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Burg Blaustein verlangt Erfahrung

Unter dem Label Bluebrixx Pro gibt es einen gedruckten Karton und eine Anleitung in Buchform, hier mit über 300 Seiten. Bei Bluebrixx Special ist der Karton braun und die Anleitung gibt es als PDF im Onlineshop, jedoch erst nach Registrierung.

Bei den Bildern, bei der Handhabung und der Übersichtlichkeit gibt es nach unserer Einschätzung keine klare Tendenz zu einer Variante. Will man aber beispielsweise Kinder beim Bau miteinbeziehen, ist die gedruckte Anleitung definitiv vorzuziehen.

Ansonsten kann man sich das ganze Papier gern sparen. Auch der unbedruckte Karton dürfte eine bessere Umweltbilanz als die bunte Variante haben. Zumal die farbigen Aufdrucke eher pragmatisch als schön wirken. Ein Sammlerstück wird daraus nicht mehr.

Genauer Blick und Ruhe gefragt

Die Schwierigkeit beim Aufbau kommt nicht allein durch die Altersempfehlung von 14 Jahren zum Ausdruck. Ohne ausreichend Erfahrung mit einfacheren Sets, egal von welchem Hersteller, und ohne die nötige Ruhe, jeden Bauabschnitt anschließend noch einmal genau zu prüfen, kann schnell Frust aufkommen.

Teils werden komplexe Baufolgen verlangt, teils folgen zahlreiche ähnliche und damit monotone Schritte aufeinander. Zur Belohnung gibt es immer wieder überraschende Momente – wie wenn aus einer wirr anmutenden Sammlung von Steinen eine Wanddekoration entsteht oder eine Felswand wächst.

Gleichzeitig fällt ein leichter Qualitätsunterschied auf: Farbabweichungen konnten wir zwar keine entdecken, die bei einer Burg ohnehin keine Rolle spielen würden, wohl aber minimale Größenunterschiede. So ließen sich manche Steine nur mit viel Kraft lückenlos zusammenfügen. Bei längeren Platten und Riegeln ließen sich leichte Biegungen feststellen, die nach dem Zusammenbau aber verschwanden.

Zudem erkennt man bei Steinen und Platten mit Noppen, wo der Kunststoff in die Form eingespritzt wurde. Bei Spezialteilen und glatten Steinen ist das besser gemacht. Weil der Aufbau aber so gestaltet ist, dass am Ende fast alle Noppen verdeckt sind, stört dieser Makel kaum. Der Qualitätsunterschied zu Lego ist deutlich, aber nicht eklatant.

Wo ist der Bogen?

Als wesentlich ärgerlicher stellte sich in unserem Bausatz ein fehlerhaft gegossener Bogen heraus. Die Bauarbeiten mussten hier erst einmal stoppen. Wir konnten das zwar mit einigen über Jahre gesammelten Ersatzteilen kompensieren, aber das mulmige Gefühl blieb, dass doch noch ein Teil fehlen könnte. Leider passierte genau das beim Dach wieder, als gleich drei 1 x 10-Riegel nicht beilagen.

Hier vermuten wir zugunsten von Bluebrixx, dass das neu erschienene Set noch mit Problemen zu kämpfen hat. Im nächstgelegenen Bluebrixx-Laden gab man allerdings offen zu, dass solche Fehler hin und wieder auftreten und größere Teile wie in unserem Fall nur nachbestellt werden können. Kleinere hätten wir dagegen sofort mitnehmen können.

Eine Reklamation wiederum lässt sich digital per Formular und mit den Bestelldaten durchführen. Nervig bleibt der Vorgang dennoch, aber nach sechs Tagen waren die vermissten Teile im Briefkasten. Immerhin blieb unser Set der Burg Blaustein das bisher einzige in unserer Sammlung, dem Teile fehlten.

Technisch stimmig

Der Ärger über das herausfordernde Bauen ist aber schnell verflogen. Immer wieder müssen Teile auf ungewöhnliche Weise zusammengefügt werden, so dass sich am Ende daraus überraschenderweise ein Tisch oder ein Kamin ergibt.

Das erfordert Geschick und auch einen sehr genauen Blick auf die Abbildungen. In einigen Fällen mussten wir nachjustieren, mehr Kraft einsetzen oder sogar Hilfswerkzeug einsetzen. Aber so in etwa sollte ein Bausteinset, das sich vornehmlich an Erwachsene richtet, schon konzipiert sein.

Erweiterung klar strukturiert

Die Ergänzung um den Bergfried gelang auf vergleichbarem Niveau, wobei die ganz komplexen Lösungen bei der eher simplen Form ausblieben. In den ersten elf Schritten wird die Burg Blaustein minimal zurückgebaut.

Viele dieser Klemmbausteine werden anschließend für den Bergfried genutzt. Einziges Manko: In der Anleitung ist die minimal anders aufgebaute Burg als Special-Version zu sehen, so dass einige Teile anders aufgebaut sind oder eine andere Farbe haben. Echte Schwierigkeiten ergaben sich daraus nicht.


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