Experten warnen vor Sicherheitsmängeln bei Raumfähren

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will endlich wieder US-Astronauten in US-Raumschiffen zur ISS bringen. Doch eine Expertenkommission schätzt die Raumfähre von Boeing und SpaceX für bemannte Flüge zur ISS als nicht sicher genug ein.

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Raumfähre CST-100 an der ISS
Raumfähre CST-100 an der ISS (Bild: Boeing)

Fliegt SpaceX dieses Jahr Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS (International Space Station)? Eine Expertenkommission hat Sicherheitsbedenken und empfiehlt der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa), erst dann zu zertifizieren, wenn die Ursache für die Explosion einer Falcon-9-Rakete besser verstanden ist.

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Die Rakete war am 1. September 2016 bei einem statischen Triebwerkstest auf der Startrampe explodiert. Ursache war ein Versagen des Heliumdrucksystems im Sauerstofftank der zweiten Stufe. Das Helium gleicht das fehlende Volumen des verbrauchten Treibstoffs während des Fluges aus. Es lagert in einem speziellen Druckbehälter, einem Composite Overwrapped Pressure Vessel (COPV). Der besteht aus einem Stahlbehälter mit einer Hülle aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff.

Sauerstoff entzündete sich

Nach dem Bericht des Aerospace Safety Advisory Panel (ASAP), einem Gremium aus sechs unabhängigen Sicherheitsexperten, wurde flüssiger Sauerstoff zwischen der Umhüllung und dem Metallbehälter eingeschlossen und entzündete sich dann, durch Reibung oder aus einem anderen Grund.

SpaceX kündigte an, die COPVs zu verändern, und zu verhindern, dass sie wieder vergleichbaren Bedingungen ausgesetzt sind. Die Nasa untersucht die neuen COPVs, um herauszufinden, wie diese reagieren, wenn sie mit flüssigem Sauerstoff in Berührung kommen.

Nasa soll SpaceX erst nach erfolgreich abgeschlossenen Tests zulassen

Erst nach Abschluss dieser Tests könne die Nasa bemannte Raumflüge durch SpaceX zulassen, erklärte das ASAP. "Unseres Ansicht nach ist ein angemessenes Verständnis des Verhaltens des COPV in kryogenem Sauerstoff eine absolut notwendige Voraussetzung für eine mögliche Zertifizierung für die bemannte Raumfahrt." Für den Fall, dass die Tests nicht erfolgreich verlaufen, arbeiten Nasa und SpaceX an einem Druckbehälter ohne Verbundwerkstoffe. Ein solcher Tank werde jedoch schwerer, weshalb dann die Tragkonstruktion im Sauerstofftank verändert werden müsse, sagt das ASAP.

Das ASAP hat aber nicht nur bei SpaceX Sicherheitsbedenken, sondern auch bei Boeing. Das Gremium bezweifelt, dass die beiden Unternehmen die nötigen Sicherheitsanforderungen für bemannte Flüge zur ISS erfüllen. Danach darf es bei 270 Flügen einen Unfall geben, bei dem ein Besatzungsmitglied schwer verletzt oder getötet wird (Loss of Crew, LOC). Beim Start und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre darf das Risiko bei höchstens 1 zu 500 betragen.

SpaceX und Boeing sollen Astronauten zur ISS bringen

Die Nasa hatte 2014 Boeing und SpaceX mit der Entwicklung von Raumfähren beauftragt, die Astronauten zur ISS und wieder zurück zur Erde bringen. Boeing hat dafür den CST-100 Starliner entwickelt, SpaceX den Crew-Dragon. Dragon transportiert bereits unbemannt Versorgungsgüter zur Raumstation.

Bis Mitte der 2020er Jahre sollen Boeing und SpaceX insgesamt 16 Flüge durchführen. Bisher hat die Nasa insgesamt vier Milliarden US-Dollar für dieses Programm bereitgestellt. Seit die Spaceshuttles 2011 außer Dienst gestellt wurden, fliegen alle Astronauten mit russischen Sojus-Raumschiffen zur Station.



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