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Bluetooth-Kassettenplayer im Test: Musikhören wie früher, nur in schlecht

Der tragbare Kassettenrekorder des chinesischen Herstellers Ninm hat uns nicht nur wegen seiner Bluetooth-Funktion interessiert, wir haben schließlich generell ein Faible für Retro-Technik. Im Test erweist sich das Gerät allerdings als Rohrkrepierer - wir haben bessere Alternativen von früher in petto.

Ein Test von veröffentlicht am
Der It's OK von Ninm (Video) (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Musikkassetten sind im Kommen: Nach Vinylplatten könnte die 1963 vorgestellte Kompaktkassette der neue Verkaufsschlager im Retro-Hipster-Geschäft werden - zumindest, wenn die aktuellen Verkaufszahlen wohlwollend ausgelegt werden. "Kassettenverkäufe auf dem höchsten Level seit mehr als zehn Jahren", meldete im Sommer 2019 beispielsweise die BBC; zu erwähnen ist, dass es sich um 35.000 Stück bis Mitte 2019 handelte, ein Bruchteil der Hunderte von Millionen Ende der 1980er.

Inhalt:
  1. Bluetooth-Kassettenplayer im Test: Musikhören wie früher, nur in schlecht
  2. Wiedergabe nur in Mono
  3. Verfügbarkeit und Fazit

Der chinesische Hersteller Ninm versucht mit seinem "It's OK" genannten tragbaren Kassettenrekorder, auf diesen Zug aufzuspringen. Eine entsprechende Crowdfunding-Kampagne sammelte umgerechnet fast 75.000 Euro ein, das Gerät kann mittlerweile für umgerechnet 80 Euro vorbestellt werden. Neben einer Aufnahmefunktion ist vor allem die eingebaute Bluetooth-Konnektivität eines der Verkaufsargumente des Players.

Golem.de hat sich ein Exemplar gesichert und eine Reihe von Musikkassetten vom Dachboden geholt. Zugegeben, wir hatten an das Gerät nicht allzu hohe Erwartungen angesichts der Tatsache, dass es kaum noch Hersteller für hochwertige Komponenten von Kassettenabspielgeräten gibt; im Test zeigt der It's OK dann aber eine auch für uns überraschende Vielzahl von Schwächen. Wer dennoch wieder seine alten Kassetten hören möchte, findet in unserem Test zwei günstigere und wesentlich bessere Alternativen aus den 1990er Jahren.

Verpackung verspricht viel

Der It's OK wird in einer hübsch gestalteten kleinen Schachtel geliefert, die jedoch einige vollmundige Versprechungen macht, die der Player letztlich nicht einhalten kann. Das beginnt beim Slogan "Only music can heal me" - "Nur Musik kann mich heilen"; angesichts der Audioqualität würden wir nicht von einem Heilungsprozess sprechen, dazu später aber mehr. Auch das "Wiederaufkommen der Kassetten-Romantik der 80er in höherer Perfektion" können wir im Laufe unseres Tests nicht entdecken.

  • Der It's OK von Nimn in der Mitte, eingerahmt von unseren beiden Vergleichsgeräten von Aiwa (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der It's OK verwendet ein Laufwerk von Tanashin, das Audiosignale nur in Mono wiedergeben kann. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Kassettenplayer ist aus billigem Kunststoff hergestellt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch das Lautstärkerädchen fühlt sich billig an. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der It's OK hat einen eingebauten Bluetooth-Transmitter, der gut funktioniert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit dem Clip auf der Rückseite lässt sich der Player an einem Gürtel befestigen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Klappe des Kassettenspielers lässt sich nur manuell öffnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Betrieben wird der It's OK mit zwei AA-Batterien. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Mono-Tonkopf des It's OK (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der It's OK ist wesentlich klobiger als portable Kassettenspieler aus den 1990er Jahren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Als bessere Alternativen haben wir zwei Geräte von Aiwa herausgesucht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der PS787 links im Bild und der EX200 MkII rechts im Bild haben einen wesentlich besseren Klang, Dolby-Rauschunterdrückung und zahlreiche Komfortfunktionen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der aufgeklappte It's OK (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tasten des It's OK fühlen sich billig an. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Der It's OK von Nimn in der Mitte, eingerahmt von unseren beiden Vergleichsgeräten von Aiwa (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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In der Schachtel befindet sich nicht nur der Kassettenrekorder, sondern auch gleich eine Leerkassette. Mit dem It's OK können wir dank des eingebauten Mikros auch aufnehmen. Der Player ist in unserem Fall aus mattem blauen Kunststoff und wirkt auf uns wie ein billiger tragbarer Kassettenspieler aus unserer Kindheit - einer von der Sorte "Aber ich wollte doch einen echten Walkman von Sony, nicht so ein Billigding!"

Unser erster Eindruck bestätigt sich, sobald wir uns den It's OK näher anschauen: Das Lautstärkerad fühlt sich billig an und lässt sich sehr schwer drehen; die beiden Kunststoffhälften des Players sind schlampig zusammengefügt. Flache, elektronische Tasten wie spätere tragbare Kassettenspieler aus den 1990er Jahren hat das Gerät nicht, sondern klassisch Drucktasten, ebenfalls aus Kunststoff. Die Klappe lässt sich nicht auf Knopfdruck öffnen, stattdessen müssen wir den durchsichtigen Deckel manuell öffnen. Insgesamt wirkt der It's OK eher klapprig als stabil.

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Wiedergabe nur in Mono 
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mainframe 06. Jan 2020

Naja retro ist schon irgendwie cool... Ich hab mir vor ein paar Monaten wieder einen...

Dakkaron 25. Dez 2019

Der übliche chinesische Müll wie annähernd alle Elektronik die du besitzt?

Dakkaron 25. Dez 2019

Ich seh aber genau das Gleiche auch in die andere Richtung. Eine RGB-LED gibt es z.B...

Vögelchen 25. Dez 2019

Und nicht nur wegen ein paar Gimmicks, wie der Vorposter meinte, sondern wegen massiv...

fgordon 25. Dez 2019

Etwas OT sorry x) - Die alte Musik gibt es aber glaub nur BIS Folge 40 oder?


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