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Bloomberg legt nach: Spionagechips angeblich auch bei US-Provider

Nach Amazon und Apple sollen auch bei einem US-Provider chinesische Spionagechips gefunden worden sein. Unternehmen und staatliche Institutionen widersprechen. Die Bloomberg-Diskussion geht weiter.
/ Moritz Tremmel
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Ob sich hier wohl ein Spionagechip versteckt? (Bild: JohnMontor)
Ob sich hier wohl ein Spionagechip versteckt? Bild: JohnMontor / CC0 1.0

Erst letzte Woche titelte das US-Magazin Bloomberg mit einer Recherche zu chinesischen Spionagechips, die in Mainboards von Supermicro bei Apple und Amazon entdeckt wurden – und sorgte durch die anonymen Quellen und vehemente Dementis durch die genannten Firmen für reichlich Diskussionsstoff. Nun berichtet Bloomberg von einem weiteren Fund(öffnet im neuen Fenster) : Ein chinesischer Spionagechip soll auch in einem Server eines US-Providers gefunden worden sein. Die großen US-Provider betonen jedoch, dass bei ihnen keine derartigen Chips gefunden wurden.

Bloomberg beruft sich in seinem Bericht auf Yossi Appleboum, einer der CEOs der Firma Sepio. Dieser habe dem Magazin "Dokumente, Analysen und weitere Beweise" vorgelegt, dass seine auf Hardwaresicherheit spezialisierte Firma einen Spionagechip in einem Server eines US-Providers gefunden habe. Der Mikrochip sei in den Netzwerkanschluss des Servers integriert worden. Der Name des US-Providers wird jedoch nicht genannt, da Appleboum eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterzeichnet habe. Ob Bloomberg den Namen des Providers kennt lässt der Artikel offen. Die vier größten US-Provider AT&T, Verizon, Sprint und T-Mobile betonen jedoch, dass sie nicht der Provider in der Bloomberg-Geschichte seien.

Appleboum habe solche Spionagechips bereits häufiger und bei verschiedenen Herstellern, die in China produzieren lassen, gesehen. In seinem Team habe man die Chips scherzhaft "alten Freund" genannt, da sie ihnen schon in unterschiedlichen Variationen begegnet seien.

Distanzierung und Verwunderung

Im ersten Beitrag zu chinesischen Spionagechips nannte Bloomberg ebenfalls eine Quelle namentlich: Joe Fitzpatrick. Dieser beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Hardwaresicherheit und wurde von Bloomberg zu den technischen Möglichkeiten solcher Spionagechips befragt. Fitzpatrick wundert sich(öffnet im neuen Fenster) , dass der Bloomberg-Artikel seinen Beschreibungen gegenüber den Autoren, wie so ein Hardwareangriff in der Theorie funktioniere, bis ins Detail gleicht.

Neben Apple, Amazon und Supermicro haben sich auch staatliche Institutionen von den Berichten distanziert: Das Department of Homeland Security und der britsche Geheimdienst GCHQ betonen keinen Zweifel an den Distanzierungen(öffnet im neuen Fenster) der Firmen zu haben.

Sollte derlei Chips tatsächlich so verbreitet sein, wie von Bloomberg beschrieben, müssten sich bald physische Hinweise oder gar Beweise für die Geschichte finden lassen. Anders lassen sich die Aussagen von Bloomberg durch die weiterhin dünne Quellenlage kaum überprüfen.


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