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Die Dual-Kamera überzeugt nicht

Das Key2 ist das erste Blackberry-Smartphone mit einer Dual-Kamera. Wie Apple und Samsung baut auch Blackberry Mobile neben einem Objektiv mit normaler Brennweite eines für den längeren Telebereich ein, durch das eine zweifache optische Vergrößerung erzeugt werden kann. Beide Kameramodule bieten eine Auflösung von 12 Megapixeln. Die Kamera mit Normalbrennweite hat ein Objektiv mit f/1.8-Blende und einen schnellen Dual-Pixel-Autofokus, das Telemodul hat eine kleinere f/2.6-Blende und einen einfachen Phasenvergleichsfokus. Die Unterschiede bei der Fokustechnik sind spürbar, der auch bei anderen Highend-Smartphones wie dem Galaxy S9 verbaute Dual-Pixel-Sensor fokussiert merklich schneller.

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Allerdings: Scharf sind die Fotos aus der Kamera des Key2 nicht. Im Gegenteil, schon lange haben wir keine Smartphone-Kamera mehr getestet, die solch beschämend verwaschene Aufnahmen vorlegt. Selbst bei Tageslicht ist uns kein Bild gelungen, das uns hinsichtlich der Schärfe durchweg gut gefallen hätte. Ein Grund dafür dürfte der von der Software aufgetragene Weichzeichner sein, der besonders störend bei den Aufnahmen mit dem Teleobjektiv auffällt. Wohlgemerkt bei ausgeschaltetem Bokeh-Effekt, den das Key2 zwar grundsätzlich beherrscht, der jedoch künstlich wirkt und sichtlich Probleme damit hat, Vorder- und Hintergrund voneinander zu trennen.

Ein Hoffnungsschimmer ist die in den Einstellungen der Kamera-App vergrabene und standardmäßig deaktivierte Option "Vor der Aufnahme fokussieren", über deren bloßes Vorhandensein natürlich diskutiert werden darf. Doch macht es beim Key2 keinen Unterschied, ob wir sie einschalten oder nicht - schärfer werden die Fotos dadurch nicht. Gut zu wissen: Auch bei ausgeschaltetem Blitzlicht nutzt das Blackberry-Smartphone unter sehr schlechten Lichtbedingungen die LED auf der Rückseite, um die Situation kurz auszuleuchten und zu fokussieren. Für die Aufnahme selbst bleibt der Blitz dann aber aus.

  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Oben das Blackberry Key2, unten das Blackberry Keyone (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Wie das Nokia 7 Plus nutzt auch das Key2 bei einer zweifachen Vergrößerung nicht immer das Teleobjektiv. Befindet sich das Motiv vor der Naheinstellgrenze oder ist die Szene zu dunkel, dann wird die Normalbrennweite mit Digitalzoom verwendet. Das Umschalten zwischen Standard- und Teleobjektiv ist zwar kurz sichtbar, stört aber grundsätzlich nicht. Störender ist es da, dass sich Qualitätsunterschiede bemerkbar machen - auch wenn die wegen der ohnehin schon bescheidenen Leistung der Telekamera nicht so gravierend ausfallen, wie man es vielleicht vermuten mag. Wie beim Nokia-Smartphone würden wir uns im Sucher einen entsprechenden Hinweis dazu wünschen, mit welcher Optik das Foto gerade aufgenommen wird.

Enttäuschend ist die Key2-Kamera nicht zuletzt deshalb, weil sich durchaus Potenzial abzeichnet. Bei Belichtung und Weißabgleich gibt es kaum Ausreißer, auch die Abbildung der Farben ist angenehm natürlich. Selbst Nachtaufnahmen fallen trotz des sichtbaren Bildrauschens noch akzeptabel aus. Doch die Software bricht der Smartphone-Kamera das Genick, statt ihr unter die Arme zu greifen. Beispiele: Einen manuellen Aufnahmemodus bietet die Blackberry-Kamera zwar in den App-Einstellungen an, darin darf aber nur eine maximale Belichtungslänge von 1/3 Sekunde ausgewählt werden.

Regelrecht nervtötend ist es, dass die Kamera-App hin und wieder die getätigten Einstellungen vergisst. Ein Wechsel vom manuellen zurück in den Automatikmodus, die Änderung des Seitenverhältnisses vom vorgegebenen Standard 3:2 auf 4:3 - ein Neustart der Kamera und die Einstellungen sind wieder die alten.

