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Blaulicht: China kämpft mit Spielebeschränkungen gegen Kurzsichtigkeit

Der chinesische Spielemarkt könnte vor einer ernsthaften Krise stehen: Die Regierung des Landes plant offenbar ernsthafte Beschränkungen der Spielzeit. Es geht nicht wie früher um die Suchtproblematik – sondern darum, vor allem Kinder vor Kurzsichtigkeit zu schützen.
/ Peter Steinlechner
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Kind mit Smartphone in Peking. (Bild: Nicolas Asfouri /AFP/Getty Images)
Kind mit Smartphone in Peking. Bild: Nicolas Asfouri /AFP/Getty Images

Seit Mitte August 2018 gab es laut US-Medien wie Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) viel Unruhe unter den weltweit agierenden Publishern, weil aus unbekanntem Grund in China Computerspielen keine Zulassungen mehr erteilt wurden – das hatte sogar Auswirkungen auf den Aktienkurs von Unternehmen wie Tencent (League of Legends, Fortnite). Nun ist klar, was dahintersteckt: Die chinesische Regierung will durch weniger Games und durch Beschränkungen bei der Spielzeit gegen Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen kämpfen.

Das Ganze geht offenbar auf höchste Regierungskreise zurück: Nach Angaben von Eurogamer(öffnet im neuen Fenster) soll Staatspräsident Xi Jinping höchstpersönlich die Pläne vorgestellt haben. Unter anderem das für Erziehungsfragen zuständige Ministerium soll dann weitere Details bekanntgegeben haben. So ist vorgesehen, die Anzahl der Onlinespiele zu begrenzen, das Altersfreigabesystem zu überarbeiten und die Spielzeit für Minderjährige durch technische Maßnahmen zu reduzieren.

Fortnite – Trailer (Beta Android)
Fortnite – Trailer (Beta Android) (00:33)

Der Hintergrund für Kurzsichtigkeit bei Kindern ist nach wie vor unklar, aber derzeit wird unter Medizinern der Einfluss von Blaulicht diskutiert, wie er etwa von Smartphones direkt vor dem Auge des Nutzers emittiert wird. Dies könnte unmittelbar in den Dopaminstoffwechsel der Netzhaut und damit auch in Wachstumsvorgänge des Auges eingreifen und so zu Kurzsichtigkeit führen.

Außerdem könnte es durch zu viel Blaulicht zu metabolischen Veränderungen etwa bei der Insulinresistenz kommen, die ebenfalls zum gestörten Wachstum des Augapfels beitragen. Kurzsichtigkeit ist in der asiatischen Bevölkerung nach neusten Studien stärker ausgeprägt als in anderen Populationen. In der Wissenschaft werden dafür genetische und kulturelle Gründe diskutiert.

Games sind in China in allen Altersklassen weit verbreitet. Besonders beliebt sind Spiele auf dem Smartphone, die ja im Normalfall unmittelbar vor die Augen gehalten werden. Auch PC-Titel sind relativ weit verbreitet. Auch hier befindet sich der Nutzer – etwa in Internetcafes – meist unmittelbar vor dem Monitor. Ausgerechnet Konsolen, bei denen das TV-Gerät oft etwas weiter aufgestellt steht, sind wegen der hohen Preise vergleichsweise wenig im Einsatz.


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