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So stellt sich BMW den Fahrradverkehr der Zukunft vor.
So stellt sich BMW den Fahrradverkehr der Zukunft vor. (Bild: BMW)

Machbarkeitsstudie entwickelt

Da BMW auch künftig keine Infrastruktur bauen will, von Ladestationen abgesehen, ist der Autokonzern für die Umsetzung des Konzepts auf die Kooperationen mit anderen Institutionen, Firmen und Regierungen angewiesen. Das erste Ergebnis einer solchen Zusammenarbeit ist eine Machbarkeitsstudie, die die Tongji-Universität erstellt hat. Dabei schlugen die Mitarbeiter der Abteilung Automotive Product Management & Marketing (AMMI) der School of Automotive Studies zwei verschiedene Routen in Schanghai vor: Eine Pendler-Strecke im Bezirk Yangpu sowie eine Touristen-Route in Pudong an der Uferpromenade des Huangpu-Flusses. Die Strecken sind zwischen neun und gut elf Kilometer lang.

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Mit Hilfe eines modularen Systems mit Stahlprofilen sollen die Hochstraßen möglichst kostengünstig gebaut werden. Die Breite für eine Fahrspur soll 2,5 Meter betragen, wobei es unterschiedliche Konstruktionen je nach vorhandener Infrastruktur geben soll. Alle paar Kilometer gibt es Zufahrten und Umsteigemöglichkeiten zum ÖPNV, bei der Touristenroute zudem sechs Aussichtpunkte. Die Kosten pro Kilometer schätzt die Studie auf 17 bis 36 Millionen Renminbi (umgerechnet 2,2 Millionen bis 4,6 Millionen Euro). Bei einer Skalierung des Projektes könnten sich die Kosten zwischen 10 und 20 Prozent reduzieren.

Vorbild für Europa?

Doch wie groß sind die Chancen, dass das Projekt selbst im innovationsfreudigen China umgesetzt wird? Nach Angaben von Professor Jun Ma, Leiter der Fakultät für Automobiles Marketing und Management, gibt es bereits Gespräche mit den Behörden in Schanghai und kleinerer chinesischer Städte, wobei "kleinere Städte" wie Nanjing oder Wuhan in China schnell fünf bis zehn Millionen Einwohner haben können. Dort könnten die Hochstraßen vermutlich günstiger errichtet werden. So hat die Stadt Xiamen in diesem Jahr eine "Air Bike Lane" eröffnet, eine 7,6 Kilometer lange Fahrradhochstraße durch die Stadt. Projekte wie der gescheiterte Portalbus zeigen hingegen auch, dass selbst in China nicht alle kühnen Visionen realisierbar sind.

Aber wäre ein solches Hochstraßensystem nicht auch eine gute Idee für Europa? Schließlich gibt es auch hier überlastete Verkehrssysteme. Und Fahrradschnellwege in die Innenstädte lassen sich im Grunde nicht kreuzungsfrei ohne solche Highflyer realisieren. Dass dies ansatzweise in Europa möglich ist, zeigt die 2014 in Kopenhagen eröffnete Fahrradschlange (Cykelslangen), die sich auf einer Länge von 230 Metern durch den Stadtteil Havneholmen windet. Die Pläne für ein Radschnellwegenetz in Berlin sehen hingegen keine aufwendigen Hochstraßen vor.

Vorteil bei autonomen Autos

Sehr schwierig dürfte allerdings sein, nicht motorisierte Fahrradfahrer von der Nutzung der Hochstraßen auszuschließen. Seidel begründete die Beschränkung auf E-Bikes damit, dass in China die Fahrradfahrer deutlich langsamer als in Europa unterwegs seien. Die für den E3-Way vorgeschlagene Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern würde von vielen Fahrrad- und E-Scooter-Fahrern sicherlich als einschränkend empfunden. Für die Nutzung von E-Bikes spricht hingegen, dass sich mit Unterstützung eines Motors leichter die Rampen auf die Hochstraße erklimmen lassen. Neben der auffälligen Veränderung des Stadtbildes stellt sich zudem die Frage, ob die notorisch klammen Kommunen den Bau einer solchen Straße leisten können.

Hier denkt BMW beispielsweise daran, direkte Ausfahrten in Kaufhäuser und Einkaufszentren einzuplanen. Dann könnten die Firmen den Bau der Strecke mitfinanzieren, weil sie ihnen die Kunden direkt frei Haus liefern. Inwieweit die Nutzer in Europa bereit wären, ihre Daten für vermarktbare Werbezwecke herzugeben, sei zunächst dahingestellt.

Für den Bau solcher Hochstraßen spricht zudem: Nicht nur in China, auch in Europa ist in den kommenden 10 bis 15 Jahren mit der Einführung autonomer Autos zu rechnen. Da wäre es sicherlich hilfreich, wenn die selbstfahrenden Autos gerade in wuseligen Innenstädten mit einer Gefahrenquelle weniger zu rechnen hätten. Davon würde dann sogar wieder BMW mit seinen autonomen Autos profitieren.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von BMW an der Präsentation des E3-Way-Konzeptes in Schanghai teilgenommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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senf.dazu 03. Dez 2017

und vielleicht wird's ja auf die Elektroquote angerechnet ..

Dragos 30. Nov 2017

Wie da "jeder" seine Flüssigkeiten ab lässt und niemals eine Renigung durchgeführt wird...

RienSte 27. Nov 2017

100¤ für ein Auto, das Spaß macht (!) fürs ganze WE? Wo gibt's denn sowas? Bei einem...

ElTentakel 27. Nov 2017

Also ich bin im Durchschnitt schneller mit dem Rad (Tür-zu-Tür), als alles andere was im...

plutoniumsulfat 25. Nov 2017

Wenn man sein Leben lang nur auf der Couch rumgammelt und selbst jede noch so kleine...



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