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Blue Origin: Jeff Bezos rettet Viper-Rover der Nasa

Der Mond-Rover Viper soll 2027 zum Mond fliegen. Mit Blue Origin hat die Nasa einen Partner gefunden, der die Mission vor ihrem Ende rettet.
/ Patrick Klapetz
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Illustration vom Mondrover Viper der Nasa und der Landefähre Blue Moon Mark 1 von Blue Origin (Bild: Nasa, Blue Origin)
Illustration vom Mondrover Viper der Nasa und der Landefähre Blue Moon Mark 1 von Blue Origin Bild: Nasa, Blue Origin

Wegen Missionsverzögerungen und der damit verbundenen Kostensteigerungen hatte die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa den Mondrover Viper (Volatiles Investigating Polar Explorer Rover) eingestellt. Das sorgte für Empörung in der Raumfahrtgemeinde, da der Rover nahezu startklar war. Schließlich entschied sich die Behörde dafür, nach einem Industriepartner zu suchen , der Viper zum Mond bringen soll. Und der hat sich gefunden: Blue Origin(öffnet im neuen Fenster) .

Das Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos soll den Rover Ende 2027 mit seiner eigenen Mondlandefähre zur Oberfläche des Trabanten bringen. Laut dem amtierenden Nasa-Administrators Sean Duffy führt die Nasa "die Welt bei der Erforschung mehr als jemals zuvor an und diese Lieferung ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie wir die US-Industrie nutzen, um eine langfristige amerikanische Präsenz auf der Mondoberfläche zu unterstützen" .

Die Suche nach Wasser auf dem Mond

Diese Präsenz wird sich auf die südliche Polarregion des Mondes konzentrieren, die vermutlich viel Wassereis beherbergt . Viper soll das Vorhandensein und die Zugänglichkeit dieser wichtigen Ressource überprüfen.

Das Wassereis kann nicht nur zur Lebenserhaltung beitragen, indem es als Trinkwasser und der enthaltene Sauerstoff als Atemluft genutzt wird. Seine Bestandteile, Wasserstoff und Sauerstoff, können auch als Raketentreibstoff dienen.

Ursprünglich sollte Viper Ende 2023 mit der Landefähre Griffin auf dem Mond landen . Das Raumfahrzeug stammt vom in Pittsburgh (Pennsylvania, USA) ansässigen Unternehmen Astrobotic. Doch Verzögerungen sowohl bei Griffin als auch bei Viper verschoben das Zieldatum immer wieder nach hinten.

Das Hin und Her bei Viper

Nach Angaben der Behörde, die bis zu diesem Zeitpunkt rund 450 Millionen Dollar für die Mission ausgegeben hatte, würde dies etwa 84 Millionen Dollar einsparen. Schließlich wollte die Nasa Angebote von Privatunternehmen einholen, um zu sehen, ob sich jemand zusammentun wolle, um Viper zum Mond zu bringen. Die Industriefirma würde dann auch Teile der Kosten übernehmen.

Im Mai 2025 gab die Nasa jedoch bekannt, dass sie die Suche nach Partnerschaften mit der Industrie gebremst habe und dass sie " in Zukunft eine neue Strategie für Viper ankündigen wird" .

Dabei handelt es sich um eine neue CLPS-Vereinbarung (Commercial Lunar Payload Services) mit Blue Origin – im Gesamtwert von 190 Millionen Dollar. Blue Origin setzt dafür seine Landefähre Blue Moon Mark 1 (MK1) ein. Dieses Modell eines nicht wiederverwendbaren Mondfrachtlandegeräts soll 2025 bei einer weiteren CLPS-Mission der Nasa zum Südpol des Mondes aufbrechen.

"Diese vom Privatsektor entwickelte Landekapazität ermöglicht diese Umsetzung und konzentriert unsere Investitionen entsprechend – sie unterstützt die amerikanische Führungsrolle im Weltraum und stellt sicher, dass unsere langfristige Erforschung robust und erschwinglich ist" , teilte Nicky Fox mit, stellvertretende Verwaltungsleiterin der Wissenschaftsdirektion bei der Nasa.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird Viper in der Nähe des Mondsüdpols landen und etwa 100 Erdtage lang nach Wassereis in diesem Gebiet suchen. Während die Nasa für die wissenschaftlichen Arbeiten zuständig ist, wird Blue Origin für die Architektur der Landemission, die Integration von Viper in Blue Moon und den Einsatz des Rovers auf der Mondoberfläche verantwortlich sein. Der Raketenstart ist in dem CLPS-Vertrag nicht enthalten.


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