Blue Byte: Im Bann der ersten Siedler

Vor 30 Jahren wuselten die ersten Siedler über den Bildschirm. Golem.de hat den Aufbauspiel-Klassiker von Blue Byte neu ausprobiert.

Artikel von Andreas Altenheimer veröffentlicht am
Artwork von Die Siedler
Artwork von Die Siedler (Bild: Ubisoft Blue Byte)

Der Ruf ist ramponiert: Das im Frühjahr 2023 veröffentlichte neue Die Siedler hat die Erwartungen der riesigen Fangemeinde bekanntlich nicht erfüllt.

Viele Spieler dürften auch deshalb enttäuscht gewesen sein, weil sie mit den Vorgängern so gute Erinnerungen verbinden. Das dürfte in vielen Fällen schon für das 1993 unter der Leitung von Volker Wertich veröffentlichte erste Die Siedler gelten – eine gewitzte Aufbau- und Wirtschaftssimulation, die leicht zugänglich und putzig anzusehen war.

Auch ich konnte mich damals dem Charme der Pixelmännchen nicht entziehen, der mich bereits beim Lesen der Testberichte anstrahlte. So war das legendäre Spielemagazin Power Play voll des Lobes und bewertete Die Siedler mit 89 von 100 möglichen Punkten.

Allein deshalb gingen auch von mir stolze 120 D-Mark (inflationsbereinigt umgerechnet rund 100 Euro) über die Ladentheke, weil ich solche Ausnahmetitel unbedingt in meiner Sammlung haben musste.

Meine Erinnerungen an das Spiel sind etwas verschwommen, aber durchweg positiv. Ich erinnere mich an eine spontane Spielfreude, die sich direkt nach dem Start einstellte und die auf der wahrlich niedlich-wuseligen Grafik beruhte. Weniger angetan war ich von der schleichenden Spielgeschwindigkeit und der Tatsache, dass mir auf Dauer die Abwechslung fehlte.

Kleine Hindernisse vor Spielstart

Für Retro-Artikel greife ich gerne auf meine alten Originalexemplare aus dem Archiv zurück, was diesmal allerdings ein kleines Problem darstellt: Ich habe mir Die Siedler seinerzeit nämlich in der Ur-Version für den Commodore Amiga zugelegt. Zwar besitze ich den passenden Computer, könnte jedoch mangels moderner Anschlussmöglichkeiten keine hübschen Screenshots anfertigen.

Deshalb nutze ich lieber die PC-Fassung, die nur wenige Monate nach dem Amiga-Original erschienen ist. Doch auch hier stoße ich auf Probleme, denn ich finde im Netz zunächst keine digitale Verkaufsversion. Steam oder Gog.com bieten lediglich die Nachfolger an, und meine alte CD-Fassung, die ebenfalls in meinem Archiv schlummert, dürfte kaum Windows-10-tauglich sein.

Zum Glück gebe ich nicht gleich auf – und muss nach kurzer Recherche beschämt feststellen: Blue Byte ist ja heute ein Teil von Ubisoft, weshalb Die Siedler folgerichtig im Ubisoft-Store erhältlich ist. Dort kostet das Spiel lediglich 4,99 Euro und läuft tadellos.

Seichter Einstieg

Zu Beginn werde ich von einem großartig gezeichneten Intro begrüßt, das mich inhaltlich allerdings irritiert: Wieso laufen da Kinder über die Straßen einer mittelalterlich angehauchten Stadt? Warum sieht der durch die Stadt reitende Ritter so dick aus? Und weshalb klingt die Musik so erschreckend dudelig? All das kommt im eigentlichen Spiel so nicht vor. Nun, zum Glück kann ich das langweilige Filmchen schnell abbrechen.

Im Startmenü stoße ich sogleich auf die Kampagne, die insgesamt 30 Missionen umfasst. Bereits eine davon kann mehrere Stunden Zeit in Anspruch nehmen, je nachdem, wie geübt man ist. Aus diesem Grund setze ich mir ein ebenso simples wie machbares Ziel: Ich möchte zumindest eine der Missionen komplett abschließen.

