Boeing: Starliner ist nach Softwareproblemen zurück auf der Erde

Eine erfolgreiche Landung hat den verkürzten Flug von Boeings neuem Raumschiff beendet. Neue Erkenntnisse deuten auf einen einfachen Softwarefehler als Ursache hin, der mehr Folgen hatte als zunächst angenommen.

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Das Starliner-Raumschiff landete sanft nach verpatztem Start.
Das Starliner-Raumschiff landete sanft nach verpatztem Start. (Bild: NasaTV / Screenshot (Golem.de))

Kurz vor 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist am Sonntag der CST-100-Starliner nach einem zweitägigem Flug auf der US-Militärbasis White Sands in New Mexiko gelandet. Der Testflug des neuen Boeing-Raumschiffs sollte ursprünglich zur Internationalen Raumstation ISS führen, wo es andocken und erst nach sieben Tagen zur Erde zurückkehren sollte.

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Diese Pläne wurden durch einen Softwarefehler beim Start vereitelt, weshalb das Raumschiff bereits am 22. Dezember 2019 zurückkehrte. Die Landung konnte in der Nacht nur mit Infrarotkameras verfolgt werden, verlief aber wie geplant. Eine halbe Stunde nach dem Bremsmanöver im Orbit landete die Kapsel dank der Airbags weich in der Wüste, nachdem sie an den drei Hauptfallschirmen zu Boden geschwebt war.

Das Raumschiff ruft die Zeit der Missionsuhr durch ein Interface von der Trägerrakete ab. Nach Aussagen zu weiteren Analysen während einer Pressekonferenz am Samstag las die Software dabei eine falsche Variable aus. Es gab keine Redundanz für diese wichtige Steuervariable. In der Folge befand sich das Raumschiff im falschen Flugmodus, wodurch die Flugsteuerung eine falsche Fluglage einnahm, die diese mit sehr vielen Korrekturmanövern einzuhalten versuchte.

In der Folge wurde eine Treibstoffbank der Korrekturtriebwerke vollständig geleert. Auch das notwendige Manöver zum Anheben der Flugbahn verbrauchte mehr Treibstoff, so dass am Ende nicht genug Treibstoff für einen Flug zur ISS verblieb. Außerdem überhitzten die Triebwerke über ihre vom Hersteller festgelegten Grenzen hinaus, durch die zu große Zahl von Korrekturmanövern in kurzer Zeit. Die falsche Fluglage verhinderte außerdem den Kontakt mit den TDRS-Relaissatelliten, über die neue Steuerbefehle übermittelt werden sollten, die das Raumschiff nicht erreichten. Zunächst wurde vermutet, das sich das Raumschiff im Funkloch zwischen zwei Satelliten befand.

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Eine Reihe von Testzielen konnte nicht erreicht werden, darunter die sichere Annäherung an die Internationale Raumstation und das Dockingmanöver. Ebenso konnten 270 Kilogramm Fracht an Bord der Kapsel nicht ausgeliefert werden. Eine reguläre Mission mit Besatzung an Bord würde unter gleichen Umständen als gescheitert gelten. Als Testmission stellt sie jedoch einen partiellen Erfolg dar. Die Nasa hat sich noch nicht dazu geäußert, ob vor dem ersten Flug mit dreiköpfiger Besatzung noch ein weiterer Testflug durchgeführt werden muss. Laut Punkt 3.2.7.3 des Vertrages mit der Nasa muss der Testflug die automatisierte Annäherung und Docking mit der ISS demonstrieren.

Der nächste Flug einer Besatzung zur ISS ist für Februar 2020 geplant. Eine zweiköpfige Crew soll an Bord eines Dragon-Raumschiffs eine zweiwöchige Mission zur ISS fliegen. Zuvor muss das Dragon-Raumschiff von SpaceX allerdings noch einen Startabbruchtest am 11. Januar 2020 absolvieren. Die Nasa gab sich damit zufrieden, dass Boeing diesen Test nur simuliert. Außerdem gewährte die Behörde für den ersten Starliner-Flug ein drittes Besatzungsmitglied, nachdem ursprünglich auch der Starliner zunächst nur mit zwei Personen fliegen sollte.

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das-emu 23. Dez 2019

Das ist doch keine ernstgemeinte frage? Damit kann mam sich bei der NASA bewerben.

captain_spaulding 23. Dez 2019

Wieso der Programmierer und nicht der Tester oder der Architekt oder sonstwer? An einem...

stoney0815 22. Dez 2019

Wiedereintritt ist ja schon unangenehm genug, da muss es nicht auch noch die harte Lande...

Frank... 22. Dez 2019

Sie wollen uns sagen, dass der Autor noch unterkoffeiniert war. ;) Die Triebewerke...



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