Viel Lob für Open Source

Sowohl die Vertreter der Bundesregierung als auch die beteiligten Unternehmen lobten dabei den Open-Source-Ansatz bei der Entwicklung der App. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte: "Ein solches offenes Verfahren hat es in dieser Konsequenz noch nicht gegeben. Und ich denke, dieses Verfahren wird auch für die Zukunft Maßstäbe setzen." Laut Müller hat Open Source "als Stützpfeiler gedient". Die Projektseite auf Github habe 100.000 Besucher gezählt. Allerdings haben laut Müller nur 160 Personen aktiv an der Code-Entwicklung mitgewirkt. Es gab demnach 2.100 Meldungen zu möglichen Verbesserungen sowie 1.500 konkrete Veränderungsvorschläge.

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Höttges lobte die Zusammenarbeit mit Regierung, Behörden und Instituten in den höchsten Tönen. Das sei das beste Projekt einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) in seinem Berufsleben gewesen, "der Rockstar in Geschwindigkeit, aber auch in der Art, wie wir zusammengearbeitet haben". Es sei "absolut professionell und zielorientiert" gearbeitet worden, auch mit Google und Apple. Höttges ergänzte: "Alles ist Made in Germany. Alle Daten, alle Projekte, alle Clouds liegen hier in Deutschland. Also Deutschland kann Digitalisierung, wenn wir alle an einem Strick ziehen."

Lambrecht verweist auf Freiwilligkeit

Strittig ist jedoch weiter die Frage, ob sich das strikte Festhalten am Prinzip der Freiwilligkeit durchsetzen wird. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) verteidigte in diesem Zusammenhang den Verzicht der Regierung, die freiwillige Nutzung gesetzlich zu verankern. Es sei nicht mit der "Lebenswirklichkeit" zu vereinbaren, dass ein Gastwirt beispielsweise die Installation der App verlangen werde, um Gästen den Zugang zum Restaurant zu erlauben. "Dann muss man sich dann wirklich fragen, warum sollte er oder sie das denn tun?", fragte Lambrecht. Der Umgang mit den Daten liege in der Verantwortung der Nutzer, "und deswegen hat der Gastwirt überhaupt keine Begründung, das von einem Gast abzufragen".

Mit Blick auf mögliche Forderungen von Arbeitgebern zur Installation der App sagte die Justizministerin, dass sich diese Frage ohnehin nur bei Diensthandys stelle. Bei privaten Handys sei eine solche Verpflichtung nicht möglich. Doch auch bei Diensthandys müsse der Arbeitgeber trotz seines Weisungsrechts die unterschiedlichen Interessen abwägen. Zwar spiele der Infektionsschutz im Betrieb eine Rolle, doch dieser könne auch mit anderen Maßnahmen umgesetzt werden. Nach ihrer Einschätzung überwiege in diesem Fall die Freiwilligkeit bei der Installation der App.

Reproduzierbare Builds geplant

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Weiter ungelöst ist das Problem der Interoperabilität mit ausländischen Corona-Apps. Hierzu gebe es weiterhin Gespräche auf europäischer Ebene, um zumindest einen Datenaustausch mit solchen Ländern zu ermöglichen, die ebenso wie Deutschland den dezentralen Ansatz bei der App verfolgen. Ebenfalls wollen die Entwickler bei Google und Apple darauf einwirken, dass sich die App nicht nur innerhalb Deutschlands in den Appstores findet. Neben der deutschen und englischen Version sind auch Varianten auf Türkisch, Arabisch, Französisch, Russisch und weiteren Sprachen geplant. Schon jetzt stehe die Telefonhotline teilweise auf Türkisch zur Verfügung.

Ebenfalls sollen künftig reproduzierbare Builds ermöglicht werden. Damit will man sicherstellen, dass der auf Github veröffentlichte Code auch mit demjenigen übereinstimmt, der in den kompilierten Apps bei Google und Apple zur Verfügung steht. Künftige Updates sollen zudem "unkritische" Hinweise des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) berücksichtigen. Nach Einschätzung von Gesundheitsminister Spahn ist die Corona-App aber jetzt schon "sicher, freiwillig und einfach handhabbar. Mehr geht gar nicht".

Nachtrag vom 16. Juni 2020, 16:19 Uhr

Die Telekom teilte auf Anfrage zu den "Extra-Handys" mit: Bei den von Höttges erwähnten Angeboten "handelt es sich um Endgeräte, die beispielsweise für Senioren und Einsteiger gedacht sind, die im Zuge der Smartphone-Voraussetzung für die Warn-App-Nutzung erstmalig auf ein Smartphone setzen". Dafür stünden vier Endgeräte, darunter Apples iPhone 7, zur Verfügung, die mit Post- oder Prepaid-Tarifen kombiniert werden könnten.

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 Bluetooth-Messung: Corona-App hat Fehlerquote von 20 Prozent
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Neremyn 24. Jun 2020

Und so wie es scheint ist man noch nicht mal and den Google Play Store gebunden oder was...

treysis 20. Jun 2020

Haben die denn Zugriff darauf? Wenn ich im Ausland bin und roame, bekomme ich eine IP...

treysis 20. Jun 2020

Du kannst seit Android 6 den Apps manuell Berechtigungen zuweisen. Also ja, du kannst...

treysis 20. Jun 2020

Klar kannst du das. Nennt sich "reproducible builds". Da kompilierst du selbst und...

tom.stein 20. Jun 2020

Woher stammt dieser Schwachsinn? Eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne ist...



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