Bloomberg: Die Revolution in der E-Mobilität auf zwei Rädern

Eine Studie von Bloomberg New Energy Finance hat untersucht, wo mit die Elektromobilität größten Einsparungen von Erdöl gemacht werden. Das Ergebnis überrascht.

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Zweiräder führen in China die Elektromobilität an
Zweiräder führen in China die Elektromobilität an (Bild: GREG BAKER/AFP via Getty Images)

Eine Studie von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) hat versucht herauszufinden, wieviel Öl durch die Umstellung auf Elektrofahrzeuge bisher eingespart wurde. 2021 wurden im Fahrzeugverkehr täglich 43,7 Millionen Barrel Öl verbraucht. Nach der BNEF-Schätzung wären es ohne Elektrofahrzeuge 1,5 Milionen Barrel mehr gewesen oder 3,3 Prozent. Fast die gesamte Einsparung fand in Asien statt. Elektroautos sind dabei zwar der am schnellsten wachsende Sektor, aber global gesehen spielen Tesla und andere große Autohersteller bislang nur eine untergeordnete Rolle.

Inhalt:
  1. Bloomberg: Die Revolution in der E-Mobilität auf zwei Rädern
  2. Gezielte Förderpolitik brachte China die nötige Erfahrung

Elektroautos sparten 2021 täglich nur etwa 0,2 Millonen Barrel Öl ein. Diese Zahl wird 2022 deutlich höher ausfallen, immerhin haben sich die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, aber 2021 waren es nur 14 Prozent. Ein etwas größerer Anteil von etwa 16 Prozent oder rund 0,25 Millionen Barrel Öl am Tag sparten elektrische Busse ein.

Ein Bus spart 30-mal so viel wie ein E-Auto

Hauptverantwortlich ist dafür noch immer China, wo 2017 weltweit etwa 98 Prozent aller elektrischen Busse fuhren, wie Golem.de berichtete. Behörden in anderen Ländern wie Deutschland waren gegenüber der Technik wesentlich weniger enthusiastisch. Bloomberg schätzt, dass ein elektrischer Bus etwa 30 mal so viel Öl einspart wie ein elektrisches Auto. Dabei benötigt ein Bus mit einer typischen Kapazität von 200 bis 300 kWh nur so viele Akkus wie 3 bis 6 Elektroautos.

Der Grund ist, dass Busse je nach Einsatzort täglich zwischen 100 und 300 Kilometer auf nahezu perfekt planbaren Routen zurücklegen. Damit müssen wesentlich kleinere Reserven für unerwartet längere Strecken eingeplant werden, als bei regulären Elektroautos. Niedrige Geschwindigkeiten und Rekuperation sorgen für niedrigen Energieverbrauch. Aber die Akkus werden täglich mehr beansprucht als in typischen Pkw. In der chinesischen Akkuindustrie sind die Folgen bis heute zu sehen.

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Lithium-Eisenphosphat-Akkus mit hoher Lebensdauer sind in Bussen wesentlich wirtschaftlicher als Akkus, die mit Nickel und Kobalt für hohe Energiedichte optimiert wurden. Die Erfahrung mit LFP-Akkus machte umgekehrt die Entwicklung der platz- und gewichtsparenden Blade Battery durch BYD und der Cell-to-Pack-Technik von CATL möglich, womit LFP-Akkus auch in immer mehr Pkw verbaut werden.

300 Millionen Elektroroller

Aber die Erfahrung mit der Elektromobilität geht in China historisch noch viel weiter zurück. Schon Anfang der 2000er Jahre wurden Millionen von Elektrorollern und anderen Kleinfahrzeugen verkauft. Zusammen mit elektrischen dreirädrigen Motorrikschas in Süd- und Südostasien machen diese Fahrzeuge zwei Drittel der Öleinsparung in der Elektromobilität aus oder eine Million Barrel Öl pro Tag. Den Einfluss von Elektrofahrrädern hat Bloomberg dabei noch gar nicht betrachtet.

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Da die Fahrzeuge praktisch ausschließlich für kurze Strecken benutzt werden, sind die typischen Reichweiten von 30 bis 70 Kilometer ausreichend. Der Energieverbrauch liegt je nach Leistung und Geschwindigkeit mit 1 bis 2 kWh pro 100km. Nur ein voll besetzter Elektrobus kommt auf ähnlich niedrige Werte, vorausgesetzt, dass nur eine Person mit dem Roller fährt.

Oft reichen weniger als 1 kWh Akkukapazität für einen Roller pro Fahrzeug, so dass mit den Akkuzellen in einem Elektrobus etwa 300 bis 400 Elektroroller gebaut werden könnten. Die Internationale Energieagentur IEA geht davon aus, dass 2020 weltweit 25 Millionen Elektroroller und elektrische Rikschas verkauft wurden. Das schließt Elektrofahrräder, elekrische Tretroller und sogenannte Leichtelektromobile nicht einmal mit ein. Insgesamt soll der weltweite Bestand bei rund 300 Millonen gelegen haben.

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Gezielte Förderpolitik brachte China die nötige Erfahrung 
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Edgar_Wibeau 24. Jun 2022 / Themenstart

Aus dem Text: "so dass mit den Akkuzellen in einem Elektrobus etwa 300 bis 400...

Shismar 22. Mai 2022 / Themenstart

Es reicht außerdem wenn Bloomberg und Golem überrascht waren. Wer Experte für den...

Kleba 21. Mai 2022 / Themenstart

Ich glaube du hast hier etwas durcheinander gebracht, oder? Mercedes hat 2021 ca. 2,1...

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