Abo
  • Services:
Anzeige
Der Cyborg Neil Harbisson hört Farben.
Der Cyborg Neil Harbisson hört Farben. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Eine Gesellschaft der Mischwesen aus Technik und Biologie

Park sieht sich selbst als Cyborg, seit er ein Cochlea-Implantat, eine Hörprothese, bekam. Übernimmt man seine Argumentation, so sind die 30.000 Menschen, die ein solches Gerät in Deutschland tragen, genauso Mensch-Maschinen. Zählt man noch Menschen mit Prothesen, Herz- und Hirnschrittmachern und implantierten Insulinpumpen hinzu, sind wir längst eine Gesellschaft der Mischwesen aus Technik und Biologie. Mit Elektroden, Magneten, Chips und Sensoren nicht nur Behinderungen auszugleichen, sondern Menschen zu verbessern, das erscheint wie der nächste, logische Schritt.

Anzeige

Der menschliche Anglerfisch

Es ist ein schwüler Montagnachmittag in Berlin, als ich einen Blick auf diese Vision werfen kann. Ein Mobilfunkkonzern hat zu einem Talk über das Internet der Dinge geladen und beiläufig soll es auch um Cyborgs gehen. Zehn Freiwillige können sich an einem Stand des Startup Digiwell kleine RFID-Chips in die Hand einsetzen. Auf den Chips lässt sich eine per Handy auslesbare Visitenkarte speichern oder gleich ein Code, um spezielle Türschlösser zu öffnen.

Aber so sehr sich die Zuschauer um den kleinen Stand auch scharen, so schnell ist die Menge weg, als eine andere Attraktion die Hauptbühne betritt: Neil Harbisson, ein menschlicher Anglerfisch. Harbisson trägt ein bunt schillerndes Sakko, hat einen wasserstoffblonden Topfschnitt und ihm ragt eine Antenne aus dem Hinterkopf. Eine Antenne, die seine Welt in Farben taucht.

Harbisson wurde ohne Farbsinn geboren und konnte die Welt nur in Grautönen sehen. 2004 ließ er sich eine spezielle Antenne implantieren. Diese registriert Farben und wandelt sie in hörbare Vibrationen um, die sie direkt an den Schädel von Harbisson weitergibt. Blau und Rot klingen bassig, Gelb und Grün quietschen. So kamen vor zwölf Jahren über einen Umweg die Farben in Harbissons Leben. Und damit auch der Hype. Hunderte Male hat Harbisson von seinem Leben als Cyborg erzählt - TED und Co. listen dutzende Vorträge von ihm als Video. In Berlin spult er in gelangweilter Routine seine Geschichte vom Leben als Cyborg herunter. Und dennoch sind die Leute gebannt. Zu fremd sind die zwei Welten, von denen er erzählt.

Da ist einerseits die Zeit vor der Antenne, in der er Fahnen wie die von Irland, Frankreich und Italien nicht unterscheiden konnte, weil die Farben in Grautönen identisch aussehen. Selbst sein Sprachverständnis, so sagt er, war ein anderes, weil Wortschöpfungen wie Gelbe Seiten, Greenpeace und Pink Panther in seinem grauen Alltag keinen Sinn ergaben. Und andererseits ist da die Welt, die an Harbissons klingender Antenne hängt und die sein Heute bestimmt. Bunte Supermärkte und Obstsalate wummern in seinem Kopf wie ein Rave. Gemälde, Mode, Gesichter haben alle einen eigenen Klang. Ja, Harbisson kann sogar Dinge hören, die für den normalen Menschen unsichtbar sind, weil er das Farbspektrum seiner Antenne auf ultraviolette Farben erweitert hat.

