Bobby Kotick: US-Börsenaufsicht lädt Chef von Activision Blizzard vor

Die US-Börsenaufsicht ermittelt gegen Activision Blizzard, gleichzeitig hat eine weitere staatliche Stelle eigene Ermittlungen aufgenommen.

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Bobby Kotick, CEO von Activision Blizzard
Bobby Kotick, CEO von Activision Blizzard (Bild: Scott Olson/Getty Images)

Wenn die US-Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission, SEC) gegen ein Unternehmen ermittelt, wird es ernst - dann steht zumindest der Anfangsverdacht im Raum, dass das Management gegen Gesetze verstoßen hat.

Nun hat das Wall Street Journal erfahren, dass die SEC gegen Activision Blizzard ermittelt. Firmenchef Bobby Kotick und weitere leitende Mitglieder des Managements seien vorgeladen worden.

Außerdem habe die Börsenaufsicht Dokumente angefordert, darunter die Personalunterlagen von früheren Angestellten sowie die Aufzeichnungen der Kommunikation zwischen Kotick und anderen Personen.

Die Untersuchungen sind eine Folge der Klage des kalifornischen Departments of Fair Employment and Housing gegen Activision Blizzard wegen sexueller Übergriffe und Diskriminierung in der Belegschaft, die im Juli 2021 eingereicht wurde.

Die Börsenaufsicht interessiert sich vor allem dafür, ob sich das Management beim Umgang mit dem Fall an die Gesetze gehalten hat, etwa was die Information der Öffentlichkeit angeht.

Fast gleichzeitig mit den Ermittlungen der SEC wurde bekannt, dass die bei Blizzard für Rechtliches zuständige Claire Hart (Chief Legal Officer) das Unternehmen nach drei Jahren verlässt.

Hart soll sich auch um die rechtlichen Angelegenheiten von Activision gekümmert haben. Ob ihr Abgang im Zusammenhang mit den aktuellen Vorwürfen steht, ist nach Angaben von Gamesindustry allerdings unklar.

Auch die Equal Employement Opportunity Commission ermittelt

Außerdem wurde bekannt, dass eine weitere staatliche Stelle in den USA gegen Activision Blizzard ermittelt. Die Equal Employement Opportunity Commission geht ebenfalls der Frage nach, ob Frauen bei Activision Blizzard systematisch schlechter bezahlt wurden als ihre männlichen Kollegen.

Offenbar gibt es bereits Gespräche über einen Vergleich, der für den Spielepublisher eine Millionenzahlung vorsieht - weitere Details sind nicht bekannt.

Neben diesen Ermittlungen und Klagen gibt es außerdem mindestens eine Sammelklage von Aktionären gegen Activision Blizzard sowie eine Klage von Angestellten gemeinsam mit einer Gewerkschaft.

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