BND-Skandal: EU-Kommissar Oettinger testet Kryptohandy

Hat der US-Geheimdienst NSA die EU-Kommission ausspioniert? EU-Digitalkommissar Günther Oettinger verlangt darüber Auskunft von der Bundesregierung. Die Kommission ergreift schon einmal Vorsichtsmaßnahmen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Günther Oettinger (2014): Roaming-Kosten sollen abgeschafft werden.
Günther Oettinger (2014): Roaming-Kosten sollen abgeschafft werden. (Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images))

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) rechnet damit, dass seine Kommunikation von Geheimdiensten abgehört wird. Deshalb passe er sein Verhalten an, sagte der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft der Zeitung Bild am Sonntag (BamS). "Am Telefon spreche ich wirklich Vertrauliches nicht aus. In der Kommission testen wir gerade Krypto-Handys, die es den Abhörern schwer machen."

Im Zusammenhang mit der möglichen Ausspähung der EU-Kommission auch von Deutschland aus verlangt Oettinger Aufklärung seitens der Bundesregierung: "Wir haben ein berechtigtes Interesse zu erfahren, ob Spionage-Maßnahmen gegen die Kommission ergriffen wurden."

BND hört für die NSA ab

Der Bundesnachrichtendienst (BND) lässt den US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) an den über die Abhörstation in Bad Aibling abgefangenen Daten teilhaben. Die NSA übermittelt dazu Suchbegriffe, sogenannte Selektoren. Dazu gehören etwa Mobiltelefonnummern oder E-Mailadressen. Nach diesen Begriffen werden die vom BND gesammelten Daten durchsucht.

Die NSA soll - entgegen der Vereinbarung - mit Hilfe des BND Ziele wie die EU-Kommission und die französische Regierung ausgeforscht und Wirtschaftsspionage betrieben haben.

Oettinger will Roaming-Kosten abschaffen

Oettinger sagte der BamS zudem, er wolle Roaming-Gebühren in Europa abschaffen. "Auslandsgespräche soll es nur noch in Nicht-EU-Länder, also zum Beispiel in die USA oder Singapur geben", sagte der EU-Kommissar.

Geplant war, dass es ab dem kommenden Jahr keine Extrakosten für Telefonate, Surfen und SMS im EU-Ausland mehr geben sollte. Inzwischen gibt es aber unter den EU-Staaten einen Kompromissplan, nach dem niedrige Roaming-Kosten beibehalten werden sollen.

Das will Oettinger ändern: "Ich traue der EU aber zu, dass wir bis Ende Juni ein sinnvolles Telekommunikationspaket hinbekommen, das die Roaming-Gebühren für Telefonate, SMS und Internetdaten aus dem europäischen Ausland stufenweise in absehbarer Zeit abschafft."

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ernstl 26. Mai 2015

Herr Oettinger hat testweise mit einer Fachabteilung telefoniert und kein Wort...

spag@tti_code 26. Mai 2015

OEttinger bitte, mit OE. Mit "Ö" hat er ein Problem: seine Schreibmaschine kann noch...

Rulf 25. Mai 2015

ich schon, aber wenn du auf der straße hundert leute fragst, wie das auf ihrem handy...

Der Held vom... 25. Mai 2015

Damals bestand die Aufgabe darin, Informationen zu erhalten. Heute besteht sie darin...



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