Blinklifier: Elektronische Wimpern lassen Dioden leuchten
Ein Flirtversuch von Katia Vega ist kaum zu übersehen: Zwinkert sie jemandem zu, leuchtet ihr extravaganter Kopfschmuck auf – oder eine Drohne startet. Der Blinklifier macht es möglich. Das ist ein Eingabegerät, das Vega im Gesicht trägt.
Beauty Technology nennt die Informatikerin und Designerin der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio de Janeiro ihre Entwicklung. Damit gemeint sind elektrisch leitfähige Kosmetikprodukte, mit deren Hilfe Geräte gesteuert werden können. Eines der Produkte aus der Kollektion ist der Blinklifier(öffnet im neuen Fenster) : falsche Wimpern, die mit einer Metallschicht überzogen sind, und eine leitfähige Schminke(öffnet im neuen Fenster) , die als Verbindung zu dem Kopfputz dient, in dem Leuchtdioden (LED) angebracht sind.
Leuchten und starten
Die Wimpern erfassen, wenn Vega mit den Augen zwinkert und senden den Impuls an den Kopfschmuck, in dem sich ein Arduino befindet. Der Mikrocontroller löst eine Aktion aus, etwa die LEDs aufleuchten zu lassen. Sie hat den Blinklifier aber auch schon dazu genutzt, eine Drohne starten(öffnet im neuen Fenster) zu lassen.
Damit die Aktion nicht bei jedem Blinzeln ausgelöst werde, reagiere das System nur auf übertriebenes Zwinkern, das mindestens eine halbe Sekunde dauere, sagte Vega dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist(öffnet im neuen Fenster) . "Wir nutzen gezielte Bewegungen, um Absichten zu verstärken – indem wir unsere Körper als Eingabegerät nutzen."
Nagelleser
Vegas zweites Eingabegerät sind falsche Fingernägel(öffnet im neuen Fenster) , auf die sie RFID-Chips oder kleine Magneten aufsetzt oder die sie mit einer leitfähigen Politur überzieht. Die Trägerin könnte mit den so präparierten Nägeln beispielsweise Türen, die mit einem RFID-Lesegeräte ausgestattet sind, öffnen – oder eine U-Bahn-Fahrkarte lösen: Es gibt bereits Nahverkehrsunternehmen, die Dauerkarten mit RFID-Chips einsetzen.

Vega selbst hat schon eine Anwendung entwickelt: Twinkle Nails(öffnet im neuen Fenster) ist ein berührungsloses Musikinstrument: Ein RFID-Leser erkennt, wenn sich ein Finger vor ihm befindet und löst dann auf dem Computer das Abspielen eines Tons aus. Das System kann die einzelnen RFID-Chips auseinanderhalten und spielt für jeden Finger einen anderen Ton.
Vega hat ihre Beauty Technology kürzlich im Rahmen der Konferenz Interactive Tabletops and Surfaces(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt, die in St. Andrews in Schottland stattfand. Sie versuche auch, ihre Entwicklung zu vermarkten, sagte die Brasilianerin New Scientist. Sie verhandele mit Kosmetikherstellern, zu einem Abschluss sei es aber noch nicht gekommen.
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