Auf der etwa 1.350 km langen Testfahrt gab es nur eine Handvoll Situationen, in denen ein Tempolimit nicht erkannt wurde – beispielsweise bei einer elektronischen Anzeigetafel, die direkt im Sonnenlicht lag. Somit ist die automatische Übernahme der erkannten Verkehrszeichen akzeptabel. In Verbindung mit dem Autobahnassistenten ist es daher möglich, die Hände recht lange komplett vom Lenkrad zu lassen.
Auf der Testfahrt in Spanien war das nicht möglich, weil die Fahrerüberwachung Probleme mit der Erkennung meiner Augenbewegungen hatte. Was offenbar an der Brille lag. Daher kam häufig die Meldung: "Blickabwendung erfasst. Aufmerksam bleiben", gefolgt von einer sogenannten DCA-Warnung (Direct Control Alert) zur sofortigen Übernahme der Fahrzeugsteuerung. Nach zwei DCA-Warnungen muss der Autobahnassistent für mindestens 30 Minuten deaktiviert werden.
Zu einer solchen Abschaltung kam es auf der Testfahrt jedoch nicht. Daher ließ sich problemlos testen, nach wie vielen Sekunden eine Blickabwendung zu einem Warnhinweis führt. Das ist beim Blick auf die Panoramaleiste oder das Zentraldisplay nach fünf Sekunden der Fall. Dieser Zeitraum wird in der UN/ECE-Regelung Nr. 171(öffnet im neuen Fenster) zu Fahrassistenzsystemen (DCAS) vorgeschrieben. Darin heißt es unter anderem: "Für die Zwecke der Bewertung der nachlassenden visuellen Beteiligung gelten das Armaturenbrett und die Instrumententafel nicht als für die Fahraufgabe relevante Bereiche." Beim Blick in den Innenspiegel haben wir den Test nach 20 Sekunden vorsichtshalber abgebrochen.
Bild 1/34: Der BMW iX3 wirkt in der schwarzen Lackierung etwas konturlos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 2/34: Das erste Modell der Neuen Klasse ist schon häufiger auf den Straßen zu sehen. Von hinten erkennbar an den gestreiften Rückleuchten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 3/34: BMW gibt die WLTP-Reichweite mit 805 km an. Doch die angezeigten 612 km sind realistischer. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 4/34: Mit einer sparsamen Fahrweise lässt sich die Reichweite deutlich steigern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 5/34: Der blaue Radius gibt die ungefähre Reichweite mit der aktuellen Akkuladung an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 6/34: Ladestopps von wenigen Minuten können ausreichen, um die nötige Energie nachzuladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 7/34: Ist die Ladestation grün hinterlegt, sind genügend Ladesäulen frei. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 8/34: Auf längeren Strecken kann es sinnvoll sein, die Verkehrshinweise in der Ereignislinie auszublenden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 9/34: Ladestationen auf der Route lassen sich recht einfach ersetzen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 10/34: Über eine Vorauswahl lassen nur Schnelllader anzeigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 11/34: Viele Schnelllader verfügen nur über eine Ladeleistung von 350 kW, die vom iX3 ausgeschöpft wird. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/34: Auch bei 31 Prozent SoC ist die Leistung mit 342 kW noch sehr hoch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 13/34: Die geladene Energie von 48,37 kWh entspricht einer durchschnittlichen Ladeleistung von 290 kW. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 14/34: Bei diesem Ladevorgang wurden durchschnittlich 255 kW erzielt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/34: In wenigen Minuten lassen sich fast 200 km Reichweite nachladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/34: Der Ladevorgang dauerte tatsächlich 1:58 Minuten, was den angezeigten Durchschnittswert erklärt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 17/34: An einer neuen Alpitronic-Säule wurde der Maximalwert von 400 kW erreicht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 18/34: Der Maximalwert von 400 kW wurde jedoch nur wenige Sekunden lang gehalten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 19/34: Auf der Fahrt mit bis zu 130 km/h lag der Verbrauch bei fast 20 kWh pro 100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 20/34: Bei Maximaltempo 120 sank der Verbrauch deutlich. Der Wert von 23,9 kWh ist der rekuperierte Strom. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 21/34: Der Durchschnittsverbrauch auf der gesamten Testfahrt lag bei 18,5 kWh pro 100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/34: Ab Werk wurden durchschnittlich 20,6 kWh pro 100 km verbraucht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/34: Bei Gegenlicht und nasser Fahrbahn kann der Autobahnassistent die Markierungen nicht erkennen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 24/34: Die Panoramaleiste in der Windschutzscheibe ersetzt das klassische Fahrerdisplay. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 25/34: Im Stau bildet der iX3 automatisch eine Rettungsgasse. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/34: Der Autobahnassistent ist inzwischen in großen Teilen Europas verfügbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/34: Der mittlere und rechte Teil der Panoramaleiste lässt sich mit 14 Elementen frei belegen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/34: Die Anzeige von Playlisten ist weiterhin nicht dauerhaft möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 29/34: Auf der Fahrt hat das Navigationssystem mit falschen Verkehrshinweisen irritiert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 30/34: Diese Umleitung wegen einer angeblichen Sperrung war nicht erforderlich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 31/34: Der serienmäßige Parkassistent verfügt nur über eine eingeschränkte 360-Grad-Sicht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 32/34: Serienmäßig kann der iX3 zumindest automatisch einparken. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 33/34: BMW nutzt bei der Neuen Klasse das selbst entwickelte Betriebssystem in der Version 10. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 34/34: Als Elektroauto ist der iX3 schon recht leise. Doch die Geräusche können noch stärker reduziert werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Automatischer Spurwechselassistent mit Tücken
Der Blick in den Außenspiegel reicht beim iX3 aus, um einen Spurwechsel zu starten. Zuvor schlägt das System einen solchen Wechsel in der Panoramaleiste vor und fordert den Fahrer auf, den Wechsel mit einem Blick in den Seitenspiegel oder einen Schulterblick zu bestätigen. Das klingt in der Theorie ganz komfortabel, hat in der Praxis aberseine Tücken.
Am besten funktioniert der Assistent auf einer dreispurigen Autobahn mit wenig Verkehr. Dann hat das System ausreichend Lücken im rückwärtigen Verkehr, um sicher die Spur zu wechseln. Allerdings fährt der Assistent nicht so vorausschauend wie ein menschlicher Fahrer und schlägt schon mal einen Spurwechsel vor, obwohl der nächste langsame Lkw nicht weit entfernt ist. Bei dichterem Verkehr muss hingegen selbst den Spurwechsel starten, um nicht ewig hinter einem langsam fahrenden Fahrzeug zu hängen.
Zudem kann es passieren, dass der BMW einen unbeabsichtigten Spurwechsel startet. Das kann der Fall sein, wenn man den Vorschlag im Display übersieht und in diesem Moment zufällig in den Außenspiegel schaut, was während der Fahrt durchaus vorkommen kann. Dann interpretiert das System diesen Blick als Zustimmung. Denn schließlich kann es (noch) nicht Gedanken lesen.
Häufiger kam es jedoch vor, dass der Blick in den Spiegel nicht als Bestätigung erkannt wurde. Daher kann es entspannter sein, den automatischen Spurwechselassistenten im Menü zu deaktivieren. Dann lässt sich ein automatischer Spurwechsel weiterhin über den Blinkerhebel starten, was vermutlich sicherer und nicht weniger komfortabel ist.
Im Vergleich zum kürzlich getesteten Volvo EX90 lassen sich die Assistenzsysteme des BMW deutlich komfortabler bedienen.