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Bodo eCard: Bodensee-Oberschwaben führt guthabenbasiertes E-Ticket ein

Der Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben hat das E-Ticket Deutschland eingeführt. Anders als bei vielen anderen Verbünden mit E-Ticket gibt es im Süden Deutschlands einige Vorteile für Kunden. Das System ersetzt die alte Bodocard und ist vergleichsweise transparent.

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Unsere Bodo eCard ist schon da.
Unsere Bodo eCard ist schon da. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund, kurz Bodo, das E-Ticket Deutschland in Form der Bodo eCard eingeführt. Das Ticket basiert auf dem Chip des Typs Mifare DESFire EV1 und arbeitet drahtlos. Das neue System ersetzt zugleich die alte Bodocard, die laut dem Verbund in die Jahre gekommen ist.

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Mit der eCard kann man im Verbund sowohl mit Bussen als auch Bahnen fahren. Der korrekte Preis einer Fahrt wird automatisch ermittelt. Dafür müssen sich Fahrgäste beim Einsteigen anmelden (Check-in) und beim Aussteigen abmelden (Check-out). Das gilt auch für Umsteigeverbindungen. Die Einführung war nicht ganz unproblematisch, so sollte die Karte am 10. Dezember 2017, also rechtzeitig zum deutschlandweiten Fahrplanwechsel, funktionsbereit sein. Das wurde dann auf den 22. Dezember 2017 verschoben. Interessant: Der Bodo entschuldigte sich für die Verzögerungen. Und wer bereits eine eCard hatte, konnte bis zum Jahreswechsel das Check-in- und Check-out-System benutzen. Die Fahrten wurden nicht berechnet. Das ist erst seit dem 1. Januar 2018 der Fall.

Vorbildlich viele Informationen finden sich in den Datenschutzerklärungen. Im Unterschied zu Verbünden wie dem VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg), die anfangs kategorisch ausgeschlossen haben, dass Bewegungsprofile erstellt werden, bis die ersten Verbundsmitglieder dabei erwischt wurden, Bewegungspunkte zu setzen, gibt der Bodo dies eindeutig zu. Im Transaktionslogbuch werden unter anderem Haltestelle und Liniennummer gespeichert. Aufgrund des Check-in- und Check-out-Systems dürften deutlich präzisere Bewegungsprofile auslesbar sein.

Auslesen von Bewegungspunkten möglich

Wie beim E-Ticket Deutschland üblich, kann jeder die Karte mit einem Smartphone auslesen. Eine Zugangsberechtigung gibt es nicht. Weitergehende Informationen über die eigenen Fahrten gibt es über das Kundenportal mit einer Verzögerung von drei bis fünf Tagen. Auffallend ist, dass der kleine Verkehrsverbund sehr viele Fragen im Vorfeld beantwortet, einen dedizierten Kundenservice bietet und den Kunden durchaus Fehler durchgehen lässt. Die Macher sind sich offenbar potenzieller Probleme bewusst.

Beim Berliner E-Ticket sind hingegen äußerst harte Vorfälle mit Fahrgästen bekanntgeworden, obwohl die Technik seit Jahren Probleme bereitet und die Fahrgäste mit den Verkehrsunternehmen und deren Fehlern umsichtig sein müssen.

Das E-Ticket selbst wird allerdings nicht überall ausgegeben. In Verbindung mit der Erstellung eines Online-Zugangs lässt sich die Karte aber vorab bestellen. Dabei müssen Inhaber nicht notwendigerweise fahren, da das Ticket übertragbar ist. Die Kosten für die Karte liegen bei 2 Euro. Allerdings wird per IBAN auch gleichzeitig Geld auf die Prepaid-Karte geladen und regelmäßig nachgeladen, sollte das Guthaben unter 5 Euro fallen. Wer das nicht will, der kann die Karte aber auch wieder kündigen. Wegwerfen sollte man sie allerdings nicht, denn sie kann in der Regel laut dem Verbund wieder aktiviert werden.

Auch das unterscheidet sie etwa vom E-Ticket Deutschland für Berlin. Die Karte kostet zwar nichts, allerdings verlangen die Unternehmen die Karte meist zurück, sonst werden 10 Euro fällig. Im Falle einer Ersatzkarte kann es teilweise sogar teurer werden. Das E-Ticket Deutschland kostet im Einkauf deutlich unter 1 Euro pro Karte. Der Bodo verlangt also einen fairen Preis, denn die Karte muss ja auch noch verwaltet werden.

Der Bodo deckt am Bodensee Städte wie Überlingen, Friedrichshafen und Lindau ab. Lindau ist allerdings erst kürzlich dem Verbund beigetreten, weswegen der östliche Bereich noch nicht richtig mit der eCard genutzt werden kann (PDF-Karte). Das ist insofern problematisch, weil damit die Rabatte auch nicht möglich sind. Einzelfahrausweise mit der eCard sind zwischen 10 und 20 Prozent billiger. Die Rabatte werden allerdings mit Einreichung der Papierfahrscheine nachträglich gewährt. Der Aufwand ist allerdings erstaunlich groß.

Vorerst können nur Gelegenheitsnutzer die Karte verwenden. Erst später soll es weitere Angebote geben. Ob das auch Zeitkarten beinhaltet, ist noch nicht bekannt. Für Touristen, die ein wenig vorplanen, bietet die Karte großes Potenzial, nicht nur wegen des Rabatts. Sie vereinfacht den Umgang mit dem Verbund und dessen Wabentarifsystem. Nutzer können im Prinzip einfach losfahren und sich spontan entscheiden, wann die Strecke zu Ende ist, was einer der großen Vorteile von E-Ticket-Systemen ist, in Deutschland aber erstaunlicherweise sehr selten im Einsatz ist. Die eCard ist zudem rund fünf Jahre gültig.



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