Blue Ocean: Helsing investiert in Roboter-Unterwasser-Krieg

Das Münchner Rüstungsunternehmen Helsing hat die Übernahme des Unternehmens Blue Ocean bekannt gegeben(öffnet im neuen Fenster) , das autonome Unterwasserfahrzeuge entwickelt.
Die Akquisition erfolgt nur vier Monate nach dem Kauf des bayerischen Flugzeugbauers Grob Aircraft. Amelia Gould, die bei Helsing das maritime Geschäft verantwortet, erklärte dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) , man könne Kunden nun ein Gesamtpaket anbieten.
Blue Ocean existiert seit elf Jahren und erzielt nach eigenen Angaben solide Umsätze. Konkrete Zahlen zum Umsatz oder Kaufpreis liegen nicht vor. Gould verwies darauf, dass noch die Zustimmung der australischen Behörden ausstehe. Sie bestätigte jedoch, dass Blue Ocean deutlich kleiner sei als Grob Aircraft.
Expansion unter Wasser
Helsing wurde 2021 mit Fokus auf KI-gestützte Softwarelösungen für den Rüstungssektor gegründet. Mit den jüngsten Übernahmen erweitert das Unternehmen sein Portfolio.
Das Start-up hat seit der Gründung rund 1,5 Milliarden Euro von Investoren eingeworben. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Juni stieg die Bewertung von etwa fünf auf zwölf Milliarden Euro. Damit gilt Helsing als das wertvollste deutsche Start-up, noch vor dem Softwareunternehmen Celonis.
Die Zusammenarbeit zwischen Helsing und Blue Ocean besteht bereits seit etwa einem Jahr. In dieser Zeit entstand der autonome Unterwasser-Gleiter SG-1 Fathom . Die Produktion des Gleiters läuft mittlerweile in Plymouth, einem britischen Küstenort, wo auch Blue Ocean einen Standort unterhält.
Helsing hatte den Gleiter und die zugehörige KI-Plattform Lura erstmals im Mai 2025 vorgestellt.
Fokus auf Unterwasser-Sicherheit
Gould hält einen Unterwasser-Drohnenwall zum Schutz Europas für relevant – vergleichbar mit einem Drohnenwall in der Luft an der Nato-Ostflanke. Sowohl Nato-Generalsekretär Mark Rutte als auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatten kürzlich den Aufbau solcher Systeme angesprochen. Über Unterwasserschutz werde bisher zu wenig diskutiert, so Gould.
Auch andere Unternehmen investieren in diesen Bereich. Die deutschen Rüstungs-Start-ups Quantum Systems und Stark Technologies haben den Sektor ebenfalls für sich entdeckt. Stark präsentierte Ende September unbemannte Boote bei einem Nato-Manöver in Portugal. Konzerne wie Boeing und BAE Systems haben neue Modelle im Portfolio oder in Planung. Und die Thyssen-Krupp-Marinesparte TKMS arbeitet seit Jahren an einem unbemannten Trägerschiff, unter anderem mit der Berliner Firma Evologics(öffnet im neuen Fenster) .



