Golem: Mit 48 Volt deuten Sie bereits an, dass es zukünftig stets eine Form der Hybridisierung im Verbrennungsmotor vorhanden sein wird?
Post: Es ist natürlich die Frage, ob Sie ein Einstiegs- oder ein Performance-Modell betrachten. Je höher die Performance des Aggregats, desto höher wird der Anteil der Elektrifizierung ausfallen. Der Einsatz der 48-Volt-Technologie hat zugenommen, einerseits, um Emissionen zu senken und andererseits, um Komfortfunktionen im Niedriglastbereich darzustellen.
Golem: Der BMW-Claim lautet Freude am Fahren. Erlebt man das, auch wenn man im Level 2 und 3 die Hände vom Lenkrad nimmt?
Post: Ich glaube, wir müssen hier weg vom Schwarz-Weiß-Denken. Unsere Fahrerassistenzfunktionen arbeiten auf symbiotische Art und Weise. Der Fahrer wird nicht bevormundet, sondern unterstützt. Er kann sogar lenken, bremsen oder Gas geben, ohne dass der Assistent gleich abschaltet.
Mit der DCAS-Regelung haben wir als erster Hersteller eine europaweite Zulassung für ein Level-2-Hands-off-System bis 130 km/h. Die Kosten für ein echtes Level-3-System sind hardwareseitig so hoch, dass nur ein kleiner Anteil der Kunden bereit ist, das nötige Geld auszugeben.
Insgesamt sehen wir weltweit eine unterschiedliche Dynamik bei Assistenzsystemen, sowohl bei der Regulatorik als auch bei der Akzeptanz. In China werden wir vermutlich Level-3-Systeme mit einer schnelleren Verbreitung sehen.
Golem: Viele Fahrer sind vom Gebimmel und Geblinke in neuen Autos genervt, das reicht vom Tempowarner bis zum Driver Monitoring System (DMS). Kann man das etwas zurückdrehen?
Post: Sie können beim iX3 nun Routinen konfigurieren, in denen Sie festlegen, dass beispielsweise die Geschwindigkeitswarnung deaktiviert wird. Das müssen Sie dennoch bei jedem Fahrtantritt noch einmal bestätigen, da der Tempowarner vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist.
Bild 1/41: Der iX3 ist das Einstiegsmodell von BMW in die sogenannte Neue Klasse. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 2/41: Statt mit einer protzigen Niere wartet das Elektro-SUV mit kleinen Hasenzähnen auf. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 3/41: Der iX3 ist 4,78 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,64 Meter hoch. Es gibt kaum Unterschiede zum Vorgänger. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 4/41: Auffallend am Heck sind die breiten, fast durchgängigen Heckleuchten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 5/41: Der Kofferraum des iX3 hat ein Volumen von 530 Litern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 6/41: Mit umgeklappten Rücksitzen steigt der Stauraum auf 1.750 Liter. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 8/41: Der Stauraum unter der Fronthaube fällt mit 58 Litern nicht sehr üppig aus, reicht aber für ein Ladekabel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 9/41: Die maximale Ladeleistung beträgt 400 Kilowatt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 10/41: Mit der Panoramic Vision hat BMW ein neues Bedienkonzept entwickelt. (Foto: BMW)
Bild 11/41: Die Leiste ist vom Fahrersitz aus gut erkennbar. Der Verkehr lässt sich gleichzeitig noch verfolgen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/41: Die Leiste ist rechts und in der Mitte frei konfigurierbar. Selbst Strom und Temperatur des Akkus lassen sich anzeigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 13/41: Je nach Wunsch lassen sich Navigationshinweise einblenden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 14/41: Auf der Teststrecke Ascari ließen sich die fahrdynamischen Eigenschaften testen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/41: Dazu nutzten die Fahrzeuge spezielle Reifen von Michelin. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/41: Die Ausweichübung mit Vollbremsung meisterte der iX3 problemlos. (Foto: BMW)
