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The Blood of Dawnwalker: Verfügbarkeit und Fazit

Wer darauf keine Lust hat, kann eine einfachere Steuerung verwenden. Dann konzentrieren wir uns stärker auf Timing, Blocken und Ausweichen, ohne ständig die Schlagrichtung im Blick behalten zu müssen. Das gefällt uns gut: Das System kann etwas anspruchsvoller gespielt werden, zwingt aber niemanden dazu.

Nachts verändert sich der Kampf deutlich. Coen setzt seine Vampirkräfte ein, bewegt sich schneller und kann Gegner mit seinen Klauen attackieren. Blut dient dabei auch zur Regeneration. In beiden Coen-Modi kommen noch Zauber dazu.

Gerade am Anfang sind einige Kämpfe überraschend hart. Ein Oberboss hat uns bei einem frühen Besuch der Steinwacht deutlich gezeigt, dass wir dort noch nichts verloren haben. Mit besserer Ausrüstung und neuen Fähigkeiten wird das Spiel aber spürbar angenehmer.

Sehr gut gefällt uns der Talentbaum. Statt uns mit winzigen Prozentwerten und kaum spürbaren Verbesserungen zu beschäftigen, schalten wir überwiegend Fähigkeiten frei, deren Nutzen sofort verständlich ist. Das System bleibt lange übersichtlich, und wir wissen meistens schon beim Verteilen eines Punktes, was sich anschließend im Spiel verändert.

Dadurch gibt es regelmäßig kleine Erfolgserlebnisse. Eine neue Fähigkeit eröffnet eine zusätzliche Kampfoption, verbessert eine häufig verwendete Technik oder macht Coens Vampirseite mächtiger.

Technisch basiert The Blood of Dawnwalker auf der Unreal Engine 5. Die bietet stimmungsvolle Wälder, detaillierte Gebäude und teils schicke Lichtstimmungen, ein grafisches Vorzeigespiel ist das Rollenspiel aber nicht. Gerade nachts wirkt die Welt für unseren Geschmack häufig etwas zu trist. Auffälliger sind gelegentlich unpassende oder steife Animationen, etwa beim Springen und Klettern.

Auf der PS5 Pro lief unsere Testfassung offenbar mit 40 fps. Das fühlte sich insgesamt flüssig und vor allem stabil an. Abstürze oder größere technische Probleme hatten wir nicht. Nur an besonders belebten Stellen, etwa auf dem Markt von Svartrau mit vielen Figuren gleichzeitig, wirkte die Darstellung gelegentlich etwas gebremst, blieb aber jederzeit gut spielbar.

Zum Verkaufsstart soll sich bei der Bildrate noch etwas tun. Rebel Wolves kündigte kurzfristig einen Performance-Modus an, der auf PS5, PS5 Pro und Xbox Series X auf 60 fps zielt. Er soll mit dem Day-One-Patch erscheinen, der außerdem weitere Fehler beheben soll. Zuvor wollte das Studio die 60-fps-Option noch nicht versprechen, weil die Tests nicht abgeschlossen waren.

The Blood of Dawnwalker erscheint am 3. September 2026 für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S für rund 70 Euro. Auf dem PC wird das Spiel unter anderem über Steam, GOG und den Microsoft Store angeboten. Die deutsche Sprachausgabe finden wir sehr gut, insbesondere Hauptfigur Coen klingt prima. Das Rollenspiel ist ausschließlich für Einzelspieler ausgelegt, die USK erteilte eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt.

Fazit

Es ist lange her, dass uns ein Rollenspiel so gepackt hat wie The Blood of Dawnwalker. Nach einer Quest wollen wir noch die nächste anfangen, danach noch kurz einen Hinweis verfolgen – und plötzlich ist wieder eine Stunde vorbei.

Das liegt vor allem an der Handlung und den Figuren. Wir wollen wissen, was mit Coens Familie passiert, und wir wollen Brencis und die anderen Vrakhiri irgendwann erledigen. Coen selbst ist ein sympathischer Held, gerade weil er weder übermäßig cool noch ständig vom eigenen Schicksal überwältigt wirkt.

Dazu kommen gute Kämpfe, eine starke Charakterentwicklung und der gelungene Wechsel zwischen Mensch und Vampir. Selbst das zunächst etwas sperrige Zeitbudget funktioniert nach kurzer Kennenlernphase ganz gut.

Einige Quests sind zu simpel, die Welt könnte voller sein und technisch sieht das Spiel stellenweise rau aus. Kleinigkeiten wie auf der Karte ausgeblendete Markierungen sowie der fummelige Vampir-Teleport nerven, zumal ein richtiges Stealth-System hervorragend zum Szenario gepasst hätte.

Trotzdem hat Rebel Wolves mit seinem ersten Rollenspiel vor allem die wichtigen Dinge hinbekommen: interessante Figuren, eine spannende Handlung, ein starkes Szenario und einen Spielfluss, der uns immer weitermachen lässt.

The Blood of Dawnwalker ist kein The Witcher 4 und kein Kingdom Come mit Vampiren. Aber es hat genug erzählerische Stärken und genug eigene Ideen, um nicht wie eine Kopie zu wirken. Der Witcher hätte vermutlich seinen Spaß damit. Wir haben ihn auch!


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