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BND: Der Wolf im Hasenpelz

Der BND versucht mit Guerilla-Marketing die Sprache der Hacker zu sprechen - und über seine üblen Machenschaften hinwegzutäuschen.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Falscher Hase a la BND
Falscher Hase a la BND (Bild: BND)

"Follow the glitch karnickel": Mit einer Anspielung auf den Film Matrix wirbt der Bundesnachrichtendienst (BND) um Nachwuchshacker. Dabei setzt der Geheimdienst ganz bewusst auf Hackerästhetik (viel Neonfarben auf Schwarz, viel Kommandozeile, viel Bildrauschen) und Underdog-Gefühl.

Inhalt:
  1. BND: Der Wolf im Hasenpelz
  2. BND: Auf den Schultern von Nazis

Die Werbekampagne könnte aus einem Hackerfilm stammen, alles passt zum Anarcho-Hacker David, der gegen den Goliath kämpft. Dabei gibt es nur ein Problem: Der BND ist kein Underdog und auch kein David, der die Welt rettet, sondern er ist der Goliath, der mit einer hippen Kampagne versucht, Junghacker auf die böse Seite der Macht zu ziehen.

Denn wer im staatlichen Auftrag hackt, ist nicht seinem Gewissen oder der Hackerethik verpflichtet, sondern seinem Dienstherren. Der sagt, was gehackt wird. Das können dann durchaus auch mal Journalisten oder Daten für den nächsten US-Drohnenangriff sein. Dabei kämpfen die Staaten untereinander um die Vorherrschaft im Netz und um einen Informationsvorsprung - mit Kollateralschäden bei IT-Sicherheit, Menschenrechten und Demokratie.

BND schickt sympathisch wirkenden Hacker vor

Die Sache mit dem Informationsvorsprung erwähnt auch der BND-Informatiker Lukas, der dem grauen Geheimdienst ein sympathisches Gesicht geben soll und sogar ein Interview mit der Nachrichtenagentur dpa führen darf. Mitte Dreißig, tätowiert und mit zu einem Zopf zusammengebundenen Haaren bedient Lukas nicht nur das Hackerklischee, sondern erzählt auch von Pizzakartons und Mate-Flaschen im Büro.

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"Im staatlichen Auftrag nutzt man natürlich Schwachstellen aus, um andere Staaten oder andere Organisationen irgendwie zu hacken", sagt Lukas der dpa. Dabei gehe es darum, dass Deutschland sicherer werde, weil man einen Informationsvorsprung habe.

Wenn Staaten hacken, führt das nicht zu Sicherheit

Doch wenn sich Staaten gegenseitig hacken, führt das zu allem Möglichen, nur nicht zu mehr Sicherheit. Das haben zuletzt die staatlichen Solarwinds- und Microsoft-Exchange-Hacks eindrucksvoll vor Augen geführt. Betroffen sind insgesamt Hunderttausende staatliche Einrichtungen, Firmen und andere Organisationen.

Auch wenn in diesen Fällen die Staatshacker aus China und Russland stammen sollen, sind westliche Geheimdienste keinen Deut besser. Allein in den Snowden-Dokumenten finden sich etliche Beispiele für geheimdienstliche Hacks, die der IT-Sicherheit geschadet haben, beispielsweise der Hack des belgischen Telekommunikationsanbieters Belgacom.

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Denn im Unterschied zu Sicherheitsforschern, die Sicherheitslücken finden wollen, um sie zu melden und zu beseitigen und so die IT-Welt ein kleines bisschen sicherer zu machen, ist dem BND an den Zugängen gelegen. Entsprechend werden Sicherheitslücken lieber nicht gemeldet, sondern aktiv ausgenutzt.

Ungepatchte Sicherheitslücken nutzen Geheimdiensten und schaden der Sicherheit

Die Sicherheitslücken und Backdoors können außer von Geheimdiensten auch von anderen Kriminellen genutzt werden. So basierte die Schadsoftware Wanna Cry auf einer vom US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) gehorteten Sicherheitslücke, welche von der Hackergruppe The Shadow Brokers geleakt wurde.

Wanna Cry legte im Jahr 2017 Millionen Windows-Rechner lahm und führte bei etlichen Firmen zu Systemausfällen.

Auch fördert es nicht gerade die Sicherheit, wenn der BND gemeinsam mit der CIA im Geheimen eine Schweizer Kryptofirma aufkauft, um deren Kunden auszuspionieren. Doch das sind nur die jüngsten Auswüchse des skandalträchtigen Geheimdienstes.

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BND: Auf den Schultern von Nazis 
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kawuzz 18. Mär 2021 / Themenstart

OK, und wer definiert die Interessen eines bestimmten Landes? Zum Beispiel: Was machen...

DAASSI 15. Mär 2021 / Themenstart

hört dieser Quatsch nie auf?

hansen 14. Mär 2021 / Themenstart

... Tolles Argument! Also "die Anderen sind ja noch viel böser als wir" ist dann im...

Katsuragi 13. Mär 2021 / Themenstart

hmm, nenn mich träumerisch, aber wie wäre es mit: * Sicherheit für alle herstellen und...

Kleba 13. Mär 2021 / Themenstart

Das hat doch auch niemand behauptet, oder?

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