Bild 17/41: Mit dem linken Bedienfeld des Lenkrades werden die Assistenzsysteme gesteuert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 18/41: Im Menü lässt sich einstellen, ob die Limiter-Taste genutzt werden soll. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 19/41: Es gibt keine Tasten für den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Die Einstellung erfolgt über das Menü. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 20/41: Mit dem rechten Bedienfeld steuert man die Medieninhalte und startet die Spracherkennung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 21/41: Der Fahrwahlhebel befindet sich in der Mittelkonsole. Den iDrive-Controller gibt es nicht mehr. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/41: Über die Ladeschale lassen sich induktiv zwei Smartphones aufladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/41: Gegen Aufpreis verfügt der iX3 über einen Autobahnassistenten. Das grüne Lenkrad zeigt an, dass die Funktion aktiv ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 24/41: Eine Kamera im Innenspiegel überwacht, ob der Fahrer noch das Verkehrsgeschehen verfolgt. (Foto: BMW)
Bild 25/41: Kameras und Radare überwachen die Umgebung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/41: An den Außenspiegeln befinden sich ebenfalls Kameras. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/41: Wird der normale Tempomat benutzt, müssen die Hände regelmäßig das Lenkrad berühren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/41: Beim Autobahnassistenten wird hingegen die Aufmerksamkeit genauer überwacht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 29/41: Bei zu häufigen Fehlermeldungen wird die Funktion für 30 Minuten oder bis zum nächsten Halt deaktiviert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 30/41: Das automatische Einparken funktionierte gut und ist auch per Handy von außen steuerbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 31/41: Per Apple Carplay und Android Auto lässt sich das Smartphone einbinden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 32/41: Im Menü lassen sich Routinen programmieren, die beim Fahrzeugstart ausgeführt werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 33/41: Die Routenplanung liefert auch bei langen Strecken schnelle Ergebnisse. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 34/41: Der gewünschte Mindestladestand bei Erreichen des Ladestopps oder des Ziels lässt sich einstellen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 35/41: Der Akku lässt sich automatisch oder manuell vorkonditionieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 36/41: Das System zeigt an, ob Ladepunkte an einer Ladestation verfügbar sind. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 37/41: Auf den Testfahrten im Süden Spaniens lag der Verbrauch meist zwischen 18 und 19 kWh/100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 38/41: Das entsprach dem Verbrauch der Testfahrzeuge ab Werk. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 39/41: Die Reichweitenanzeige differierte bisweilen jedoch stark. 671 km bei 73 Prozent Ladestand sind eher unrealistisch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 40/41: Realistischer scheinen hingegen die 658 km bei fast vollem Akku. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 41/41: BMW schlüsselt im Menü den Verbrauch detaillierter auf. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Weitere Treiber sind die Vorgaben des Euro NCAP für die Vergabe von fünf Sternen, etwa ein System, das feststellt, ob sich noch ein Kind auf dem Rücksitz befindet, wenn man den Wagen verlässt. Da gibt es zweifelsfrei viele sinnvolle Vorgaben, aber teilweise auch welche, die nur für eine sehr übersichtliche Kundengruppe relevant sind.
Und manchmal hat man sogar den Eindruck, dass man gezwungen wird, sich zunehmend von den eigentlichen Kundenbedürfnissen zu entfernen. Wichtig ist, dass ein Kunde die Funktionen, die er oder sie nicht nutzen möchte, auch leicht deaktivieren kann.
Golem: Wenn Sie privat unterwegs sind, auf welchen Antrieb setzen Sie?
Post: Ich finde Technologieoffenheit auch privat super. Ich genieße es, elektrisch zu fahren. Die Ruhe ist wunderbar, deshalb fahre ich persönlich am liebsten auch ohne Fahrsound. Gerade mit dem neuen iX3 ist das in Kombination mit dem Autobahnassistenten ein großartiges Fahrerlebnis.
Ich setze mich aber auch genauso gerne in einen M3 und genieße kurvige Landstraßen. Das hat schon auch seinen Reiz.
Und es gibt Familienmitglieder, die große Fans vom BMW X5 mit Plug-in-Hybrid sind. Er bietet das Beste aus beiden Welten: 100 Kilometer elektrische Reichweite für die Stadt, und für längere Strecken hat man einen sehr effizienten Verbrenner. Insofern können wir für jedes Kundenbedürfnis das richtige Auto anbieten: technisch auf dem neuesten Stand, möglichst verbrauchsarm und immer mit viel Freude beim Fahren.