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Wiedergabe nur in Mono

Ninm verwendet ein Laufwerk von Tanashin, was wenig verwunderlich ist: Das japanische Unternehmen ist das letzte, das noch Kassettenlaufwerke herstellt. Zum Einsatz kommt ein Mono-Tonkopf, was bedeutet, dass sämtliche abgespielte Musik nur in Mono wiedergegeben wird - der Hersteller spricht dezent kaschierend von "Classic Monaural Sound". Selbst preiswerte tragbare Kassettenspieler in den 1980ern konnten Musik in Stereo wiedergeben, eine Monowiedergabe ist für uns ein Ausschlusskriterium.

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Bei der Wiedergabe ist der Motor des It's OK sehr laut, zudem hören wir auch über die per Klinke angeschlossenen Kopfhörer ein unangenehmes Nebengeräusch. Die Klangqualität - von uns mit verschiedenen Kopfhörern getestet - ist schlecht: Der Ton ist dumpf und ohne Bässe. Daran ändert auch die Tonübertragung über Bluetooth 5.0 nichts, die Ninm zugegebenermaßen gut gelungen ist: Wir müssen einen Kopfhörer oder einen Lautsprecher lediglich in den Kopplungsmodus stellen und den Bluetooth-Schalter an der Seite des It's OK auf "On" stellen. In unseren Versuchen stellt der Player binnen weniger Sekunden eine Verbindung zu unseren Audiogeräten her.

Die Bluetooth-Übertragung ist eine schöne Verbindung von alter und neuer Technik. Leider bringt dieser schöne Trick letztlich nichts, wenn die Tonqualität so unterirdisch ist wie beim It's OK: Wir haben auch mit Bluetooth-Kopfhörern keine Lust, Kassetten über den Player zu hören.

Aufnahmefunktion mit eingebautem Mikro ist unbrauchbar

Die Aufnahmefunktion über das eingebaute Mikro ist ebenfalls ein Reinfall: Der Motor des I'm OK verursacht derartig viele Nebengeräusche, dass auf der Aufnahme kaum etwas anderes zu hören ist. Anstelle von "warm messages", wie der Hersteller es auf der Packung anpreist, bekommen wir herzliche Motorengeräusche geliefert, die bei der/dem Angebeteten sicherlich gut ankommen werden. Selbst bei der mitgelieferten Kassette hat Ninm es übrigens geschafft, eine schlechte Qualität abzuliefern: Die Hülle ist scharfkantig und aus billigem Kunststoff gegossen, die Kassette passt nur mit Nachdruck hinein.

  • Der It's OK von Nimn in der Mitte, eingerahmt von unseren beiden Vergleichsgeräten von Aiwa (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der It's OK verwendet ein Laufwerk von Tanashin, das Audiosignale nur in Mono wiedergeben kann. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Kassettenplayer ist aus billigem Kunststoff hergestellt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch das Lautstärkerädchen fühlt sich billig an. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der It's OK hat einen eingebauten Bluetooth-Transmitter, der gut funktioniert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit dem Clip auf der Rückseite lässt sich der Player an einem Gürtel befestigen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Klappe des Kassettenspielers lässt sich nur manuell öffnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Betrieben wird der It's OK mit zwei AA-Batterien. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Mono-Tonkopf des It's OK (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der It's OK ist wesentlich klobiger als portable Kassettenspieler aus den 1990er Jahren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Als bessere Alternativen haben wir zwei Geräte von Aiwa herausgesucht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der PS787 links im Bild und der EX200 MkII rechts im Bild haben einen wesentlich besseren Klang, Dolby-Rauschunterdrückung und zahlreiche Komfortfunktionen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der aufgeklappte It's OK (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tasten des It's OK fühlen sich billig an. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Der It's OK ist wesentlich klobiger als portable Kassettenspieler aus den 1990er Jahren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der It's OK verfügt über keinerlei nennenswerte Komfortabspielfunktionen außer Auto Stop - und das auch nur bei der Wiedergabe, nicht beim Vor- oder Zurückspulen. Dolby-Rauschunterdrückung war möglicherweise angesichts der Lizenzen zu teuer, wir können zudem nicht zwischen verschiedenen Bandmaterialien wählen. Dabei würde der Equalizer entsprechend angepasst werden. Mit gutem Willen könnte man den Gürtelclip auf Kunststoff vielleicht als Komfortfunktion bezeichnen.

