Bluetooth-Tracker: Airtag-Firmware lässt sich komplett austauschen

Die Apple Airtags lassen sich nicht nur klonen. Forscher können auch beliebige Sounds auf dem Bluetooth-Tracker abspielen.

Artikel veröffentlicht am ,
Apple Airtag
Apple Airtag (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Ein Team von Sicherheitsforschern hat auf der Konferenz Workshop on Offensive Technologies 2022 Angriffe auf Apples Bluetooth-Tracker Airtags gezeigt, die vor allem auf die Hardware und die Firmware der der kleinen Geräte abzielen. Die Ergebnisse der Untersuchungen fasst das Team in einer wissenschaftlichen Arbeit zusammen, die sich auf Github findet.

Stellenmarkt
  1. IT-Spezialist (w/m/d) mit Schwerpunkt Dienstplanung
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg-Eppendorf
  2. Teamleiter Chassis Controls (m/w / divers)
    Continental AG, Frankfurt
Detailsuche

Zu den Geräten heißt es: "Airtags haben grundlegende Implementierungsprobleme wie die Anfälligkeit für Firmware-Downgrades und die Verwendung eines nRF-Chips, der bekanntermaßen anfällig für Glitching-Angriffe ist. Diese Probleme sind in der zugrunde liegenden Hardware und der allgemeinen Softwaresarchitektur begründet, was bedeutet, dass sie nicht ohne enormen Aufwand gepatcht werden können."

Für die Endnutzer der Geräte ergebe sich daraus allerdings kein besonderes Risiko. Das gelte insbesondere im Vergleich zu bereits existierenden Bedrohungsszenarien im Zusammenhang mit den Airtags oder ähnlichen Geräten, die teils komplett auf Vorkehrungen gegen Stalking verzichteten. Die von dem Team demonstrierten Angriffe auf die Airtags seien aber dennoch wichtig für die Forschungsgemeinschaft.

Firmware auslesen und ändern

Den bereits erwähnten Glitching-Angriff, also das Hervorrufen bestimmter Hardwarezustände durch Spannungswechsel, nutzte das Team zum Extrahieren der Firmware der Airtags. Eigentlich gibt es Vorkehrungen gegen die Firmware-Extraktion auf den nRF-Chips. Mit einem sehr einfachen Aufbau und Kosten von nur rund 5 Euro konnte das Team dies aber durch einen Glitch umgehen.

Golem Karrierewelt
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.09.2022, virtuell
  2. Container Management und Orchestrierung: virtueller Drei-Tage-Workshop
    22.-24.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Darüber hinaus gelang es dem Team, die Firmware der Airtags zu ändern. Die Beteiligten änderten dabei etwa die URL, die NFC-Reader angezeigt bekommen, wenn diese einen Airtag scannen, von found.apple.com zu einem Link auf ein Youtube-Video. Auch können die Ausgabetöne der Airtags direkt über die Firmware verändert werden.

Die von einem Gerät wie beschrieben extrahierte Firmware lässt sich laut Angaben der Forscher von einem Flash-Speicher in einen anderen transferieren. So lassen sich Airtags samt ihrer Pairing-Informationen effektiv klonen.

Ebenso war das Team in der Lage, ein Firmware-Downgrade auf dem Airtag durchzuführen, da es auch dagegen keinen Schutz gibt. Umsetzbar ist das aber nur, wenn ein Airtag mit einem Host-Gerät wie einem iPhone verknüpft ist. Die praktische Relevanz dieser Erkenntnis ist zudem noch eher beschränkt.

Dazu heißt es in der Untersuchung: "Die Airtag-Firmware hat keine öffentlich bekannten RCE-Schwachstellen. Sollten solche Fehler in Zukunft gemeldet werden, könnten Firmware-Downgrades die Ausführung von beliebigem Code auf Airtags ermöglichen. Nach unserem Kenntnisstand enthalten die bisher veröffentlichten Updates nur Anti-Stalking-Funktionen auf dem Airtag, aber nicht auf der iOS-Seite".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen

Sicherheitsforscher haben eine Backdoor gefunden, die zuvor gehackte Exchange-Server seit 15 Monaten zugänglich hält.

Microsoft: Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen
Artikel
  1. Wochenrückblick: Solide Leistung
    Wochenrückblick
    Solide Leistung

    Golem.de-Wochenrückblick Der M2-Chip im Test und Neues von Sony und VW: die Woche im Video.

  2. US-Streaming: Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat
    US-Streaming
    Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat

    Netflix hat zunehmend Probleme, neue Abonnenten zu halten. Der Anteil an Neukunden, die nach einem Monat wieder kündigen, steigt.

  3. Ayn Loki Zero: Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar
    Ayn Loki Zero
    Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar

    Es ist das bisher günstigste Modell in einer Reihe von vielen: Der Loki Zero mit 6-Zoll-Display nutzt einen Athlon-Prozessor mit Vega-Grafik.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u. a. G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€ und Patriot P300 512 GB M.2 39€) • Alternate (u. a. Acer Nitro XZ270UP QHD/165 Hz 246,89€ und Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Alterrnate Weekend Sale [Werbung]
    •  /