Abo
  • Services:
Anzeige
Der Cyborg Neil Harbisson hört Farben.
Der Cyborg Neil Harbisson hört Farben. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Wenn sich jemand in das System hackt

Harbisson ist ein Außerirdischer und das nicht nur, weil er sich inzwischen Bilder der Weltraumstation ISS auf seine Antenne schicken lässt. Er wirkt wie ein Geschöpf aus dem Kuriositätenkabinett, das stets für Selfies bereit steht. Weil man ja "jetzt auch nochmal eins mit dem iPhone" will. Sobald das letzte Bild aber geschossen ist, lässt Harbisson für einen Moment die Kunst Kunst sein und erzählt von den Wehen seiner Transformation. Dass es fünf Monate gedauert habe, sich an den neuen Sinn zu gewöhnen. Dass er permanent fürchtete, dass das Gehirn oder der Körper das Implantat abstoßen würden. Und dass einmal sich jemand sogar in sein System hackte und ihn mit Sinneseindrücken überflutete. "Aber auch das war eine Erfahrung", sagt Harbisson, lächelt wie eine Sphinx und verabschiedet sich zurück in seine Künstlerrolle. Ob das souverän oder gequält wirken sollte? Ich vermag es nicht zu durchschauen.

Hackers, Break My Heart

Auch Enno Park erzählt, wie angreifbar die Technik in seinem Gehör ist. "Ein halbwegs talentierter 14-jähriger kann sich mit einem Arduino-Chip in mein Cochlea-Implantat hacken", sagt er. Und erst im März dieses Jahres rief die IT-Sicherheitsforscherin Marie Moe, selbst Trägerin einer Herzschrittmachers, dazu auf, Schrittmacher und andere Implantate zu hacken, um zu zeigen, wie unsicher medizinische Implantate sind. Die Überschrift des Artikels: "Go Ahead, Hackers. Break My Heart". Eine klare Ansage.

Anzeige

Nur was bedeutet das für die Idee des Ich 2.0, wenn selbst medizinisch getestete Geräte so leicht zu manipulieren sind? Was macht es mit mir, wenn ich nicht nur die Kontrolle über meine Geräte, meine Daten verliere, sondern auch die über meinen Körper?

Einer, der darüber inzwischen viel nachdenkt, ist Stefan Greiner. Er war selbst ein Cyborg. In der rechten Hand trug er einen RFID-Chip, im linken Ringfinger einen kleinen Magneten, doch inzwischen lagert beides aber im Deutschen Hygienemuseum als Ausstellungsstück. Als ich ihn einige Tage nach dem Vortrag von Harbisson treffe, sitzt er - wenn man die Brille außer Acht lässt - ganz ohne technische Verbesserung vor mir. Nicht Sicherheitsbedenken, sondern Untersuchungen mit einem MRT waren der Grund für das Entfernen der beiden Geräte. "Ich hatte schlichtweg Schiss, dass die starken Magnete des MRT mir die Implantate um die Ohren fliegen lassen würden", erklärt Greiner. Hinter sein Dasein als Cyborg muss er also ein a.D. kleben. Zumindest vorerst.

Greiner ist skeptischer geworden, was die Idee der Mensch-Maschine angeht. Die Möglichkeiten des RFID-Chips fand er enttäuschend. Auch viele Geräte, die er aktuell in der Szene sieht, seien vor allem Fetisch. Zudem sieht er eine Menge ungelöster Fragen für die Zukunft der Mensch-Maschine: "Was passiert, wenn zum Beispiel der Hersteller deines Devices pleite geht? Wer übernimmt dann die Verantwortung?", fragt er.

Dennoch will er nicht ausschließen, irgendwann wieder einen Magneten unter der Haut zu tragen. Spannend sei es gewesen, die Welt auf neue Weise zu erfahren, kurios die Momente, wenn die Hand den Diebstahlschutz im Kaufhaus erspürt. Dass sich ein gesunder Mensch aber den Arm absägen lässt, um sich Technik in seinen Körper implantieren zu lassen, daran glaubt er nicht. Ähnliches hatte auch zuvor schon Enno Park gesagt: "Gegen die Natur können wir nicht anstinken."

