Falsche Angaben zu Staus und Streckensperrungen
Auf beiden langen Strecken zeigte das System Staus und stockenden Verkehr von 40 bis 50 Minuten Dauer an und plante entsprechende Ausweichrouten. Auf Google Maps wurden die Verzögerungen jedoch nur mit zehn Minuten angegeben, so dass die ursprüngliche Route beibehalten wurde – was sich im Nachhinein als sinnvoll erwies.
Zudem forderte uns die Navigation an einer Stelle zum Verlassen der Autobahn auf, weil die Strecke nicht passierbar sein sollte. Das traf laut Google jedoch nicht zu, so dass wir auf der Autobahn ohne Probleme weitergefahren sind. Die Entscheidung von Mercedes-Benz, bei der Navigation auf Google Maps und nicht auf Here zu setzen, hat daher ihre Berechtigung.
Head-up-Display verzichtbar
Der iX3 lässt sich ohne Head-up-Display gut navigieren. Die Abbiegehinweise lassen sich nicht nur auf dem Zentralbildschirm, sondern auch in der Panoramaleiste anzeigen. Mit Verzicht auf das Head-up-Display werden redundante Informationen vermieden.
Eine sinnvollere Investition wäre hingegen der Parking Assistant Plus für 550 Euro. Denn in der Basisausstattung ist die Umgebungsanzeige recht eingeschränkt. So lässt sich im Display der Abstand zwischen Reifen und Bordstein nicht gut erkennen. Der aufpreispflichtige Parkassistent kann hingegen zwischen Bordstein-, 3D- oder Waschstraßenansicht wechseln. Wiederkehrende Parkmanöver lassen sich abspeichern. Mit dem Parking Assistant Professional für 850 Euro lässt sich das Fahrzeug zudem per Handy aus Parklücken lotsen.
Insgesamt hat der Praxistest gezeigt, dass der iX3 50 iDrive ein komfortables SUV für längere Strecken ist. Wer es gemächlich angeht und nicht schneller als 120 km/h fährt, dürfte im Sommer problemlos 600 und mehr Kilometer weit kommen. Die hohe Ladeleistung reduziert Ladepausen auf wenige Minuten.
Gute Argumente gegen Technologieoffenheit
Kaum nachvollziehbar ist daher, warum BMW weiterhin auf die umständliche Brennstoffzellentechnik mit Wasserstoff setzt. Sie würde selbst dann keine wirklichen Vorteile bieten, wenn es ein gut ausgebautes Netz mit Tankstellen gäbe.
Schon jetzt dürfte es nur wenige Szenarien geben, in denen der iX3 keinen Verbrenner ersetzen könnte. Bei Benzinpreisen von rund 2,30 Euro pro Liter dürfte es derzeit auch wenige Personen geben, die bei Tempo 200 auf der Autobahn von Tankstelle zu Tankstelle springen. Schon im Jahr 2025 sollen batteriebetriebene Elektroautos in der EU beim Fahren 33 Prozent günstiger als Benziner gewesen sein.
Bis zum Jahr 2035 dürfte sich der Abstand noch vergrößern, da CO2-Emissionen stärker bepreist werden sollen und die Batteriepreise weiter sinken dürften. BMW liefert daher mit der Neuen Klasse und dem iX3 selbst gute Argumente für das Zulassungsverbot von Verbrennern in rund acht Jahren.
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