  • Das Intro von Die Siedler ist langweilig, aber immerhin schön gezeichnet. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Bereits nach einigen Minuten sollten wichtige Gebäude wie die Holzfällerhütte, der Steinbruch oder ein Sägewerk stehen, um den stetigen Abbau und die Verarbeitung der wichtigsten Ressourcen zu gewährleisten. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Vor Missionsbeginn sieht man seine Gegner und kann anhand der bunten Balken neben den Profilbildern ihre Stärken und Schwächen ausmachen. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Auf hügeligem Gelände können nur einfache Hütten aus Holz gebaut werden. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die Statistikbildschirme wirken leider kryptisch und sind ohne zugehörige Anleitung wenig aussagekräftig. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Im Gebirge können wir Minen zum Abbau von Kohle, Granit, Eisen oder Gold aufstellen. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Durch das Aufstellen von Wachhütten vergrößert sich automatisch das verfügbare Land – was leider auch für die Gegner gilt. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Lager, Wachburgen oder Schweinehöfe kann man nur auf einem flachen Gelände mit genügend Platz bauen. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Bei einem Angriff auf feindliche Wachhütten unterscheidet das Spiel zwischen Rittern, die besonders nahe bis besonders fern vom Ziel entfernt wohnen. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Der Kampf rund um eine Wachhütte wird stets vor ihrem Gebäudeeingang ausgefochten. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Wurde der Gegner besiegt, dann verliert er ein Stück Land, und sämtliche darin gebauten Gebäude werden automatisch zerstört. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Endlich Sonnenuntergang: Ist der Spieler mächtig genug und hat einen Großteil der gegnerischen Armee besiegt, dann kürt ihn das Spiel automatisch zum Sieger. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die Siedler erschien ursprünglich für den Commodore Amiga und wurde entsprechend auf einer Handvoll Disketten ausgeliefert. (Quelle: Medienagentur Plassma)
Bereits nach einigen Minuten sollten wichtige Gebäude wie die Holzfällerhütte, der Steinbruch oder ein Sägewerk stehen, um den stetigen Abbau und die Verarbeitung der wichtigsten Ressourcen zu gewährleisten. (Bild: Blue Byte/Screenshot: Medienagentur Plassma)

Schließlich halten sich deren Unterschiede in Grenzen und beschränken sich auf den Aufbau der Spiellandschaft sowie die taktische Vorgehensweise meiner vom Computer gesteuerten Gegner.

Im Netz finde ich eine Liste mit Codes, dank derer ich mir eine beliebige Mission aussuchen kann. Spontan entscheide ich mich für den zweiten Einsatz, weil ich dort im Gegensatz zum ersten gegen zwei Computergegner gleichzeitig antreten muss. Ein bisschen Herausforderung muss sein!

Direkt nach Spielstart fühle ich mich leicht verloren: Ich habe den Anblick meines prächtigen Schlosses erwartet, von wo ich meine Siedlung starte. Doch in Wahrheit muss ich mir selbst einen guten Anfangspunkt aussuchen. Nur nach welchen Kriterien? Vielleicht da, wo besonders viele Bäume stehen, die ich zu Holz verarbeiten darf?

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Hurra, der erste Siedler ist da! 
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Sharra 31. Mai 2023

Kenn ich, hab ich hier, und war nicht begeistert. Look&feel haben schlicht nicht...

Legacyleader 30. Mai 2023

Splitscreen wäre heute so geil bei den Riesen TVs aber ne Couch Coop ist tot...

Anonymer Nutzer 30. Mai 2023

ich fand dies einfach das wuseligste und coole. teil 4 war auch noch super, aber danach...

Tom01 30. Mai 2023

Amiga 1200 und 4000 können auch 256 Farben darstellen aus 16,8 Milliionen.



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