"Ich möchte meine Sinne neu definieren", sagt Harbisson und wird kurzzeitig euphorisch. Er erzählt von seiner Schwester im Geiste, Moon Ribas, die einen Vibrator an ihrem Ellenbogen hat, der sie spüren lässt, wenn irgendwo auf der Welt ein Erdbeben geschieht. Harbisson selbst sprengt räumliche Grenzen, indem er fünf Auserwählten erlaubt, über das Internet ihm Fotos zu schicken, die seinen Kopf zum Klingen bringen. So sei er stets an mehreren Orten zugleich. Je mehr Harbisson aber über solche Formen der Augmentation spricht, desto schwerer fällt es mir, seine Erfahrungen als die Zukunft für mich, den Durchschnitt, zu sehen.

 Bodyhacking: Ich, einfach unverbesserlichWenn sich jemand in das System hackt 

eye home zur Startseite
TrollNo1 24. Feb 2017

Wir sind die Borg, Sie werden assimiliert werden. Wiederstand ist zwecklos!

TrollNo1 24. Feb 2017

Bei der WM den Typen im Autokorso mit dem falschen Gejubel angesprochen und schon haste...

Vielfalt 24. Feb 2017

Menschen sind gerade dabei sich sehr unbedeutend zu machen. Ist vielleicht auch ganz gut...

Phantom 23. Feb 2017

Und ich spüre den Drang in meinen Dingern irgendetwas auf der TaStatur zu schreiben...

xxsblack 23. Feb 2017

1 Milliarde Supermans auf der Welt, aber alle haben dennoch ein riesen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. DRÄXLMAIER Group, Vilsbiburg bei Landshut
  2. Syna GmbH, Frankfurt am Main
  3. Robert Bosch GmbH, Abstatt
  4. Werner Sobek Group GmbH, Stuttgart


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Warcraft Blu-ray 9,29€, Jack Reacher Blu-ray 6,29€, Forrest Gump 6,29€, Der Soldat...
  2. 16,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€ Einkauf + 3€ Versand)
  3. 39,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       

  1. Heiko Maas

    "Kein Wunder, dass Facebook seine Vorgaben geheim hält"

  2. Virtual Reality

    Oculus Rift unterstützt offiziell Roomscale-VR

  3. FTP-Client

    Filezilla bekommt ein Master Password

  4. Künstliche Intelligenz

    Apple arbeitet offenbar an eigenem AI-Prozessor

  5. Die Woche im Video

    Verbogen, abgehoben und tiefergelegt

  6. ZTE

    Chinas großes 5G-Testprojekt läuft weiter

  7. Ubisoft

    Far Cry 5 bietet Kampf gegen Sekte in und über Montana

  8. Rockstar Games

    Waffenschiebereien in GTA 5

  9. Browser-Games

    Unreal Engine 4.16 unterstützt Wasm und WebGL 2.0

  10. Hasskommentare

    Bundesrat fordert zahlreiche Änderungen an Maas-Gesetz



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Blackberry Keyone im Test: Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
Blackberry Keyone im Test
Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
  1. Blackberry Keyone kommt Mitte Mai
  2. Keyone Blackberrys neues Tastatur-Smartphone kommt später

The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Vernetzte Hörgeräte und Hearables: Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
Vernetzte Hörgeräte und Hearables
Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
  1. Polar Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung
  2. The Dash Pro Bragis Drahtlos-Ohrstöpsel können jetzt auch übersetzen
  3. Beddit Apple kauft Schlaf-Tracker-Hersteller

  1. Re: Anbindung an Passwortmanager

    Vanger | 23:26

  2. Re: Mal ne dumme Gegenfrage:

    Apollo13 | 22:54

  3. Re: Diese ganzen Online DLCs nerven langsam!

    TC | 22:45

  4. Re: Siri und diktieren

    rabatz | 22:37

  5. Re: Machen wir doch mal die Probe aufs Exempel

    Phantom | 22:31


  1. 12:54

  2. 12:41

  3. 11:44

  4. 11:10

  5. 09:01

  6. 17:40

  7. 16:40

  8. 16:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel