Blockheizkraftwerke: Emissionsfreier Betrieb nach Umrüstung

Auf Bornholm entsteht die erste Anlage, die Strom und Wärme klimafreundlich erzeugt. Sie wird mit bisher wertlosem Überschussstrom versorgt.

Artikel veröffentlicht am , Wolfgang Kempkens
Der Hafen von Rønne auf Bornholm
Der Hafen von Rønne auf Bornholm (Bild: Hyme Energy)

Blockheizkraftwerke (BHKW), die mit Öl, Erdgas oder Kohle befeuert werden, also schädlich für das Klima sind, könnten künftig dazu beitragen, die durchschnittliche Erhöhung der Temperatur um 1,5 Grad Celsius nicht zu überschreiten. Das dänische Unternehmen Hyme Energy aus der Hauptstadt Kopenhagen will die BHKW so umrüsten, dass sie emissionsfrei arbeiten und dennoch weiterhin Strom und Fernwärme liefern. Zusätzlich fungieren sie als Netzstabilisatoren, weil sie Überschussenergie aufnehmen und bei Strommangel im Netz Strom einspeisen.

Kostengünstiger als Batteriespeicher

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Das sei deutlich kostengünstiger als andere Lösungen wie große Batteriespeicher, sagt Ask Løvschall-Jensen, CEO von Hyme Energy, weil große Teile der Infrastruktur weitergenutzt werden - Transformatoren, Hochspannungsleitungen, Generatoren und Dampfturbinen. Letztere sind allerdings nicht in allen BHKW vorhanden.

Heißes Salz statt fossil beheizter Kessel

Im Grunde entfernen die dänischen Kraftwerksspezialisten lediglich die fossilen Wärmeerzeuger, also Gasturbinen oder mit Öl oder Kohle befeuerte Kessel für die Dampferzeugung. Ersetzt werden sie durch mächtige Tanks mit flüssigem Salz. Diese werden elektrisch auf eine Temperatur von bis zu 700 Grad Celsius aufgeheizt, und zwar mit Überschussstrom. Bei hoher Sonneneinstrahlung beziehungsweise starkem Wind produzieren Kraftwerke oft weit mehr Strom als verbraucht werden kann. Um das Netz nicht zu sehr zu strapazieren, werden dann ganze Windparks und Solarkraftwerke vorübergehend abgeschaltet. In den umgerüsteten BHKW soll dieser Strom genutzt werden.

Erstmal klein anfangen

Das erste Kraftwerk wird bis 2024 in Rønne umgerüstet, der Hauptstadt der dänischen Insel Bornholm. Es wird mit einer Leistung von einem Megawatt und einer Speicherkapazität von 20 Megawattstunden eher wenig zum Ziel von sicheren Stromnetzen beitragen. "Wir fangen erstmal klein an", sagt Løvschall-Jensen. "Längerfristig streben wir eine vollständige Nachrüstung von Blockheizkraftwerken mit Speichern im Gigawattstunden-Bereich an."

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Das Projekt auf Bornholm wird von der Europäischen Union im Rahmen des Horizon Europe Programms unterstützt. Außer Blockheizkraftwerken von Energieversorgern hat Hyme auch Anlagen der Industrie im Visier.

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