Abo
  • Services:

Ricochet: Sicheres Messaging über Tor

Einen ähnlichen, dezentralisierten Ansatz verfolgt Ricochet, das inzwischen ein Teil des Messenger-Projekts invisible.im ist. Doch im Gegensatz zu Tox oder Bleep nutzt es nicht das BitTorrent-, sondern das Tor-Netzwerk. Das ermöglicht anonymes Browsen, indem es den Datenverkehr zwischen Sender und Empfänger über mehrere und regelmäßig wechselnde Knotenpunkte leitet, und somit eine Rückverfolgung weitestgehend unmöglich macht.

Stellenmarkt
  1. STW Sensor-Technik Wiedemann GmbH, Kaufbeuren
  2. amedes Medizinische Dienstleistungen GmbH, Hamburg

Der Entwickler von Ricochet ist der 22-jährige John Brooks. Bereits vor vier Jahren begann er die Arbeit an Ricochet, durch die Snowden-Enthüllungen hat er im vergangenen Jahr das Programm wiederbelebt und mit der Gruppe von invisible.im Unterstützer aus der IT-Sicherheitsszene gefunden. Das Team um den australischen Journalisten Patrick Gray wollte ebenfalls einen metadatenfreien Messenger entwickeln, um die Quellen von Journalisten zu schützen. Als Gray von Brooks und Ricochet erfuhr, schlossen sie sich zusammen. Ricochet ist eine Weiterentwicklung von TorChat.

Im Gegensatz zu Messenger-Apps wie Threema nutzt es keinen zentralen Server. Und im Gegensatz zu Tox oder Bleep findet auch keine direkte Verbindung zwischen zwei Nutzern statt. Die nämlich könne prinzipiell überwacht werden, wenn Geheimdienste davon wüssten, sagt John Brooks im Gespräch mit Wired. Allerdings erwidert ein Kommentator, dass man zusätzlich zu Tox auch einfach eine Tor-Verbindung nutzen könne.

Bis jetzt nur als Alpha-Version

Für Ricochet ist eine zusätzliche Tor-Software nicht nötig. Beim Start des Programms wird automatisch ein Schlüssel und eine Verbindung mit dem Tor-Netzwerk erstellt, die wie üblich über drei Knotenpunkte den Kontakt zu einem zweiten Nutzer aufbaut. Die Nachrichten gelangen von diesem neutralen "Rendezvous"-Knoten über drei weitere zum Empfänger, es sind also immer mindestens sechs Knotenpunkte zwischen beiden Chat-Teilnehmern, weshalb keine Metadaten auf deren Kontakt hinweisen.

Seit Mittwoch ist die erste Alpha-Version von Ricochet verfügbar. Im Gegensatz zu Tox oder Bleep ist das Programm noch sehr rudimentär. Es besteht lediglich aus einem einzigen Fenster und einer Kontaktliste, über die andere Nutzer per manueller ID-Eingabe gefunden werden können. Ricochet unterstützt zurzeit weder Telefonie noch Dateitransfer. Im November soll erstmals eine offizielle Testversion erscheinen, die zumindest Letzteres ermöglicht. Wenn das Programm fertig ist, soll es zudem einer unabhängigen Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.

Die ist auch nötig, denn vor allem Bleep hat zum jetzigen Zeitpunkt einen Nachteil: Es ist keine Open-Source-Programm. Und beide werden zudem vorrangig von US-Entwicklern programmiert, was möglicherweise viele Interessenten abschreckt: Schließlich könnten sie von der US-Regierung gezwungen werden, Hintertüren einzubauen. Der Quellcode von Ricochet steht immerhin offen und ist unter eine BSD-Lizenz gestellt.

Im Fall von Ricochet kommt zudem noch ein dritter Punkt hinzu: Seit Jahren versuchen die Geheimdienste, die Nutzer im Tor-Netzwerk zu entschlüsseln - bis jetzt, jedenfalls offiziell, ohne großen Erfolg. Ricochet-Entwickler John Brooks sieht es pragmatisch: "Wir wollen mit Ricochet das Vertrauen in sichere Kommunikation stärken. Aber wenn die NSA dich bereits auf dem Schirm hat, hast du eh schon gelitten."

 Bleep und Ricochet: Chatten ohne Metadaten
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. mit Gutschein: HARDWARE50 (nur für Neukunden, Warenwert 104 - 1.000 Euro)
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de
  3. und 4 Spiele gratis erhalten

IrgendeinNutzer 19. Sep 2014

+1! Das wissen viele nämlich auch nicht. Ich ergänze deinen Beitrag mal mit paar...

qrosh 19. Sep 2014

Das war auch schlicht nur ein Hinweis an Golem, denn laut text sind weder Bleep noch...

bild 19. Sep 2014

ich freu mich schon auf die ganzen neuen chat Programme. Aber im Moment ist Jabber mit...


Folgen Sie uns
       


Electronic Arts E3 2018 Pressekonferenz - Live

Mit Command & Conquer Rivals wollte sich die Golem.de-Community so gar nicht anfreunden, da haben Anthem und Unraveled Two mehr überzeugt.

Electronic Arts E3 2018 Pressekonferenz - Live Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  2. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018
  3. Always Connected PCs Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  2. US Space Force Planlos im Weltraum
  3. Gewalt US-Präsident Trump will Gespräch mit Spielebranche

Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    •  /