Videos nimmt das Key2 maximal in 4K-Auflösung bei wahlweise 24 oder 30 Bildern pro Sekunde auf. In Full-HD sind bis zu 60 Bilder möglich, im Zeitlupenmodus bei 720p-Auflösung bis zu 120 Bilder. Die Videoqualität geht grundsätzlich in Ordnung. Leider lässt sich vor oder während des Filmens das Teleobjektiv nicht auswählen, nur mit der Normalbrennweite ist die Aufnahme möglich. Zumindest für 4K-Videos hätten wir uns die Unterstützung von HEVC gewünscht, das Key2 beherrscht aber nur die H.264-Codierung.

Über die 8-Megapixel-Frontkamera müssen nicht viele Worte verloren werden, sie ist eine regelrechte Katastrophe. Während unseres Tests gelang es uns kein einziges Mal, ein scharfes Selbstportrait aufzunehmen - obwohl der Porträtierte bei ein- oder ausgeschalteter Gesichtserkennung im Sucher stets knackscharf abgebildet war. Ähnliches haben wir schon vor einem halben Jahr beim Blackberry Motion beobachtet, den Hersteller scheint das aber nicht zu interessieren.

Konnektivität und Akkulaufzeit des Blackberry Key2

Das Blackberry Key2 ist als Single-SIM- und als Dual-SIM-Version erhältlich. Wer zwei SIM-Karten im Smartphone nutzen möchte, der muss zur 700 Euro teuren Auflage des Key2 mit 128 GByte Speicher greifen - und sich dann mit einem Hybridslot zufriedengeben. Das 64-GByte-Modell bietet nur Platz für eine SIM-Karte und eine bis zu 256 GByte große MicroSD-Karte. Die Sprachqualität ist gut, Anrufer dringen klar und deutlich durch die Hörmuschel und die Lautsprecher des Smartphones. Auch bei Telefonaten über die Freisprechfunktion gibt es keine Auffälligkeiten, Umgebungsgeräusche werden für die Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung gut herausgefiltert. WLAN-Telefonie ist mit dem Smartphone möglich - anders als beim Keyone.

  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Oben das Blackberry Key2, unten das Blackberry Keyone (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Links das Blackberry Keyone, rechts das Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
Blackberry Key2 (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Das Key2 unterstützt LTE Cat-11 (Download bis zu 600 Mbit/s, Upload bis 50 Mbit/s), Bluetooth 5.0, GPS und Glonass sowie Dual-Band-WLAN ac. Darüber hinaus sind ein UKW-Radio und ein NFC-Modul an Bord, auch einen Kopfhöreranschluss hat das neue Blackberry-Smartphone.

Das Key2 hat einen USB-C-Port nach USB-3.0-Standard, der USB-OTG und Displayport-over-USB beherrscht. Auch schnelles Laden ist möglich, hierfür unterstützt das Smartphone Qualcomms Quick-Charge-3.0-Standard. Drahtlos kann der 3.500 mAh große und fest verbaute Akku hingegen nicht mit Strom versorgt werden. Die Akku-Laufzeit gibt der Hersteller mit unverfänglichen "bis zu 2 Tagen an". Tatsächlich ist das Key2 recht genügsam und auch bei intensiver Nutzung mit Internetsurfen, Musikhören und dem Schreiben von E-Mails reicht der Akku locker über den Arbeitstag. Bei gemächlicher Nutzung im Alltag dürfte auch ein zweiter Tag drin sein. In der Videodauerschleife erreichte das Key2 eine Display-on-Zeit von sehr guten 9:05 Stunden und reiht sich damit im oberen Drittel unserer Akku-Bestenliste ein.

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jjfx 28. Dez 2019

Klappt mit MyPhoneExplorer.

jjfx 28. Dez 2019

Guter Test, was noch fehlt ist die Telefonfunktion selber. Hier muss ich sagen, dass das...

Jounathaen 18. Jul 2018

Ich verstehe natürlich, dass das ein Security-Feature ist und Unternehmen das sehr...

Jounathaen 18. Jul 2018

Ich bin auf meinem Handy auf Lineagos mit MicroG umgestiegen, und habe jetzt am Ende des...

Calau 09. Jul 2018

Kann mir auch nicht vorstellen, dass das irgendjemand kaufen wird.


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