Abo
  • Services:
Anzeige
Reiner Zufall: Am BND-Standort Gablingen läuft ein Backbone-Kabel von Level 3 vorbei.
Reiner Zufall: Am BND-Standort Gablingen läuft ein Backbone-Kabel von Level 3 vorbei. (Bild: Level3)

BND-Außenstelle Gablingen: Herr Nöbauer sagt ständig Nö

Reiner Zufall: Am BND-Standort Gablingen läuft ein Backbone-Kabel von Level 3 vorbei.
Reiner Zufall: Am BND-Standort Gablingen läuft ein Backbone-Kabel von Level 3 vorbei. (Bild: Level3)

Die Vernehmung eines BND-Außenstellenleiters im NSA-Ausschuss nimmt teilweise groteske Züge an. Das große Geheimnis um die Abhöranlage Gablingen bleibt weiter ungelöst.
Von Friedhelm Greis

Normalerweise verbieten sich Wortspiele und Witze mit Namen im Journalismus von selbst. Im Falle von Alois Nöbauer sei jedoch eine Ausnahme gestattet. Schließlich handelt es sich dabei nur um den Tarnnamen eines Elektroingenieurs, der die Außenstelle des Bundesnachrichtendienstes (BND) im schwäbischen Gablingen leitet. Diesem Namen machte er am Mittwoch im NSA-Ausschuss des Bundestages wieder alle Ehre. Mit bäuerlicher Dickschädeligkeit schleuderte er den Abgeordneten stundenlang sein Nö entgegen. Nein, die Frage ist nicht Untersuchungsgegenstand, sagte er beharrlich. Und falls doch: Die Antwort gibt es nur nichtöffentlich - n. ö.

Anzeige

So bleibt auch nach der zweiten Vernehmung Nöbauers offen, auf welche Art und Weise der BND dort milliardenfach anfallende Metadaten erfasst. Schon in seiner ersten Vernehmung vor zwei Monaten hatte der 60-Jährige jegliche Verbindung dieses "Erfassungsansatzes" mit den sogenannten Five Eyes, den Geheimdiensten aus den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland, vehement bestritten. Daher: kein Untersuchungsgegenstand.

BND-Selektoren im Einsatz

Nöbauer räumte immerhin ein, dass in Gablingen die umstrittenen BND-Selektoren zum Einsatz kämen. Dabei wollte er nicht ausschließen, dass dabei auch Suchbegriffe des US-Geheimdienstes NSA eingesetzt worden seien. Das Bundeskanzleramt in Person des "Aufpassers" Philipp Wolff protestierte jedoch lautstark gegen die Einschätzung von Grünen-Ausschussobmann Konstantin von Notz, wonach tatsächlich NSA-Selektoren in Gablingen verwendet würden. Das wisse er derzeit nicht, sagte Wolff. Woraufhin Notz entgegnete: "Die ganze Amateurhaftigkeit dieser Organisation schlägt hier voll auf." Laut Nöbauer gab es nach den Snowden-Enthüllungen Änderungen bei den Selektoren. Möglicherweise wurden ebenso wie in anderen Außenstellen Suchbegriffe aus befreundeten Staaten deaktiviert.

Die vielen Metadaten lassen sich zumindest nicht mit dem Abhören von Kurzwellen erklären. Der BND fängt in Gablingen mit einer mehr als 300 Meter großen Antennenanlage, dem sogenannten Elefantenkäfig, Kurzwellensignale aus der ganzen Welt ab. Darunter befindet sich jedoch nach Angaben Nöbauers keine "Individualkommunikation" wie Telefonate oder E-Mails. Vielmehr würde die Kurzwelle weltweit unter anderem militärisch genutzt, weil damit auf einfache Weise Befehle an Truppenteile gesendet werden könnten. "Kurzwelle heißt nicht, dass das auf die Kürze erfasst wird. Das bezieht sich auf die Wellenlänge", sagte Nöbauer. Nicht ohne vorher anzumerken, dass solche Erläuterungen eigentlich nicht zum Untersuchungsgegenstand gehörten.

