Blockchain: West Virginia erlaubt Stimmabgabe per App

Elektronische Abstimmungen sind wegen möglicher Manipulationen stark umstritten. Doch nun will ein US-Bundesstaat sogar die Stimmabgabe per Smartphone erlauben.

Artikel veröffentlicht am ,
Lange Schlangen vor Wahllokalen könnten bald der Vergangenheit angehören.
Lange Schlangen vor Wahllokalen könnten bald der Vergangenheit angehören. (Bild: Nancy Wiechec)

Der US-Bundesstaat West Virginia will Wählern erstmals eine Abstimmung per App erlauben. Wie der US-Fernsehsender CNN am Montag berichtete, sollen die Angehörigen der US-Streitkräfte im Ausland auf diese Weise an den sogenannten Zwischenwahlen im November teilnehmen können. Das Unternehmen Voatz aus Boston soll die entsprechende App liefern. Die Authentifizierung der Wähler erfolgt demnach mit Hilfe von Gesichtserkennung.

Stellenmarkt
  1. Inhouse Berater SAP (m/w/d)
    über Hays AG, Giengen an der Brenz
  2. Berater Krankenhausinformationssystem (KIS) Neueinführungen (m/w/d)
    Helios IT Service GmbH, Berlin-Buch, deutschlandweit
Detailsuche

Laut Voatz werden die Wählerstimmen anonym abgegeben und mit Hilfe der Blockchain-Technik gespeichert. Für die Registrierung müssen die Wähler ein Foto eines amtlichen Dokumentes hochladen. Dieses wird dann mit einem Video verglichen, das die Wähler von sich selbst aufnehmen müssen. Das Unternehmen ermöglicht bereits eine Vorregistrierung von Wählern. Dabei vergleicht Voatz die persönlichen Angaben mit denen der staatlichen Wählerverzeichnisse.

Wahlcomputer stark umstritten

Dem Bericht zufolge müssen die einzelnen Stimmbezirke selbst entscheiden, ob sie die App zur Stimmabgabe zulassen. Das System sei bereits in zwei Vorwahlen in diesem Jahr und bei privaten Wahlen getestet worden, heißt es darin. Vier unterschiedliche Sicherheitsaudits der verwendeten Technik hätten keine Probleme ergeben. Im November werden unter anderem alle 435 Mitglieder des US-Repräsentantenhauses sowie 35 der 100 Senatoren neu gewählt.

Elektronische Systeme zur Stimmauszählung oder sogar Stimmabgabe sind in den USA weit verbreitet, aber stark umstritten. Nach Angaben der US-Sicherheitsexperten Alex Halderman und Matthew Bernhard von der Universität Michigan waren Ende 2016 insgesamt 52 verschiedene Arten von Wahlcomputern im Einsatz. Problematisch ist ihrer Ansicht nach vor allem, dass in 15 der 50 Bundesstaaten die Stimmabgaben nicht mehr in Papierform dokumentiert werden. Dies erschwere die nachträgliche Überprüfung von Wahlergebnissen, sagte sie auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (33C3).

"Schreckliche Idee"

Golem Akademie
  1. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    28. Februar–4. März 2022, virtuell
  2. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
Weitere IT-Trainings

Dem CNN-Bericht zufolge sollen die Wählerstimmen auch im Falle von Voatz nicht schriftlich dokumentiert werden. Marian K. Schneider, Vorsitzende einer Initiative zur Wahlsicherheit (Verified Voting), lehnte das Konzept auf Anfrage von CNN daher strikt ab. Selbst wenn die App sicher sei, gebe es eine Reihe von Möglichkeiten, die Stimmabgabe zu manipulieren. Dies sieht auch Joseph Lorenzo Hall vom Center for Democracy and Technology so. "Mobiles Wählen ist eine schreckliche Idee", sagte er CNN und fügte hinzu: "Das ist Internetabstimmung über fürchterlich abgesicherte Geräte der Nutzer, über fürchterliche Netze hin zu Servern, die schwer abzusichern sind ohne eine physische Papierdokumentation der Stimmgabe."

In Deutschland hatte das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2009 den Einsatz von Wahlcomputern verboten. Im vergangenen Jahr waren extreme Sicherheitslücken bei den Programmen zu Stimmübermittlung bekanntgeworden. Dennoch hält der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, die elektronische Stimmabgabe für sinnvoll. Die elektronische Wahl sollte Thema dieser Legislaturperiode sein, hatte er im September 2017 gesagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im vergangenen Wahlkampf hingegen erklärt, sie gehe nicht von entsprechenden Abstimmungen innerhalb der kommenden Dekade aus.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sam Zeloof
Student baut Chip mit 1.200 Transistoren

In seiner Garage hat Sam Zeloof den Z2 fertiggestellt und merkt scherzhaft an, Moore's Law schneller umgesetzt zu haben als Intel selbst.

Sam Zeloof: Student baut Chip mit 1.200 Transistoren
Artikel
  1. Elektrotransporter: Volkswagen zeigt künftigen ID. Buzz
    Elektrotransporter
    Volkswagen zeigt künftigen ID. Buzz

    Volkswagens Elektrobus ID.Buzz wird im März 2022 vorgestellt, doch einen ersten Blick gewährt VW schon jetzt.

  2. Corona-Pandemie: Baden-Württemberg hört Kritiker zur Luca-App an
    Corona-Pandemie
    Baden-Württemberg hört Kritiker zur Luca-App an

    Bevor Baden-Württemberg entscheidet, ob die Luca-App im Vorgehen gegen Corona weiter eingesetzt wird, kommen Kritiker und Betreiber zu Wort.

  3. Softwarefehler: iPhone 13 mit rosa eingefärbten Displays
    Softwarefehler
    iPhone 13 mit rosa eingefärbten Displays

    Einige Besitzer des Apple iPhone 13 berichten von einem rosafarbenen Bildschirm. Apple spricht von einem Softwarefehler, der behoben werde.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.699€ • Intel i9 3,7-5,3 Ghz 441,41€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • RX 6900 16GB 1.449€ • MindStar (u.a. Intel i7 3,8-5,1 Ghz 279€) • Alternate (u.a. DeepCool AS500 Plus 54,90€) • Corsair Vengeance RGB RT 16-GB-Kit DDR4-4000 114,90€ [Werbung]
    •  /