Bessere Alternativen vom Gebrauchtmarkt

Wer sich an die 1990er Jahre erinnert, weiß natürlich, dass es besonders in dieser Epoche großartige tragbare Kassettenabspielgeräte gab. Da der It's OK offensichtlich ein Reinfall ist, haben wir uns nach Alternativen umgesehen, die besser und auch noch preiswerter als der missglückte Player von Ninm sind. Die Walkman-Geräte von Sony sind aktuell sehr gefragt, was bei den Topmodellen zu mitunter komplett unverständlichen Preisen führt. Wir haben uns daher bei Sonys Konkurrenten Aiwa umgesehen und den EX200 MkII sowie den noch etwas besseren PX787 bei eBay erstanden. Aiwa-Player mit einem X im Namen sind meist die Topmodelle der jeweiligen Serie; die PX-Serie gilt als eine der besten, die Aiwa gebaut hat.

Der EX200 MkII hat uns - voll funktionsfähig - 45 Euro gekostet, der PX787 war mit 25 Euro etwas preisgünstiger; dort mussten wir für 15 Euro aber noch einen neuen Riemen kaufen, da der alte ausgeleiert war. Zusammen ergibt das 40 Euro, was immer noch deutlich unter dem Preis für den It's OK liegt. Bei Geräten aus den 1990ern ist die Gefahr eines ausgeleierten Riemens durchaus gegeben, die Gummiringe lassen sich aber ohne Probleme nachkaufen und austauschen. Vom Abspielmechanismus her sind die Player im Grunde recht robust, wenn sie pfleglich behandelt wurden. Beide von uns gekaufte Geräte haben Batteriefächer zum Anstecken, was angesichts der nicht mehr funktionsfähigen Akkus wichtig ist. So können wir einfach eine Batterie einlegen und loslegen.

Anders als der teurere It's OK haben die beiden von uns gekauften Aiwa-Player Dolby B, bei PX787 können wir auch noch zwischen normalem Tonband und Metallband wählen. Beide Geräte lassen sich über flache elektronische Tasten bedienen, die sich beim PX787 auf der Vorderseite befinden. Anders als der EX200 MkII können wir mit dem PX787 nicht nur normal vorspulen, sondern auch zum nächsten oder vorigen Lied springen. Beide Geräte können in beide Richtungen abspielen, wir müssen das Band also nicht umdrehen; der PX787 wechselt die Abspielrichtung auch automatisch, wenn der Nutzer das einstellt.

Größer könnte der klangliche Unterschied nicht sein

Vom Klang her trennen beide Aiwa-Player Welten vom It's OK: Beim Abspielen ist der Motor sehr leise, die Störgeräusche sind dank Dolby minimal. Der Sound des PX787 ist ausgeglichen und klar, die Bässe sind in der Normaleinstellung eher unauffällig. Dank zuschaltbarer "DSL"-Funktion können wir den unteren Frequenzen allerdings einen deutlichen Schub verleihen. Der EX200 MkII gefällt uns vom Klang her sogar noch etwas besser, er wirkt noch ausgeglichener - dafür fehlen dem Gerät einige der Komfortfunktionen des PX787. Beide Kassettenspieler haben keine Aufnahmefunktion, die Gehäuse sind aus Metall.

Die von uns gekauften Modelle stehen stellvertretend für eine Reihe hochwertiger tragbarer Kassettenabspielgeräte aus den 1990ern, wie es sie bei Ebay oder auch auf Flohmärkten zuhauf gibt. Oft genug kosten die Player unter 50 Euro, auch Topmodelle. Ab und an findet sich auch ein Walkman von Sony für einen guten Preis, Aiwa-Player sind aber meist die günstigere Alternative. Die alten Geräte haben zwar keine Bluetooth-Funktion wie der It's OK, angesichts des um Welten besseren Klangs können wir damit aber leben.

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 Bluetooth-Kassettenplayer im Test: Musikhören wie früher, nur in schlechtVerfügbarkeit und Fazit 
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mainframe 06. Jan 2020

Naja retro ist schon irgendwie cool... Ich hab mir vor ein paar Monaten wieder einen...

Dakkaron 25. Dez 2019

Der übliche chinesische Müll wie annähernd alle Elektronik die du besitzt?

Dakkaron 25. Dez 2019

Ich seh aber genau das Gleiche auch in die andere Richtung. Eine RGB-LED gibt es z.B...

Vögelchen 25. Dez 2019

Und nicht nur wegen ein paar Gimmicks, wie der Vorposter meinte, sondern wegen massiv...

fgordon 25. Dez 2019

Etwas OT sorry x) - Die alte Musik gibt es aber glaub nur BIS Folge 40 oder?


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