Nöbauer weiß nichts vom Backbone-Kabel

In den vergangenen Wochen gab es zudem Spekulationen, dass in Gablingen ein Internetkabel des Tier-1-Providers Level 3 angezapft werden könnte. Denn zufälligerweise verläuft diese Backbone-Leitung unmittelbar an der Außenstelle vorbei. Auf die Frage, ob er das gewusst habe, antwortete Nöbauer: "Erstaunlich, das ist mir nicht bekannt." Wobei für Außenstehende wiederum erstaunlich ist, dass ein Geheimdienstmitarbeiter so etwas nicht wissen sollte.

Star-Rolle in einem neuen Ausschuss 

eye home zur Startseite
Sharkuu 27. Nov 2015

"wir verhandeln nicht mit verbrechern!" und zack, kopf ab. jap, die werden dir helfen...

michael_ 27. Nov 2015

Schon traurig das Theater. Ich meine, dass Viele das vorhergesagt hatten. Bei dem...

ap (Golem.de) 26. Nov 2015

Bevor es hier abrutscht, wird der Thread geschlossen.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Chemnitz, Zwickau, Dresden
  2. Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  3. Made in Office GmbH, Köln
  4. BG-Phoenics GmbH, Hannover


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 799,90€
  2. 546,15€

Folgen Sie uns
       


  1. Komplett-PC

    In Nvidias Battleboxen steckt AMDs Ryzen

  2. Internet

    Cloudflare macht IPv6 parallel zu IPv4 jetzt Pflicht

  3. Square Enix

    Neustart für das Final Fantasy 7 Remake

  4. Agesa 1006

    Ryzen unterstützt DDR4-4000

  5. Telekom Austria

    Nokia erreicht 850 MBit/s im LTE-Netz

  6. Star Trek Bridge Crew im Test

    Festgetackert im Holodeck

  7. Quantenalgorithmen

    "Morgen könnte ein Physiker die Quantenmechanik widerlegen"

  8. Astra

    ZDF bleibt bis zum Jahr 2020 per Satellit in SD verfügbar

  9. Kubic

    Opensuse startet Projekt für Container-Plattform

  10. Frühstart

    Kabelnetzbetreiber findet keine Modems für Docsis 3.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Calliope Mini im Test: Neuland lernt programmieren
Calliope Mini im Test
Neuland lernt programmieren
  1. Arduino Cinque RISC-V-Prozessor und ESP32 auf einem Board vereint
  2. MKRFOX1200 Neues Arduino-Board erscheint mit kostenlosem Datentarif
  3. Creoqode 2048 Tragbare Spielekonsole zum Basteln erhältlich

Tado im Langzeittest: Am Ende der Heizperiode
Tado im Langzeittest
Am Ende der Heizperiode
  1. Wemo Belkin erweitert Smart-Home-System um Homekit-Bridge
  2. Speedport Smart Telekom bringt Smart-Home-Funktionen auf den Speedport
  3. Tapdo Das Smart Home mit Fingerabdrücken steuern

Blackberry Keyone im Test: Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
Blackberry Keyone im Test
Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
  1. Blackberry Keyone kommt Mitte Mai
  2. Keyone Blackberrys neues Tastatur-Smartphone kommt später

  1. Re: 2020!? Und die Personalien?

    packansack | 00:48

  2. Re: Mobilfunk + Festnetz-Anschluss meiner Eltern

    LordGurke | 00:47

  3. Könnte Akamai auch gerne machen

    LordGurke | 00:44

  4. Re: FF Remakes für Switch

    packansack | 00:38

  5. Re: Immer noch zu wenige Dienste per IPv6 erreichbar

    LordGurke | 00:38


  1. 18:08

  2. 17:37

  3. 16:55

  4. 16:46

  5. 16:06

  6. 16:00

  7. 14:21

  8. 13:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel