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Bloodhound SSC: Raketentest für Landgeschwindigkeitsrekord

Ein britisches Team plant, für 2013 und 2014 neue Geschwindigkeitsrekorde auf dem Boden aufzustellen. Das Rekordauto wird unter anderem von einer Rakete angetrieben. Ein erster Triebwerkstest ist erfolgreich verlaufen.

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Bloodhound SSC: schneller als 1.600 km/h
Bloodhound SSC: schneller als 1.600 km/h (Bild: Curventa/Siemens)

Es wurde laut in einem Hangar auf dem Flughafen in Newquay: 185 dB zeigte das Messgerät, als das Projekt Bloodhound SSC auf dem Flughafen im Norden Cornwalls am 3. Oktober 2012 das Raketentriebwerk für sein Rekordfahrzeug getestet hat.

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Zehn Sekunden lang brannte die Hybridrakete und erzeugte einen Schub von über 60 Kilonewton. Sie ist 4 Meter lang, hat einen Durchmesser von knapp 46 Zentimetern und wiegt 450 Kilogramm. Damit ist sie laut Bloodhound die größte, die seit 20 Jahren in Großbritannien gezündet wurde. Die Rakete soll ein Auto antreiben, das den aktuellen Landgeschwindigkeitsrekord von 1.227,99 Kilometern pro Stunde aus dem Jahr 1997 einstellen soll.

Überschallauto

Bloodhound SSC - die Abkürzung steht für Supersonic Car, Überschallauto - ist knapp 13,5 Meter lang und an der höchsten Stelle, einem Leitwerk am Heck, 3 Meter hoch. Das Auto fährt auf vier Rädern, die einen Durchmesser von etwa 1 Meter haben. Die beiden Vorderräder sind in die Karosserie eingebaut, die beiden hinteren stehen seitlich heraus. Voll getankt wiegt das Gefährt knapp 7,8 Tonnen. Das Auto ist rein auf einen Geschwindigkeitsrekord in Geradeausfahrt ausgerichtet - Kurven zu fahren ist nicht seine starke Seite: Der Wendekreis beträgt 120 Meter.

Um das Auto auf Überschallgeschwindigkeit zu beschleunigen, reicht die Rakete allein nicht aus: Das Auto hat zusätzlich noch ein Strahltriebwerk vom Typ Eurojet EJ200, das auch den Eurofighter Typhoon antreibt. Daneben hat Bloodhound SSC noch einen Cosworth-Motor aus der Formel 1. Der wird allerdings nicht als Antrieb für die Räder eingesetzt, sondern für die Pumpe, die den flüssigen Oxidator in die Brennkammer pumpt.

Test im Hangar

Aus Lautstärke- und Sicherheitsgründen fand der Test in einem ehemaligen Hangar der britischen Luftwaffe statt, in dem früher Tornado-Kampfflugzeuge untergebracht waren - Newquay ist ein ehemaliger Militärflughafen. Es war der erste von insgesamt 15 geplanten Tests und gleichzeitig das erste Mal, dass Raketentriebwerk, Pumpe, Cosworth-Motor und die Steuerelektronik zusammen eingesetzt wurden.

  • Die Rakete brannte 10 Sekunden lang. Der Test sei zufriedenstellend verlaufen, erklärten die Verantwortlichen. (Foto: Bloodhound SSC)
  • Das Rekordauto Bloodhound SSC... (Grafik: Venta/Siemens)
  • ... soll 1.600 km/h schnell fahren. (Grafik: Venta/Siemens)
  • Die Hinterräder stehen aus der Karossserie heraus... (Grafik: Venta/Siemens)
  • ... die beiden Vorderräder sind darin. (Grafik: Venta/Siemens)
  • Das Auto ist fürs Geradeausfahren konzipiert - der Wendekreis ist 120 Meter groß. (Grafik: Venta/Siemens)
  • Es wird von zwei Triebwerken angetrieben: der Rakete (unten) und einem Strahltriebwerk. (Grafik: Venta/Siemens)
Die Rakete brannte 10 Sekunden lang. Der Test sei zufriedenstellend verlaufen, erklärten die Verantwortlichen. (Foto: Bloodhound SSC)

Der Test sei zufriedenstellend verlaufen, sagte Daniel Jubb, der das Triebwerk entwickelt hat, der BBC. Eine erste Analyse der Daten habe gezeigt, dass die Rakete besser als erwartet funktioniert habe.

Hakskeen Pan

In einem Jahr soll das Überschallauto erstmals starten. Die Rekordversuche werden auf der Hakskeen Pan, einem ausgetrockneten See im Nordwesten Südafrikas, durchgeführt. 2013 wollen die Briten auf der knapp 20 Kilometer langen Strecke den aktuellen Rekord überbieten. 2014 wollen sie dann die Marke von 1.000 Meilen pro Stunde, 1.600 Kilometer pro Stunde, knacken.

Das Projekt wurde 2008 gegründet, ursprünglich als Bildungsförderung, um Schüler für die sogenannten MINT-Fächer zu (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu interessieren. Es finanziert sich unter anderem über Spenden. Ein Teil stammt von der Regierung - so stellt sie beispielsweise das Eurofighter-Triebwerk zur Verfügung.



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