Bluetooth-Messung: Corona-App hat Fehlerquote von 20 Prozent

Die Corona-App soll bei lediglich 80 Prozent aller Begegnungen die Abstände korrekt messen. Das Datenvolumen für die App soll nicht berechnet werden.

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Die Corona-Warn-App hat noch eine hohe Fehlerquote.
Die Corona-Warn-App hat noch eine hohe Fehlerquote. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Bei der neuen Corona-Warn-App der Bundesregierung ist mit einer hohen Fehlerquote zu rechnen. "Bei den letzten Testreihen haben wir rund 80 Prozent der Begegnungen korrekt einschätzen können", sagte der CTO von SAP, Jürgen Müller, am Dienstag bei der Vorstellung der App in Berlin. Zum einen würden enge Kontakte zwischen den Smartphones nicht erkannt (False Negatives), zum anderen würden Kontakte registriert, die eigentlich kein erhöhtes Infektionsrisiko bedeuteten (False Positives).

Inhalt:
  1. Bluetooth-Messung: Corona-App hat Fehlerquote von 20 Prozent
  2. Viel Lob für Open Source

Nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist eine Fehlerquote von 20 Prozent "mehr als verantwortbar", vor allem im Vergleich zu heutigen Gedächtnisprotokollen. Mit Blick auf mögliche Fehlalarme fügte Spahn hinzu: "Lieber einmal zu viel testen als einmal zu wenig."

Zero-Rating vereinbart

Müller kündigte an, in den kommenden Wochen mehr Details zu den Ergebnissen der Messmethoden via Bluetooth zu veröffentlichen. "Wir haben immer gesagt, die App wird nicht Maskenpflicht und Abstand ersetzen." SAP und die Deutsche Telekom haben die App für einen Nettopreis von 20 Millionen Euro in den vergangenen Wochen entwickelt.

Laut Telekom-Chef Tim Höttges simulierten die Tester dabei typische Situation wie eine Bahnfahrt oder auch eine Cocktailparty. Zudem sei die App auf sämtlichen derzeit verfügbaren Endgeräten getestet worden. Laut Höttges soll der erforderliche Datentraffic der App nicht auf das vereinbarte Datenvolumen der Nutzer angerechnet werden. Ein solches Zero-Rating hätten alle Mobilfunkanbieter untereinander vereinbart.

Volle Digitalisierung in vier Wochen

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Zum Start der App seien 20 Prozent der Testkapazitäten digitalisiert worden. "Wir werden in den nächsten vier Wochen alle Testlabore und Gesundheitsämter in diesen Digitalisierungsprozess integrieren, um sie komplett von dem analogen, sehr aufwendigen manuellen Prozessen zu entlasten", sagte Höttges. Im Vergleich zum analogen Prozess könne die Kommunikation zwischen Laboren und Infizierten um bis zu vier Tage beschleunigt werden.

Bis dahin ist es erforderlich, die TAN-Nummern für die Datenübermittlung nach einer Infektion noch telefonisch bei einer Hotline zu erfragen. Auf diese Problematik verwies auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber in seiner Stellungnahme zur App. "Der Medienbruch von der App zur telefonischen Hotline ist keine gute Lösung. Die Gründe, weshalb eine Hotline eingerichtet wird, sind aus unserer Sicht zwar plausibel. Es ist aber klar, dass der Weg über die Hotline nicht mit einer vollständig pseudonymen Nutzung der App über das automatisierte Verfahren mithalten kann", sagte Kelber. Er habe zumindest "die unangemessene Speicherung von personenbezogenen Daten aller Anrufer der Hotline" verhindern könnnen.

Laut Höttges will die Telekom auch solchen Menschen die App-Nutzung ermöglichen, die über kein eigenes Handy verfügen. Dabei werde den Menschen in den Shops geholfen, die App zu installieren. Und für die Menschen, die momentan noch kein Smartphone haben, bietet die Deutsche Telekom ab sofort in ihren Shops Extra-Handys an, auch für ältere Menschen. Eine Telekom-Sprecherin konnte auf Anfrage zunächst nicht sagen, um welche "Extra-Handys" es sich dabei handelt und ob es dafür besondere Tarife geben könnte.

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Viel Lob für Open Source 
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Neremyn 24. Jun 2020

Und so wie es scheint ist man noch nicht mal and den Google Play Store gebunden oder was...

treysis 20. Jun 2020

Haben die denn Zugriff darauf? Wenn ich im Ausland bin und roame, bekomme ich eine IP...

treysis 20. Jun 2020

Du kannst seit Android 6 den Apps manuell Berechtigungen zuweisen. Also ja, du kannst...

treysis 20. Jun 2020

Klar kannst du das. Nennt sich "reproducible builds". Da kompilierst du selbst und...



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