 Eine Gesellschaft der Mischwesen aus Technik und BiologieWas heißt es genau, Mensch zu sein? 

eye home zur Startseite
TrollNo1 24. Feb 2017

Wir sind die Borg, Sie werden assimiliert werden. Wiederstand ist zwecklos!

TrollNo1 24. Feb 2017

Bei der WM den Typen im Autokorso mit dem falschen Gejubel angesprochen und schon haste...

Vielfalt 24. Feb 2017

Menschen sind gerade dabei sich sehr unbedeutend zu machen. Ist vielleicht auch ganz gut...

Phantom 23. Feb 2017

Und ich spüre den Drang in meinen Dingern irgendetwas auf der TaStatur zu schreiben...

xxsblack 23. Feb 2017

1 Milliarde Supermans auf der Welt, aber alle haben dennoch ein riesen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Spectra-Physics, Rankweil (Österreich)
  2. Bechtle GmbH IT-Systemhaus, Nürtingen
  3. Robert Bosch Elektronik GmbH, Salzgitter
  4. Bosch Service Solutions Magdeburg GmbH, Berlin


Anzeige
Top-Angebote
  1. bis zu 41% reduziert (u. a. Samsung 27 Zoll Curved 177€)
  2. 44,99€ statt 60,00€
  3. 79,99€ statt 119,99€

Folgen Sie uns
       

  1. Kabelnetz

    Vodafone liefert Kabelradio-Receiver mit Analogabschaltung

  2. Einigung erzielt

    EU verbietet Geoblocking im Online-Handel

  3. Unitymedia

    Discounter Easy kommt technisch nicht an das TV-Kabelnetz

  4. Rollenspielklassiker

    Enhanced Edition für Neverwinter Nights angekündigt

  5. Montagewerk in Tilburg

    Wo Tesla seine E-Autos für Europa produziert

  6. AUV

    US-Marine sucht mit Robotern nach verschollenem U-Boot

  7. Apple Watch

    WatchOS-1-App-Updates gibt es bis zum April 2018

  8. ZDF mit 4K-UHD

    Bergretter und Bergdoktoren werden in HLG-HDR ausgestrahlt

  9. Star Wars Battlefront 2

    Macht und Mikrotransaktionen

  10. Tether

    Kryptowährungsstartup verliert 31 Millionen Dollar



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Gaming-Smartphone im Test: Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
Gaming-Smartphone im Test
Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
  1. Razer Phone im Hands on Razers 120-Hertz-Smartphone für Gamer kostet 750 Euro
  2. Kiyo und Seiren X Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer
  3. Razer-CEO Tan Gaming-Gerät für mobile Spiele soll noch dieses Jahr kommen

Firefox 57: Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
Firefox 57
Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
  1. Mozilla Wenn Experimente besser sind als Produkte
  2. Firefox 57 Firebug wird nicht mehr weiterentwickelt
  3. Mozilla Firefox 56 macht Hintergrund-Tabs stumm

Smartphoneversicherungen im Überblick: Teuer und meistens überflüssig
Smartphoneversicherungen im Überblick
Teuer und meistens überflüssig
  1. Winphone 5.0 Trekstor will es nochmal mit Windows 10 Mobile versuchen
  2. Librem 5 Das freie Linux-Smartphone ist finanziert
  3. Aquaris-V- und U2-Reihe BQ stellt neue Smartphones ab 180 Euro vor

  1. Re: Endlich Medikamente im Ausland bestellen...

    Truster | 14:28

  2. Re: Bei aller liebe aber ...

    Steggesepp | 14:25

  3. Re: "Überforderung insbesondere kleiner und...

    Squirrelchen | 14:24

  4. Re: The machine that builds the machine

    DeathMD | 14:24

  5. Re: Fabriken sind so was von gestern

    Dwalinn | 14:23


  1. 14:14

  2. 12:57

  3. 12:42

  4. 12:23

  5. 11:59

  6. 11:50

  7. 11:34

  8. 11:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel