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Blueleaks: Google meldet Nutzerdaten unaufgefordert an Behörden

Eine Google-Abteilung kooperiert mit einer kalifornischen Anti-Terror-Behörde. Die gemeldeten Kommentare bleiben jedoch weiter auf den Plattformen.

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Google-Dokumente sind ebenfalls in Blueleaks enthalten.
Google-Dokumente sind ebenfalls in Blueleaks enthalten. (Bild: Yasuaki Kobayashi/Reuters)

Eine wenig bekannte Google-Abteilung leitet offenbar detaillierte personenbezogene Daten an US-Behörden weiter. Das geht einem Bericht des britischen Guardian zufolge aus Polizeidokumenten hervor, die im vergangenen Juni vom Portal Distributed Denial of Secrets (DDoSecrets) geleakt worden waren. Obwohl die Nutzer auf Google-Plattformen wie Youtube mit Gewalt gedroht oder andere extremistische Ansichten verbreitet hätten, seien die Beiträge weiterhin zu sehen und die Accounts der Nutzer aktiv.

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Googles Cybercrime Investigation Group (CIG) hat demnach die Daten an das Northern California Regional Intelligence Center (NCRIC) weitergeleitet. Sogenannte Fusion Center dienen in den USA dem Datenaustausch von Behörden.

Die von Google weitergeleiteten Daten dokumentieren demnach die Aktivitäten einzelner Nutzer und enthalten detaillierte personenbezogene Angaben wie Namen, Adressen, Kreditkartennummern und E-Mail-Adressen. Auch IP-Adressen und Login-Daten würden weitergegeben. Viele Dokumente enthielten Nutzerkommentare, in denen beispielsweise darüber spekuliert werde, einen rechtsextremistisch motivierten Terroranschlag zu begehen. In anderen Kommentaren gebe es Gewaltdrohungen gegen andere Nutzer, Ermittlungsbehörden oder auch gegen Google-Mitarbeiter. Dem Bericht zufolge finden sich zahlreiche der gemeldeten Kommentare weiterhin auf den Google-Diensten, die Nutzer seien weiterhin aktiv.

Während Google nicht zu dem Bericht Stellung nehmen wollte, verwies NCRIC-Direktor Mike Sena laut Guardian darauf, dass solche Informationen über ein entsprechendes Tool auf der Behördenwebseite gemeldet werden könnten. Die Daten würden je nach Bedarf verarbeitet und zwölf Monate lang gespeichert.

Eine Anwältin der Electronic Frontiers Foundation (EFF), Saira Hussein, zeigte sich hingegen besorgt über die "große Menge an Nutzerdaten", die Google offenbar freiwillig an die Strafverfolgungsbehörden weitergebe. Es sei fragwürdig, was das Unternehmen damit bezwecke. "Erwarten sie, dass die Ermittler etwas unternehmen, oder ist dies nur eine Möglichkeit, sich selbst zu schützen?" fragte Hussein und fügte hinzu: "Besteht nach Ansicht von Google die eigene Verantwortung nur darin, die Ermittlungsbehörden zu informieren und selbst weiterzumachen?"

Kritik an dem Vorgehen kam demnach auch von der Organisation Mediajustice, die sich für gerechte und partizipative Medien einsetzt: "Während die Verbreitung hasserfüllter Aktivitäten auf Googles Plattformen ein echtes Problem darstellt, ist es keine Lösung, die Verantwortung an die Polizei weiterzuleiten."

Wegen der Veröffentlichung der Polizeidokumente war Anfang Juli 2020 offenbar ein Server von DDoSecrets in Deutschland beschlagnahmt worden. Nach Angaben des Sicherheitsexperten Brians Krebs enthält der Leak Dokumente aus einem Zeitraum von 24 Jahren. Darin fänden sich zahlreiche personenbezogene Daten wie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Bilder und PDF-Dateien sowie zahlreiche Text-, Video-, CSV- und Zip-Dateien. Das Material hat einen Umfang von 270 Gigabyte.

Der Leak steht im Zusammenhang mit den Protesten nach der Tötung des schwarzen US-Bürgers George Floyd in Minneapolis. Ob das Material, wie möglicherweise beabsichtigt, Fehlverhalten von US-Polizeibehörden etwa im Umgang mit farbigen Bürgern aufdecken kann, ist unklar.

In Deutschland sind soziale Netzwerke wie Youtube, Facebook oder Twitter künftig dazu verpflichtet, Nutzerdaten wie IP-Adressen oder Portnummern an das Bundeskriminalamt (BKA) übermitteln, wenn rechtswidrige Beiträge entfernt oder gesperrt wurden. Das hat der Bundestag im Juni 2020 beschlossen.

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piratentölpel 19. Aug 2020

Ein Bekannter arbeitet dort und meinte das Google bestimmte Anfragen und Surfverhalten an...

mackes 18. Aug 2020

Ich weiß ja nicht, ob Anschlagsdrohungen wirklich unter Meinungsfreiheit fallen, aber gut.


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