Boeing: FAA nennt Anforderungen für die Wiederzulassung der 737 Max

Boeing muss die Software überarbeiten und zwei Kabel anders verlegen, bevor die Flugzeuge von Typ 737 Max wieder starten dürfen.

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Boeing 737 Max: 45 Tage Einspruchsfrist
Boeing 737 Max: 45 Tage Einspruchsfrist (Bild: Acefitt/Wikimedia/CC-BY-SA 4.0)

Nach zwei Abstürzen dürfen alle Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737 Max nicht mehr starten. Wenn Boeing mehrere Änderungen am Flugzeug vornimmt, will die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) die Boeing 737 Max wieder zulassen.

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Die FAA hat eine 96 Seiten umfassenden vorläufigen Untersuchungsbericht sowie eine Lufttüchtigkeitsanweisung zu dem Flugzeugtyp veröffentlicht. Darin fordert die Behörde Veränderungen in der Konstruktion und im Betriebsablauf.

Boeing muss die Software ändern

Die wichtigste Änderung betrifft dabei die Flugsteuerungssoftware. Ein Fehler im Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) hatte zu den Abstürzen im Oktober 2018 und im März 2019 geführt.

Das System war eingeführt worden, nachdem die 737 neue, größere Triebwerke bekommen hatte. Durch den Schub der Triebwerke kann die Nase des Flugzeugs angehoben werden, besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten. Wenn der Anstellwinkel eines Flugzeugs jedoch zu zu stark nach oben abweicht, kann es zu einem Strömungsabriss kommen, bei dem die Flügel den Auftrieb verlieren.

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Das MCAS wurde entwickelt, um den Piloten die Gegenmaßnahmen zum Teil abzunehmen und die Steuerung des Flugzeugs zu erleichtern. Doch bei den beiden Unfallmaschinen reagierte das System auf fehlerhafte Sensordaten, was schließlich zum Absturz führte. Das Problem war, dass die Piloten nicht über das System Bescheid wussten - Boeing hatte seine Einführung verheimlicht, um die langwierige Umschulung zu umgehen. Die Piloten der beiden abgestürzten Maschinen sahen sich also mit einem unbekannten Problem konfrontiert.

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Boeing soll das Handbuch überarbeiten

Die FAA fordert deshalb eine Überarbeitung der Flugsteuerungssoftware. Dazu gehört, dass das MCAS Daten von mehreren Sensoren erhält und nicht mehr von einem. Daneben soll es eine veränderte Bildschirmanzeige geben, die den Piloten abweichende Sensordaten verständlich darstellt. Boeing soll das Handbuch überarbeiten und die Schulung der Flugbesatzung verbessern. Schließlich fordert die Behörde noch eine bauliche Veränderung: Zwei Kabelbäume verlaufen zu nahe beieinander. Boeing soll sie aus Sicherheitsgründen anders führen.

Nach der Veröffentlichung der Dokumente gibt es eine 45-tägige Einspruchsfrist, erst dann werden die darin geforderten Änderungen für Boeing verpflichtend. Einiges davon hat Boeing bereits umgesetzt. Die Untersuchung der 737 Max hat nach Angaben der FAA bis jetzt 18 Monate gedauert. Beteiligt waren über 40 Ingenieure, Piloten und technisches Personal.

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