Bochum: Unitymedia kündigt erste Gigabit-Stadt an

Unitymedia fängt mit Docsis 3.1 im Ruhrgebiet an. Dabei arbeitet der Kabelnetzbetreiber mit den dortigen Stadtwerken zusammen.

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Arris, ein wichtiger Partner von Liberty/Unitymedia
Arris, ein wichtiger Partner von Liberty/Unitymedia (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Unitymedia macht die Ruhrgebietsstadt Bochum zur ersten Stadt in Deutschland, in der der TV-Kabelnetzbetreiber Gigabit-Zugänge mit Docsis 3.1 anbietet. Das gab das Unternehmen am 19. März 2017 bekannt. Die Tochter von Liberty Global wird am kommenden Montag mit Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) Bochum zur "ersten Gigabitcity Deutschlands" ausrufen, wie Golem.de von dem Unternehmen erfahren hat.

Der Zugang soll fast flächendeckend verfügbar sein. Eine Kooperation zwischen Unitymedia, der Stadt Bochum und den Stadtwerken Bochum wurde dazu geschlossen. In der Absichtserklärung vereinbarten die Partner eine gemeinsame Initiative Gigabit-City Bochum. Danach sollen bis Ende des Jahres 2018 mehr als 95 Prozent der Bochumer Haushalte und Unternehmen Internet mit bis zu 1 GBit/s angeboten bekommen. Preise wurden noch nicht genannt. Gegenwärtig bietet Unitymedia maximal 400 MBit/s an.

Datenraten um 1 GBit/s bis 2018

Damit führt der Netzbetreiber den neuen Übertragungsstandard Docsis 3.1 ein. Ab dem ersten Quartal 2018 können Bochumer Haushalte und Unternehmen den neuen Tarif buchen. Jedoch ist das TV-Kabelnetz meist nur in den Ballungszentren ausgebaut. Unitymedia erreicht über sein Netz vor Ort gegenwärtig nach eigenen Angaben rund 170.000 Haushalte, das sind rund 90 Prozent. Um unterversorgte Stadtgebiete mit Glasfaser zu erschließen, beantragt die Stadt Bochum Mittel für Infrastrukturmaßnahmen aus dem Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau.

Die Stadtwerke Bochum haben bereits 16.000 Wohneinheiten per Glasfaser angeschlossen. Bis Ende 2018 werden die Stadtwerke ihr Netz weiter ausbauen und Datenraten um 1 GBit/s anbieten. Laut Informationen der WAZ haben die Stadtwerke Bochum 10 Millionen Euro in ein Glasfasernetz investiert, das auch alle Studentenwohnheime der Stadt versorgt. Noch einmal 500.000 Euro werden für den weiteren Ausbau erforderlich. Rund 3.000 Haushalte und 800 Unternehmen erhalten bislang nicht einmal 30 MBit/s. Vereinbart ist auch eine gemeinsame Marketing-Kampagne, in der von Unitymedia und den Stadtwerken ein gemeinsames Logo Gigabit-City Bochum verwendet wird.

Gigaplan des Landes

"Nordrhein-Westfalen ist und bleibt das mit Abstand am besten versorgte Flächenland", sagte Duin. Das Bundesland soll bis zum Jahr 2026 flächendeckend an Glasfasernetze angeschlossen sein. Duin hatte im Januar 2017 mit Vertretern von Telekommunikationsbetreibern und Branchen- und kommunalen Spitzenverbänden in Düsseldorf das Aktionsbündnis Gigabit gegründet.

Laut Unitymedia-Chef Lutz Schüler werden "viele weitere Städte folgen". Liberty Global, der Mutterkonzern von Unitymedia in Deutschland, will den Ausbau des neuen Standards Docsis 3.1 beschleunigen. Ende des Jahres sollen europaweit die ersten Netzwerke zu dem Standard umgestellt worden sein. "Im Jahr 2018 werden dann die meisten Netzwerke in den Märkten migriert sein", wurde im März 2017 auf dem Cable Congress in Brüssel bekanntgegeben.

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Anonymer Nutzer 24. Okt 2017

Für Spiele braucht man keine Gigabit-Verbindung. Ein Streaming-Abo habe weder ich, noch...

Sharra 25. Mär 2017

Du vermischt hier, ganz gefährlich, 2 Begriffe. Backbone und Zugangsleitung. Der Backbone...

HubertHans 20. Mär 2017

Waerst du nicht. Der Upload ist dann mit ACK-Paketen zu, wenn du mit 400Mbit saugst...

Dwalinn 20. Mär 2017

Okay und die restlichen 10-30¤ wird über Steuern eingetrieben?



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