Boeing 737 Max: Boeing-Mitarbeiter zertifizierten ihre eigene Arbeit
Wenn sich der zu Zertifizierende selbst zertifiziert: Das US-Verkehrsministerium hat das Verfahren um die Zulassung des Verkehrsflugzeugs Boeing 737 Max untersucht. Dabei fanden die Ermittler "Schwächen in den Zertifizierungs- und Delegationsprozessen " bei der Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA).
So sei zwar der übliche Zertifizierungsprozess für die Passagiermaschine eingehalten worden, heißt es in dem Untersuchungsbericht des US-Verkehrsministeriums(öffnet im neuen Fenster). Allerdings habe der Prozess selbst Schwächen. Der Bericht listet 14 Punkte auf, die verbessert werden sollen.
Der FAA fehlt es an Verständnis des MCAS
So fanden die Ermittler heraus, dass die FAA kein vollständiges Verständnis des Maneuvering Characteristics Augmentation Systems (MCAS) hatte. Ein Fehler in diesem System gilt die Ursache von zwei Abstürzen im Oktober 2018 und im März 2019.
Außerdem bemängelt der Untersuchungsbericht "Management- und Aufsichtsschwächen". So lagert die FAA die Zertifizierung von Flugzeugen aus Personalmangel teilweise an Unternehmen aus. Organization Designation Authorization (ODA) heißt das Programm.

An ODA beteiligt ist auch Boeing. Das habe aber dazu geführt, dass die Boeing-Beschäftigten Systeme, die sie selbst entwickelt hatten, auch zertifizierten. Der ODA-Prozess und die Struktur von Boeing stellten nicht sicher, dass die ODA-Mitarbeiter ausreichend unabhängig seien, heißt es in dem Bericht. Zu den 14 Punkten gehört unter anderem, dass die FAA untersuchen solle, wie oft es vorkomme, dass Beschäftigte von Luftfahrtunternehmen die Sicherheit ihrer eigenen Arbeit zertifizierten.
Nach den Abstürzen im Oktober 2018 und im März 2019, bei denen 346 Menschen starben, wurde ein weltweites Flugverbot für die 737 verhängt. In den fast zwei Jahren hat Boeing die Systeme der 737 Max überarbeitet. Die FAA hob Ende des vergangenen Jahres das Betriebsverbot auf. Allerdings bestehen Zweifel, ob die Maßnahmen ausreichen.
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