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Ohne Hände am Lenkrad auf der Autobahn

Auf der etwa 1.350 km langen Testfahrt gab es nur eine Handvoll Situationen, in denen ein Tempolimit nicht erkannt wurde – beispielsweise bei einer elektronischen Anzeigetafel, die direkt im Sonnenlicht lag. Somit ist die automatische Übernahme der erkannten Verkehrszeichen akzeptabel. In Verbindung mit dem Autobahnassistenten ist es daher möglich, die Hände recht lange komplett vom Lenkrad zu lassen.

Auf der Testfahrt in Spanien war das nicht möglich, weil die Fahrerüberwachung Probleme mit der Erkennung meiner Augenbewegungen hatte. Was offenbar an der Brille lag. Daher kam häufig die Meldung: "Blickabwendung erfasst. Aufmerksam bleiben", gefolgt von einer sogenannten DCA-Warnung (Direct Control Alert) zur sofortigen Übernahme der Fahrzeugsteuerung. Nach zwei DCA-Warnungen muss der Autobahnassistent für mindestens 30 Minuten deaktiviert werden.

Zu einer solchen Abschaltung kam es auf der Testfahrt jedoch nicht. Daher ließ sich problemlos testen, nach wie vielen Sekunden eine Blickabwendung zu einem Warnhinweis führt. Das ist beim Blick auf die Panoramaleiste oder das Zentraldisplay nach fünf Sekunden der Fall. Dieser Zeitraum wird in der UN/ECE-Regelung Nr. 171(öffnet im neuen Fenster) zu Fahrassistenzsystemen (DCAS) vorgeschrieben. Darin heißt es unter anderem: "Für die Zwecke der Bewertung der nachlassenden visuellen Beteiligung gelten das Armaturenbrett und die Instrumententafel nicht als für die Fahraufgabe relevante Bereiche." Beim Blick in den Innenspiegel haben wir den Test nach 20 Sekunden vorsichtshalber abgebrochen.

Automatischer Spurwechselassistent mit Tücken

Der Blick in den Außenspiegel reicht beim iX3 aus, um einen Spurwechsel zu starten. Zuvor schlägt das System einen solchen Wechsel in der Panoramaleiste vor und fordert den Fahrer auf, den Wechsel mit einem Blick in den Seitenspiegel oder einen Schulterblick zu bestätigen. Das klingt in der Theorie ganz komfortabel, hat in der Praxis aberseine Tücken.

Am besten funktioniert der Assistent auf einer dreispurigen Autobahn mit wenig Verkehr. Dann hat das System ausreichend Lücken im rückwärtigen Verkehr, um sicher die Spur zu wechseln. Allerdings fährt der Assistent nicht so vorausschauend wie ein menschlicher Fahrer und schlägt schon mal einen Spurwechsel vor, obwohl der nächste langsame Lkw nicht weit entfernt ist. Bei dichterem Verkehr muss hingegen selbst den Spurwechsel starten, um nicht ewig hinter einem langsam fahrenden Fahrzeug zu hängen.

Zudem kann es passieren, dass der BMW einen unbeabsichtigten Spurwechsel startet. Das kann der Fall sein, wenn man den Vorschlag im Display übersieht und in diesem Moment zufällig in den Außenspiegel schaut, was während der Fahrt durchaus vorkommen kann. Dann interpretiert das System diesen Blick als Zustimmung. Denn schließlich kann es (noch) nicht Gedanken lesen.

Häufiger kam es jedoch vor, dass der Blick in den Spiegel nicht als Bestätigung erkannt wurde. Daher kann es entspannter sein, den automatischen Spurwechselassistenten im Menü zu deaktivieren. Dann lässt sich ein automatischer Spurwechsel weiterhin über den Blinkerhebel starten, was vermutlich sicherer und nicht weniger komfortabel ist.

Im Vergleich zum kürzlich getesteten Volvo EX90 lassen sich die Assistenzsysteme des BMW deutlich komfortabler bedienen.


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