Abo
  • IT-Karriere:

Bodycams: Datenschutzbeauftragter kritisiert Speicherung bei Amazon

Bodycam-Videos sollen nicht in der Amazon-Cloud, sondern bei einem deutschen Anbieter gespeichert werden, fordert der Bundesdatenschutzbeauftragte. Er befürchtet unter anderem einen Zugriff von US-Behörden.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Wo werden die Aufnahmen der Bodycam gespeichert?
Wo werden die Aufnahmen der Bodycam gespeichert? (Bild: fsHH/Pixabay)

Die Bundespolizei speichert die Aufnahmen, die mit Bodycams erstellt wurden, auf Servern des US-Konzerns Amazon. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber kritisiert die Praxis der Bundespolizei und fordert, sofort zu einem deutschen Cloud-Anbieter zu wechseln und die sensiblen Aufnahmen der Bodycams dort zu speichern.

Stellenmarkt
  1. Hans Soldan GmbH, Essen
  2. Bayerische Versorgungskammer, München

"Wir haben bereits 2018 der Bundespolizei und dem Bundesinnenministerium mitgeteilt, dass wir die Speicherung der Bodycam-Daten in der Amazon-Cloud für rechtswidrig halten", sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Kelber hat massive Datenschutzbedenken. Nach seiner Einschätzung kann ein Zugriff von US-Behörden auf die Daten nicht ausgeschlossen werden.

Bundespolizei verteidigt die Speicherung in der Amazon-Cloud

Die Bundespolizei hat die Speicherung von Bildaufnahmen von Einsätzen der Beamten auf Servern von Amazon als Übergangslösung verteidigt. Dies sei so lange notwendig, bis bundeseigene und für diesen Zweck geeignete Clouds zur Verfügung stünden, sagte der Sprecher des Bundespolizeipräsidiums, Gero von Vegesack, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Sprecher stellte in dem Zusammenhang klar, dass die gefundene Lösung mit Amazon im Vorfeld über mehrere Monate gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) - letztlich mit positivem Ergebnis - geprüft worden sei.

Die in der Cloud hinterlegten Aufnahmen seien hoch verschlüsselt und ließen für sich genommen keine Zuordnung zu einzelnen Personen zu. Die Verknüpfung erfolge über eine den Aufnahmen jeweils zugewiesene laufende Nummer erst im internen Vorgangsbearbeitungssystem in der Behörde. Die Speicherfrist für die Bilder beträgt 30 Tage. Länger werden sie nur dann gespeichert, wenn sie als Beweismittel in einem Verfahren dienen.

Bis zum Jahresende sollen rund 1.100 Kameras an die Dienststellen ausgeliefert werden. Ende 2020 sollen dann alle 475 Dienststellen mit dann insgesamt 2.300 Bodycams ausgerüstet sein. Nach der Auswertung einer Erprobungsphase mit insgesamt 39 Kamerasystemen hatte sich die Bundespolizei für Geräte des Typs Motorola Si500 entschieden. Diese könnten gleichzeitig als Funkgerät und Kamera genutzt werden und bürdeten den Beamten weniger Last auf, erläuterte von Vegesack.

Baden-Württemberg und Bayern speichern nicht in der Cloud

Anders als die Bundespolizei speichern sowohl die bayerische als auch die baden-württembergische Polizei die Aufnahmen von Bodycams auf einem Server in der jeweiligen Polizeidienststelle. "Ein Zugriff auf die Daten von außerhalb des Polizeinetzes ist nicht möglich", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart.

Der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri kritisierte den Einsatz von Bodycams bei der Polizei. Damit werde in die Grundrechte von Bürgerinnen und Bürgern eingegriffen, weil jeder auf der Straße mit aufgenommen werden könne, sagte Petri dem Bayerischen Rundfunk. Zwar gebe es im neuen Polizeiaufgabengesetz klare Vorgaben für den Einsatz von Bodycams. "Allerdings ist diese Vorschrift nicht frei von verfassungsrechtlichen Bedenken."

Als Beispiel nannte Petri den Einsatz in Wohnungen. Das sei etwas, was man unter Umständen bei häuslicher Gewalt auch brauche. "Allerdings hätte man dann laut Grundgesetz eine richterliche Anordnung einholen müssen. Und das hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen", erklärte er.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Tales of Vesperia: Definitive Edition für 21,99€, Tropico 5: Complete Collection für 6...
  2. (u. a. Hitman 2 - Gold Edition, The Elder Scrolls V: Skyrim - Special Edition, Battlefield 1)
  3. (u. a. Grimm - die komplette Serie, Atomic Blonde, Die Mumie, Jurassic World)
  4. (u. a. Rasentrimmer, Multischleifer, Heckenscheren)

Kay_Ahnung 26. Mär 2019

Naja die Frage ist doch ob eine andere Lösung zwingend notwendig ist. Du tust hier ja so...

KOTRET 25. Mär 2019

DAS ist billige Polemik. Natürlich kann man das runterspielen, das Problem bleibt aber...

nixidee 25. Mär 2019

Brauchen sie ja nicht. Die Dinger haben wie üblich 32GB Speicher. Die Videos werden...


Folgen Sie uns
       


Bose Frames im Test

Die Sonnenbrille Frames von Bose hat integrierte Lautsprecher, die den Träger mit Musik beschallen können. Besonders im Straßenverkehr ist das offene Konzept praktisch.

Bose Frames im Test Video aufrufen
Timex Data Link im Retro-Test: Bill Gates' Astronauten-Smartwatch
Timex Data Link im Retro-Test
Bill Gates' Astronauten-Smartwatch

Mit der Data Link haben Timex und Microsoft bereits vor 25 Jahren die erste richtige Smartwatch vorgestellt. Sie hat es sogar bis in den Weltraum geschafft. Das Highlight ist die drahtlose Datenübertragung per flackerndem Röhrenmonitor - was wir natürlich ausprobieren mussten.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smart Watch Swatch fordert wegen kopierter Zifferblätter von Samsung Geld
  2. Wearable EU warnt vor deutscher Kinder-Smartwatch
  3. Sportuhr Fossil stellt Smartwatch mit Snapdragon 3100 vor

Projektmanagement: An der falschen Stelle automatisiert
Projektmanagement
An der falschen Stelle automatisiert

Kommunikationstools und künstliche Intelligenz sollen dabei helfen, dass IT-Projekte besser und schneller fertig werden. Demnächst sollen sie sogar Posten wie den des Projektmanagers überflüssig machen. Doch das wird voraussichtlich nicht passieren.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel


    Dark Mode: Wann Schwarz-Weiß-Denken weiterhilft
    Dark Mode
    Wann Schwarz-Weiß-Denken weiterhilft

    Viele Nutzer und auch Apple versprechen sich vom Dark Mode eine augenschonendere Darstellung von Bildinhalten. Doch die Funktion bringt andere Vorteile als viele denken - und sogar Nachteile, die bereits bekannte Probleme bei der Arbeit am Bildschirm noch verstärken.
    Von Mike Wobker

    1. Sicherheitsprobleme Schlechte Passwörter bei Ärzten
    2. DrEd Online-Arztpraxis Zava will auch in Deutschland eröffnen
    3. Vivy & Co. Gesundheitsapps kranken an der Sicherheit

      •  /