Blockchain: Eine Technik zwischen Hype und Wirklichkeit

Intelligente Verträge, manipulationssichere E-Voting-Systeme oder Onlinespeicher mit integrierter Privatsphäre - die Blockchain könnte bestehende Techniken auf den Kopf stellen. Was steckt hinter der Technologie?

Artikel von Moritz Jäger veröffentlicht am
Ihren Namen hat die Blockchain von den Blocks - Dateien, die alle Informationen über Transaktionen gespeichert haben.
Ihren Namen hat die Blockchain von den Blocks - Dateien, die alle Informationen über Transaktionen gespeichert haben. (Bild: deavmi/CC BY-SA 4.0)

Die Blockchain scheint magisch zu sein: Wahlen werden fälschungssicher, Onlinespeicher wird viel günstiger sowie überwachungssicher und Verträge werden direkt in Code implementiert, statt ausgedruckt in Aktenordnern zu vergammeln. Das jedenfalls behaupten die Macher verschiedener Blockchain-Projekte. Doch was ist dran - und wo liegen die größten Hindernisse auf dem Weg in das neue Blockchain-Web?

Bisher ist die Blockchain vor allem im Zusammenhang mit Bitcoin bekannt. Doch neun der weltgrößten Banken untersuchen derzeit, wie sie die Technik für transparente Transaktionen zwischen Computern selbst nutzen können. Die elektronische US-Börse Nasdaq hat angekündigt, mit der Bitcoin-Blockchain das sichere Ausstellen und den Transfer von Aktien zu ermöglichen. Musiker hoffen auf die Blockchain, um die Musikindustrie zu retten. Zwar sind die meisten der Projekte noch im Alpha- oder sehr frühen Betastadium, doch Spinnereien sind sie nicht.

Was ist die Blockchain?

Wie andere Kryptowährungen verfolgt Bitcoin mit der Technik ein ambitioniertes Ziel: Zahlungsdienstleister wie Kreditkartenanbieter oder Paypal ersetzen und idealerweise ein neues Zahlsystem schaffen. Die Basis dafür ist die Funktionsweise der Blockchain-Technik, durch die bei Transaktionen zwischen Computern alle Veränderungen genau gespeichert werden können - und zwar so, dass sie für alle Beteiligten nachvollziehbar und kaum nachträglich zu ändern sind.

Ihren Namen hat die Blockchain von den Blocks - Dateien, die alle Informationen über Transaktionen gespeichert haben. Es gibt also streng genommen nicht eine, sondern mehrere Blockchains. Jeder der Blocks beinhaltet einen Hash des vorherigen Blocks. So wird sichergestellt, dass die Reihe bis zum ersten Block, dem sogenannten Genesis-Block, nachvollziehbar ist.

Stellenmarkt
  1. (Senior) Consultant Logistikprozesse - E-Commerce (m/w/d)
    Lidl Digital, Neckarsulm
  2. Trainer:in (m/w/d) - für den Bereich SAP HCM
    WBS GRUPPE, deutschlandweit (Home-Office)
Detailsuche

Das Erstellen eines neuen Blocks ist nicht trivial: Jeder wird durch eine komplexe Berechnung erstellt. Das System verwendet dabei den SHA-256-Hashing-Algorithmus. Je mehr Blocks berechnet wurden, desto schwieriger und rechenintensiver wird diese Aufgabe. Nach jeweils 2016 erstellten Blocks, also etwa alle 14 Tage, wird dazu das Schwierigkeitsziel des Systems angepasst. Ziel ist es, dass ungefähr alle zehn Minuten eine Aufgabe gelöst wird. Sobald ein Knoten im Netzwerk die aktuelle Aufgabe gelöst hat, wird der Block angehängt. Im neuen Block ist zudem der Hash-Wert seines Vorgängerblocks enthalten, das stellt sicher, dass eine ununterbrochene Kette entsteht, über die sich die Blockchain vom jeweils aktuellen Block aus zurückrechnen lässt.

Die Netzwerkteilnehmer (oder Netzwerknoten), die solche Blocks berechnen, haben mehrere Namen; bekannt ist etwa der Begriff Miner, obwohl der Begriff Validator besser passt. Denn jeder Knoten validiert die Richtigkeit der Blocks und der Blockchain und stellt so sicher, dass die Integrität des kompletten Systems gewahrt bleibt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Datenmanipulation (fast) ausgeschlossen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


btswolf 08. Jan 2016

Hier wurde nur auf die Blockchain Variante von Bitcoin eingegangen. Besonders im Bereich...

btswolf 08. Jan 2016

Die Masse an DAUs muss es auch nicht verstehen so wie die breite Masse auch das aktuelle...

_biO_ 08. Okt 2015

Möglichkeiten existieren viele und Willy/MtGox Manipulation ist eine davon. Ändert aber...

DrWatson 06. Okt 2015

Ziemlich sinnloser Artikel. Sinnvolle Fragen wären: Wieviele Transaktionen schafft das...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Wissenschaft
LHC hat drei neue exotische Teilchen entdeckt

Der sogenannte Teilchenzoo der Physik ist noch größer geworden. Die Wissenschaft hofft auf Bestätigung der Modelle zu deren internen Aufbau.

Wissenschaft: LHC hat drei neue exotische Teilchen entdeckt
Artikel
  1. Superior Continuous Torque: E-Motor von Mahle für Dauerbetrieb unter Stress
    Superior Continuous Torque
    E-Motor von Mahle für Dauerbetrieb unter Stress

    Mahle hat einen neuen Auto-Elektromotor entwickelt, der unbegrenzt lange unter hoher Last betrieben werden kann. Dies wird durch ein neues Kühlkonzept im Motor erreicht.

  2. Security: BSI beginnt Zertifizierung für 5G-Komponenten
    Security
    BSI beginnt Zertifizierung für 5G-Komponenten

    Eine schnelle und zuverlässige IT-Sicherheitsaussage für die geprüften Produkte, das verspricht das BSI. Doch welche Produkte sind betroffen?

  3. VW.OS: VW-Software soll einfach updatefähig und bezahlbar sein
    VW.OS
    VW-Software soll "einfach updatefähig" und bezahlbar sein

    Mit seiner Softwaresparte Cariad will VW ein einheitliches System mit vereinfachter Architektur erstellen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • HP HyperX Gaming-Headset -40% • Corsair Wakü 234,90€ • Samsung Galaxy S20 128GB -36% • Audible -70% • MSI RTX 3080 12GB günstig wie nie: 948€ • AMD Ryzen 7 günstig wie nie: 259€ • Der beste 2.000€-Gaming-PC • CM 34" UWQHD 144 Hz günstig wie nie: 467,85€ [Werbung]
    •  /